Malahia Malahios

Aus der Mitte des Lebens in die Welt blickend, schreibend, singend, denkend...
Malahia Malahios
RE: Das feudalistische Erbe des Ruhrgebiets | 07.09.2014 | 14:00

Ich bin auch ein Kind des Ruhrgebiets, genauer gesagt aus Dortmund, lebe aber schon 18 Jahre nicht mehr dort. Wenn ich gelegentlich dort zu Besuch bin, bin ich überrascht, wie die Stadt sich gemausert hat. Das Innenstadtbild gefällt mir heute viel besser als in den 90ern. Zumindest in Dortmund scheint man einiges richtig zu machen. Über die ausgestorbene Duisburger Innenstadt war ich hingegen bei einem Wochenendbesuch Ende Mai diesen Jahres sprachlos. Billigläden und viel Leerstand. Wie kann es nur zu solchen Unterschieden kommen...?

RE: So geht das nicht! | 03.09.2014 | 23:22

Sicherlich könnte man noch anders als "seicht" wettern. Immer wieder. Wichtig erscheint mir, dass man es überhaupt tut.

RE: So geht das nicht! | 03.09.2014 | 21:41

Ich verstehe nicht ganz, was hier der Kritikpunkt ist. Meiner Quelle zufolge sollen die gebühren für Widerspruchs- und Klageverfahren erhoben werden, nicht erst im Klageverfahren.

Im Übrigen geht es mir nicht so sehr darum, ob sich vielleicht doch noch irgendeine Geldquelle auftut, die die Kosten übernimmt, sondern um den dahinter stehenden Gedanken dieser Absicht des Gesetzgebers. Ich bin selbst in der Beratungsarbeit tätig und sehe, dass viele Menschen mit behördlichen Bescheiden überfordert sind. Allein die Sprache und der feindselige Unterton der Leistungsbescheide macht ja oft schon Angst. Nicht alle Menschen finden den Weg in Beratung und wissen, wie man an Gewerkschaftsgelder oder Prozesskostenhilfe kommt. Wer da unsicher ist, wird durch den Hinweis auf eine Gebührenerhebung in der Rechtsmittelbelehrung eher zurückschrecken. Letztlich ist das doch der Punkt: Warum verspricht sich denn der Bund-Länderausschuss von Gebührenerhebung eine Rechtsvereinfachung, wenn es keinen Zusammenhang zu der Zahl der dann erwarteten Widerspruchs- und Klageverfahren gibt?

RE: So geht das nicht! | 03.09.2014 | 21:27

Danke für diese orthographische Hilfe ;-))

RE: Traumjob: Politisch sein | 02.09.2014 | 22:43

Die in diesem Artikel beschriebene Weise des politischen Engagements ist mir durchaus sympathisch. Hier wird ja eine linke Utopie beschrieben: anti-rassistisch, anti-sexistisch, alles bio usw. Das wäre eine Welt, die mir gefällt. Und die Art und Weise, wie sie entwickelt und vorangetrieben wird, verträgt vielleicht am ehesten das Wörtchen "basis-demokratisch". Alle tauschen sich aus, sagen, was ihnen wichtig ist und dann wird gemeinsam entschieden. Meine persönliche Erfahrung mit dieser Form des politischen Engagements ist jedoch: Auch hier ist der Mensch nicht anders als überall. Er will seine persönlichen Interessen gerne durchsetzen und so finden sich auch unter den idealistischen Basisdemokraten Machtmenschen, die irgendwann im kleinen Kreis die gleichen Strukturen durchsetzen, die wir an der großen Politik so verabscheuen. Vorsicht also, ob nicht die gleiche Verdrossenheit sich im gemeinsamen Wohnprojekt oder im Ökogarten einstellt, wenn man merkt, man kommt mit seinen Ideen nicht zum Zug, weil ein anderer auf fiese Weise Mehrheiten gesucht hat.

Das Schimpfen auf die gutverdienenden Politiker ist ja auch ein bisschen Mode geworden. Andererseits: Die Floskeln, die wir so gerne kritisieren, sind ja auch zu einem großen Teil der Tatsache geschuldet, dass Politiker sehr vorsichtig geworden sind, wie sie sich ausdrücken. Wer was Falsches sagt, steht schnell hundertfach multipliziert bei Twitter, Facebook & Co. Was da steht, kriegt man schlecht revidiert. Und einen Politiker mit Ecken und Kanten, der unsmartes Zeug von sicht gibt, kann unsere Gesellschaft doch gar nicht mehr ertragen. Das konnte man aus meiner Sicht gut am Umgang mit Peer Steinbrück beobachten, der politisch sicher nicht immer Recht hatte, aber kein solch aalglatter Politikertypus war, der nur mit Floskeln um sich geschmissen hat. Aber über seine Inhalte hat man sich nicht so gerne auseinander gesetzt, sondern an den Nebensätzen über Rotweinkauf u.Ä. hat man ihn bewertet.

Die Nichtwähler schieben die Verantwortung für ihr politisches Desinteresse gerne auf die schlechten Politiker. Dass es gesellschaftlich aber nicht besser wird, wenn man sich ausklinkt, wird dabei übersehen. Wenn ich anhand älterer Filmaufnahmen sehe, wie unsere Politiker in kürzester Zeit altern, kann ich den Verschleiß, dem sie ausgesetzt sind nur ahnen. Ich möchte den Job nicht machen und bin ganz froh, dass es noch eine Struktur in unserem Lande gibt, anhand derer Politik für diejenigen gemacht werden kann, die außer einem Kreuzchen nichts tun wollen oder können und nicht bereit oder in der Lage sind, sich basis-demokratisch einzubringen.

RE: Kinder an die Macht | 01.09.2014 | 19:37

Ob anonyme Kinderklappen die richtige Lösung sind, weiß ich auch nicht. Ich gehe aber schwer davon aus, dass Mütter, die so eine Klappe nutzen, ihr Kind nicht aus Garstigkeit oder Lust und Laune dort abgeben, sondern, weil sie in einer schwierigen Lebenslage sind und sich die Fürsorge und Erziehung eines Kindes einschließlich der wirtschaftlichen Folgen nicht zutrauen. Dass da immer "kriminelle Nötiger und Helfer" hinterstehen, möchte ich zumindest bezweifeln. Wer sollte das sein? Die Mafia oder die Väter? Eine strafrechtliche Verfolgung von Müttern wäre aus meiner Sicht hier mindestens ebenso wenig hilfreich wie die anonyme Klappe. Strafrechtliche Verfolgung hilft ja selten, wenn es um soziale Nöte geht. Und den Kindern wird es - mit oder ohne verbriefte Kinderrechte - auch nichts nützen, wenn ihre Mütter strafrechtlich verfolgt werde.

Ein Beratungsangebot für werdende Mütter ist sicher eine gute Sache. Aber auch Beratung kann die Nöte nicht lösen, die mit Mutterschaft/Elternschaft in unserer Gesellschaft oft verbunden sind: Beratung schafft weder Kinderbetreuungsplätze noch Arbeitsstellen für Teilzeitmütter. Sie schafft keine höheren ALG-II-Sätze und bezahlbare Wohnungen. Wie auch bei der Schwangerschaftsberatung, die vor einer möglichen Abtreibung gesetzlich vorgeschrieben ist, wird die Mutter doch letzlich sanft dazu hingedrängt, ihren Gefühlen, die gegen den Abbruch sprechen, nachzugeben und das Kind in die Welt zu setzen. Mit den Problemen, die sich dann im Leben breit machen, muss sie selbst zurecht kommen, oft genug leider ohne kompetenten Kindsvater an der Seite. Also, angesichts dessen habe ich schon Verständnis, dass manche Frau sich für die anonyme Klappe entscheidet.

RE: Kinder an die Macht | 31.08.2014 | 18:03

Sich für Kinderrechte einzusetzen, sieht politisch ja immer gut aus. Da kann ja kaum einer gegen sein. Für mich ist das allerdings Schaufensterpolitik. Bereits jetzt ist es so, dass Jugendämter und Familiengerichte sich in erster Linie am Wohl der Kinder orientieren müssen. Die Kinder werden angehört und es werden ihnen Verfahrensbeistände und Umgangsbegleiter an die Seite gestellt, die ihre Interessen wahrnehmen sollen. Ich glaube kaum, dass ein Familiengericht ein Kind, das in einer Pflegefamilie lebt und klar zum Ausdruck bringt, dass es da nicht weg will, zwangsweise zurück in die Herkunftsfamilie schickt. Aber: Werden wir uns damit abfinden können, wenn die lieben Kleinen zu ihren leiblichen Eltern zurückwollen, obwohl diese von außen betrachtet gruselig sind? Wie ist es denn dann mit dem Kinderwillen? Meine Erfahrung ist, dass Kinder meist zu den Eltern zurückwollen, egal wie schädlich die für sie sind. Und die ganz Kleinen können ja wohl kaum ihre Rechte formulieren. Machen wir uns nicht vor: Die Wahrnehmung der vermeintlichen Kinderrechte wird immer durch die Brille der Erwachsenen umgesetzt.

RE: Rein in die Schublade! | 28.08.2014 | 00:40

"Im Grunde wurden doch Mitte der 80ger die Weichen für den heutigen Weg der Gesellschaft gestellt. Sie, die "Generation X", haben sich nicht dagegen gewehrt und waren nur darauf bedacht eigenen Wohlstand zu erreichen:" [...]

Grundsätzlich ist das sicher nicht völlig von der Hand zu weisen. Aber ebenso wenig, wie man eine komplette Generation Y über einen Kamm scheren kann, geht das mit der Generation X. Diese war in den 80ern zu einem Gutteil noch im Kinder- und Teeniealter. Ihre Eltern gehörten nicht selten noch zur Kriegskinder-Generation. Ich beschäftige mich in anderem Kontext mit der Thematik "Kriegsenkel". Das sind jene, die von ihren Eltern gehört haben:" Dir soll es einmal besser gehen als uns", "Man muss funktionieren!" und "Es kann nicht immer alles nur Spaß machen". Die 80er Jugend bewegte sich zwischen NO FUTURE und den Heile-Welt-Eltern, die im privaten Glück das Heil sahen. Das Streben nach dem eigenen Wohlstand sehe ich in diesem Kontext. Es war sicher auch beeinflusst von der unaufgeräumten psychischen Verfassung nicht weniger Eltern der Generation-X-Kinder, eben dieser Kriegskinder-Generation.

Materiell ging es den Deutschen vermutlich in den 80er und 90er Jahren noch zu gut, um in einen vehementen Protest gegen den sich anbahnenden Neo-Liberalismus zu verfallen. Und ist es nicht ein häßlicher Zug des Menschen generell, sein Scherflein erst mal ins Trockene zu bringen, bevor er sich um das Wohl der anderen kümmert...?

RE: Rein in die Schublade! | 28.08.2014 | 00:19

Auf die Idee, den Generationen X und Y geschlechter zuzuordnen, bin ich noch nicht gekommen. Wenn ich darüber nachdenke, glaube ich allerdings, es könnte allenfalls umgekehrt sein: Wenn die Generation X neo-liberal und karriereorientert war, dann assoziiere ich damit eher "männlich", wenn die Generation Y mehr auf vereinbarkeit von Familie und Beruf achtet und Karriere nicht mehr um jeden Preis will, dann sehe ich darin eher eine weibliche Zuschreibung. Aber das ist sicher eine sehr pauschale, subjektive Bewertung!

RE: Verschärfungen für Alleinerziehende | 24.08.2014 | 15:30

Sollten diese Pläne umgesetzt werden, wird sich der Rosenkrieg unter den Eltern, die jetzt schon Schwierigkeiten haben, den Umgang mit den Kindern nach einer Trennung vernünftig miteinander zu regeln, sicher noch verschärfen. Das dürfte kaum zum Wohle der Kinder sein!