Manibas

"Wir können doch nichts ändern..." - Wirklich nicht? Versuchen wir's! Mit Fragen, Ideen und Networking.
Manibas
RE: Verträge einfach zerreißen | 19.11.2016 | 19:00

Ein anregender Artikel! Besonders interessiert mich, wie sich Trumps Protektionismus auf die Globalisierung auswirken könnte. Hier sind meine (etwas kühnen) Schlussfolgerungen:

# Selbst wenn sich Trump von großen Verträgen (TTIP etc) und Organisationen (WTO) lossagt, und möglicherweise andere nationale Regenten (Le Pen & Co) Ähnliches tun, bringt das den Globalisierungstrend nicht ins Wanken, sondern es formieren sich neue Verflechtungen und Machtzentren (China etc).

# Die teilweise Zurücknahme von Globalisierung durch Protektionismus könnte auch Krisenherde (Konfliktpotentiale) entschärfen, was langfristig der weltweiten Wirtschaft/Wissenschaft/Technik (und hoffentlich deren sozialer Seite!) zugute käme...

# Andererseits könnte es eher zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommen (aus neuen wirtschaftlichen Machtkonstellationen und Handelskonflikten erwachsend).

Wichtig scheint mir daher, dass linke Kräfte (statt sich in Globalisierungskritik zu erschöpfen) ihre internationalen Einflussmöglichkeiten auszubauen suchen.

RE: Bilderberger in Dresden | 18.05.2016 | 19:56

Danke für den spannenden Hinweis auf die Dresdner Bilderberg-Konferenz.

Mir ist bereits rätselhaft, wie auf diesen Veranstaltungen sämtliche erlauchten Gäste ausschließlich als Privatpersonen und nicht in ihrer offiziellen Position teilnehmen. Immerhin sind die jährlichen Teilnehmer alle mit Amt und Würden ausgewiesen (vgl. http://www.bilderbergmeetings.org/participants.html).

Eine 'informelle' Zusammenkunft könnte ich mir noch vorstellen (z.B. ohne Protokoll und Presse). Aber was heißt 'privat'? Welchen Spielraum zwischen 'Freiheit' und 'Verantwortung' bietet so ein Status?

Als Hintergrund der Bilderberg-Konferenzen finde ich übrigens die Wikipedia-Seite recht aufschlussreich (https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz).

RE: Bildungschancen trotz Margot | 10.05.2016 | 10:39

"Es gab innerhalb eines starren ideologischen Rahmens unendlich viele Freiheiten (über die kaum berichtet wird) und die Entwicklung und Entfaltung einer selbstdenkenden Persönlichkeit - die Würde des Menschen - wurde von den Menschen gelebt und deren Ansprüche stiegen DADURCH! völlig angstfrei und existenzgesichert immer weiter und wurden auch an die rahmenbildende Regierung gestellt: wie immer: die Menschen sind oft klüger als ihre Regierungen, werden aber aus Machtinteressen im vorgegebenen "Rahmen" klein gehalten und vieles, was sich darin abspielt ist völlig selbstverständlich und die Wünsche richten sich auf die Defizite."

Ja, das ist genau der Punkt!
Und Dank an alle für die anregende Diskussion!

RE: Gescheiterte Integrationspolitik | 13.04.2016 | 20:26

Ein interessanter Kommentar! Hier sind zwei Aspekte, die ich besonders aufschlussreich fand:

(1)

"Statistiken belegen, dass libanesische Migranten in der Bundesrepublik überdurchschnittlich kriminell und unterdurchschnittlich gebildet sind." "Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass Bildungsdefizite und Kriminalität primär ein Problem sozial schwacher Personengruppen sind, zu denen vor allem libanesischstämmige gehören."

(2)
"...neben Sozialschichtzugehörigkeit sind libanesischstämmige, von einem weiteren Problem betroffen...": Viele sind nur "geduldet" "Dieser Status schränkt die Betroffenen, vor allem in ihren Bewegungs- und Arbeitsmöglichkeiten stark ein..." "Man muss kein Integrationsexperte sein, um zu erkennen, dass diese Praxis einer erfolgreichen Integration im Wege steht."

RE: Volk gegen Flüchtlinge? Nichts Neues! | 30.03.2016 | 09:59

"... die Willkommenskultur-Fraktion hier in DE ist nur ein mißbrauchtes Teilchen in diesem Spiel - die sich aber offensichtlich unheimlich wichtig dabei vorkommt."

Nur ein Zwischenruf: Mich hat bewegt, warum sich das "Volk gegen Flüchtlinge" wendet; aber dass sogar Engagierte der Flüchtlingshilfe verunglimpft werden, ist ein trauriger Punkt auf dem 'i'!

RE: Volk gegen Flüchtlinge? Nichts Neues! | 27.03.2016 | 09:30

"Soll man darüber hinweggehen und die vor dem häuslichen Kaminfeuer angelesene Moral über die realen Lebensbedingungen stellen? Nicht jeder kann sich das leisten."

Da ist was dran! Allerdings hat es am Kamin schon immer Nach- und Vordenker in allen möglichen Richtungen gegeben: Von Ideen der Aufklärung und des Humanismus bis hin zu Visionen aus dem "dunkeldeutschen Wald"...

RE: Volk gegen Flüchtlinge? Nichts Neues! | 27.03.2016 | 09:24

"ob die in abständen von jahrzehnten erfolgenden zuwanderungen die hauptmasse der bevölkerung verändern, kann ich nicht sagen. wahrscheinlicher dürfte die assimilation sein."

Veränderung oder Angleichung - das ist eine interessante Frage. Die Zuwanderung könnte aber auch zu mehr Polarisierung (besonders wenn Migranten in 'Ghettos' landen) oder größerer Öffnung der Gesellschaft führen. Letzteres scheint am ehesten in Großstädten, die ohnehin von Heterogenität geprägt sind, zu gelingen. Mir ist das besonders im Unterschied zwischen Berlin und kleinstädtisch-ländlichen Bundesländern (Beispiel Sachsen-Anhalt!) bewusst geworden.

RE: Volk gegen Flüchtlinge? Nichts Neues! | 26.03.2016 | 14:55

Ja gewiss, das Phänomen Flüchtlinge ist komplex und verlangt mehrere Sichtweisen - ganz wichtig sind die drei genannten! Doch es lohnt sich auch, einzelne Aspekte genauer zu betrachten, z.B. die Haltung des 'Volkes' im historischen Rückblick.

Wie die Diskussion zeigt, hat sich das 'Volk' infolge mehrerer Integrationsschübe verändert, ist heterogener geworden. Und dieser Wandel wirkt sich auf die Haltung zu den neu eintreffenden Flüchtlingen aus. Hier müsste man weiter erkunden, welche Chancen und Risiken das birgt...

RE: Volk gegen Flüchtlinge? Nichts Neues! | 26.03.2016 | 09:30

Danke für diesen anregenden Kommentar! Insbesondere zwei Punkte:

(1)

"Zunächst wäre einmal die Frage zu stellen, ob die Stimmung wirklich kippt oder ob vor allem die Berichterstattung kippt. Bzw. ob einfach die Hass-Seite sich zunehmend in den Medien breit macht, weil die andere Seite bis über beide Ohren mit Engagement vor Ort beschäftigt ist und keine Zeit für PR und Stimmungsmache hat."

Ja, das wäre zu fragen. Und andererseits wäre zu wünschen, dass sich die Engagierten stärker in die öffentliche Debatte einbringen (so wie Sie es tun!) und sich politisieren. Das hat z.B. der Chefredakteur des Magazins Publik-Forum, Wolfgang Kessler, betont.

(2)

"Auffällig für mich hier vor Ort ist auch, wie viele junge Menschen mit Migrationshintergrund sich für die Flüchtlinge engagieren...

Vielleicht kann man aus dieser Heterogenität die Hoffnung schöpfen, dass es diesmal besser läuft als in den im Beitrag genannten Beispielen."

Das ist eine interessante Beobachtung: Die zurückliegende Integration, so unvollkommen sie auch war, hat also unsere Gesellschaft bereits verändert. Und an der neuen Offenheit wirken 'herkömmliche' und zugewanderte Bürger gemeinsam mit. Ein hoffnungsvoller Ansatz!

RE: Plan B: Europäisierung der Flüchtlingsfrage | 08.03.2016 | 11:50

Ja gewiss, die EU-Flüchtlingspolitik ist weit entfernt von humanitären Belangen, und die EU-Außengrenzen samt Frontex verstärken das abschreckende Bild der Festung Europa.

Doch um so wichtiger sind m.E. alternative Vorstellungen wie sie Gesine Schwan entwickelt hat - als Orientierung für eine konstruktive Politik und auch als positive Vision, die vielen Linken abhanden gekommen ist.