Lawinengefahr

Präsidentenwahl Donald Trumps Wahl stellt die Gesellschaft auf den Prüfstand
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Böse böse Trumponaden, äh Lachsalven, wie die Offenbarungen zur Mexikanermauer oder den Einreiseverbotsregeln lassen grüßen. Mehr als 45.000 in Berlin gemeldete Ausländer dürften nach dem Dekret vorerst nicht mehr in die USA einreisen. Das ergibt eine Analyse der Berliner Zeitung aufgrund von Bevölkerungsdaten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg. Und müssen wir da auf die Barrikaden gehen? Gar nichts müssen wir. Dieses verschlafene prüde Völkchen schwelgte viel zu lang in Erinnerung an seine Pionierjahre. Im Schwange konzeptfreier Übersättigung, Besitzneid und Asozialität knallen sich zehntausend Amis Jahr für Jahr gegenseitig ab oder legalisieren gar Marihuana. Spätestens mit dem Platzen der Immobilienblase wurde Jedem klar: der way of life hat ausgedient. Trotzdem prallen Appelle an die Vernunft stetig am Nordamerikaner ab. Die Politik verkam unter Obama zur Moralansprache. So hat man sich westlich des großen Teichs redlich für eine Phase der Aufklärung qualifiziert, für neue Impulse, die auch über einen Wahlrummel hinaus wahrgenommen werden. Und siehe da, die letzte Präsidentenwahl brachte es auf den Punkt, oder besser - die Lawine ins Rollen.
Donald Trumps forsches Gemüt hat die Gemeinschaft nun auf dem Prüfstand gestellt. Den Umgang miteinander nach den Niederungen der Wahlschlacht wieder auf ein erträgliches Niveau zu heben erfordert aber, es selbst zu tun. Viel Porzellan wurde zuvor zerschlagen. Das Reparieren funktioniert nicht mit Chichi, sondern Auge in Auge, und samt dem vehement verteidigten ortsüblichen Gewaltpotential. Als Beispiel sei genannt:
Demonstranten haben die US-Bildungsministerin Betsy Devos an einer "Einreise" in eine öffentliche Schule in Washington, DC gehindert. "Go back! Shame, shame": Protesters physically blocked US Education Secretary Betsy DeVos from entering a public school in Washington, DC
Da hilft es auch nicht, wenn Leute hierezuland von Außen versuchen, die Händchen zu halten. Wer dies nicht beachtet, für den macht es sonst peng peng.
Da halte ich es lieber mit Ranga Yogeshwar, die Zeit zu einer kleinen inneren Einkehr zu nutzen, nämlich darüber, wie wir selbst im Vielklang mit der Natur funktionieren, denn es ist Winter. Schneeball für Schneeball wird zum Berg. Doch wehe, wenn das strahlende Weiß einen Riß bekommt. Da heißt es, der Lawine nicht hinterherzuspringen, sondern auf einem trockenen Platz auszuharren. Wer also beim Eisrutsch die richtige Balance findet, für den klappt es auch besser mit den Nachbarn.
Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/25642986 ©2017
CNN

12:03 09.02.2017
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Geschrieben von

manstruator

Der Dummheit hat die Natur keine Grenzen gesetzt - sie ist menschlich.
manstruator

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