Manuel Negwer

Autor und Musiker, 1952 in Berlin geboren. 2012-2015 Leiter des Goethe-Instituts Pakistan, seit Juni 2015 Leiter des Goethe-Instituts Angola.
Manuel Negwer
RE: Islamisches Utopia oder gescheiterter Staat? | 15.08.2017 | 19:36

Dies als alleiniges Erklärungsmuster greift m.E. zu kurz: Pakistan war bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts ein aufstrebendes Schwellenland, in religiösen Dingen vergleichsweise tolerant, der Popmusik und dem Jazz aufgeschlossen, mit großstädtischen Kneipen und Bars incl. Alkoholausschank. In Pakistan spielen zwei liberale und friedfertige Strömungen des Islam seit jeher eine wichtige Rolle: der Sufismus sowie die Ismailiten, die zu den Schiiten gehören und mit dem Namen Aga Khan verbunden sind. Beide Gruppen lehnen religiösen Terror konsequent ab und sind regelmäßig selbst Opfer fundamentalistischer Gewalt.

Aus den Gleichgewicht geriet das Land im Laufe des Afghanistankonfliktes, als Saudi-Arabien und die USA Pakistan mit etlichen Milliarden Dollar zum Aufmarschgebiet antisowjetischer Mudschaheddin und Taliban ausbauten. Die dadurch losgetretene Radikalisierung - in der bald Steinzeitislamisten vor allem aus den rückständigen Paschtunengebieten den Ton angaben - ist in der Folge völlig aus dem Ruder gelaufen, eine Entwicklung, die bis heute andauert.

Ich habe die Hintergründe dazu in einem anderen Artikel beleuchtet:

https://www.freitag.de/autoren/manuel-negwer/pakistans-verhaengnisvolles-erbe-2

RE: Islamisches Utopia oder gescheiterter Staat? | 15.08.2017 | 07:31

vielen Dank für den Tipp, mir ist aus jener Zeit noch das Concert for Bangladesh mit George Harrison, Ravi Shankar, Bob Dylan & Co in Erinnerung: Eingebetteter Medieninhalt

RE: Schostakowitschs Revolutionsmusik | 08.09.2016 | 20:46

sehr schöner Artikel, Schostakowitsch ist sowieso eine Welt für sich, eine der faszinierendesten Komponistenpersönlichkeiten überhaupt.

RE: Tödliche Courage | 22.04.2016 | 11:58

"Sprecher des Geheimdienstes" kommt mir vor wie "veganer Metzger" oder "obdachloser Milliardär"... :-)

RE: Die Rabbiner-Rebellion | 03.04.2016 | 19:46

"...viele der Geflüchteten kämen aus patriarchalisch und antisemitisch geprägten Kulturen. Kurz: Antisemitismus sei kein religiöses, sondern ein ethnisches Problem."

Nein, kein ethnisches sondern ein religiöses, kulturelles und politisches Problem.

RE: Pakistan goes ‚Buena Vista‘ | 30.03.2016 | 05:54

Besten Dank für die ergänzenden Beiträge. Inzwischen gibt es auch einen Dokumentarfilm über die Geschichte des Orchesters. http://www.latimes.com/entertainment/movies/la-ca-mn-lahore-20151108-story.html

RE: Pakistans verhängnisvolles Erbe | 29.03.2016 | 12:20

die genauen Zahlen habe ich jetzt nicht parat, aber es ist eine im Schnitt sehr junge Bevölkerung

RE: Pakistans verhängnisvolles Erbe | 29.03.2016 | 12:09

Nach aktuellen Hochrechnungen sogar schon knapp 185 Mio.

RE: Pakistans verhängnisvolles Erbe | 29.03.2016 | 11:40

herzlichen Dank für Ihre freundlichen Worte, lieber Herr Füller. Ja, Pakistan und überhaupt die ganze Region ist ein Thema, was mich nicht mehr loslässt. Ich denke, es geht vielen so, die einmal für längere Zeit dort gewesen sind. bG MN

RE: Der ganze Katastrophenhorizont | 28.03.2016 | 19:37

Toller Beitrag über einen hochinteressanten Komponisten, der zu Lebzeiten schon oft nicht zur Kenntnis genommen wurde und jetzt sogar in Vergessenheit zu geraten droht.