WennDuisburgs OB Ypsilanti(SPD)undnicht Sauerland(CDU)geheißen hätte

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Stellen wir uns vor, Duisburgs OB hätte Ypsilanti (SPD) und nicht Sauerland (CDU) geheißen.

Verantwortlich: Albrecht Müller |

Wäre ein/e linke/r Sozialdemokrat/in Oberbürgermeister von Duisburg, hätte diese/r gegen die Bedenken von Polizei und Feuerwehr und des eigenen Bauordnungsamtes die Genehmigung für die Loveparade durchsetzen lassen und sich hinterher auch noch so billig aus der Verantwortung gestohlen, wie der Oberbürgermeister Sauerland von der CDU dies tut, dann wäre diese Person von Deutschlands Medien in der Luft zerrissen worden. Mit dem CDU-Mann gehen sie ausgesprochen sanft um.

Klicken Sie heute auf Google News und geben Sie „Sauerland“ ein, die härtesten Formulierungen sind von der Art „Sitzungsprotokoll belastet Duisburgs OB Sauerland“ (Die Zeit) oder „Gefragt ist Bürgermeister Adolf Sauerland“ (Stern).
Andrea Ypsilanti wurde wegen ihres angeblichen Wortbruchs von den meisten Medien, allen voran von der Bild-Zeitung und Spiegel Online wochenlang verfolgt, mit übelsten Schlagzeilen und Verdrehungen ihres Namens („Lügilanti“/ Siehe hier z.B.)
Gregor Gysi musste am 16.7.2010 fast die Hälfte des Sommerinterviews bei der ARD Fragen zur angeblichen mangelnden Vergangenheitsbewältigung der Linkspartei bei der Wahl des Bundespräsidenten aushalten.
Oskar Lafontaine wird 11 Jahre nach seinem Rücktritt im Jahr 1999 immer noch und penetrant als Hinschmeißer verfolgt.
Und jetzt versagt ein Oberbürgermeister von der CDU total. Berichte zeigen, dass in seinem Amt mit Berufung auf ihn Druck auf die Sicherheitsleute ausgeübt wurde. Siehe den ersten Artikel (Zeit) in der anschließenden Kurzdokumentation.
Er hat nach den Berichten am Tag der Veranstaltung die Genehmigung unterschrieben. Da musste jedem Verantwortlichen schon klar sein, dass die von den eigenen Behörden verhängte maximale Teilnehmerzahl von 250.000 weit überschritten wird. Dieser vorhersehbare Bruch des Genehmigten kommt zu allem anderen hinzu.
Und er bleibt bisher im Amt. Und die Medien sind zum großen Teil vornehm.

Das ist die immer wieder erkennbare Asymmetrie, mit der die Medien die konkurrierenden Parteien und politischen Lager behandeln. Die Linke – damit ist das linke Lager gemeint und nicht die Linkspartei alleine – muss um das Mehrfache besser sein, um überhaupt einen Blumentopf zu gewinnen, so einseitig sind die Medien im Umgang mit den konkurrierenden Parteien.

Es folgt jetzt eine Auswahl von Medienmeldungen, meist vom heutigen Tage. Am Schluss auch noch ein Bericht über die Absage der Loveparade 2009 in Bochum und zur bösen Reaktion auf diese Absage einer sicherheitsbewussten Oberbürgermeisterin der SPD.

Hier Kurze Dokumentation einiger aktueller Meldungen: www.nachdenkseiten.de/?p=6316#more-6316

18:27 27.07.2010
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Geschrieben von

Margareth Gorges

Mit dem Wissen wächst der Zweifel” (J.W.v.Goethe) www.NachDenkSeiten.de
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