Eine Buchbesprechung Gott und die Welt von Ayatollah Beheschti

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Hatte mir schon lange vorgenommen, dieses Buch zu besprechen, nach dem zweiten Mal durchlesen fühlte ich mich einigermaßen in der Lage den Inhalt zu beschreiben ohne völligen Unsinn von mir zu geben:



Bismillah

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Dieses wird zu den Büchern gehören, die ich immer wieder mal zur Hand nehmen und lesen werde – so ganz einfach ist es nämlich nicht und beim zweiten Anlauf haben sich mir schon andere Sachen erschlossen als beim ersten Mal. Ich versuche mal, ein bisschen zusammenzufassen.

Das Thema „Gott und die Welt“ besagt, dass sich der Autor mit der Beziehung des Menschen zu Gott auseinandersetzt und zwar angefangen mit der Frage, „gibt es Gott?“. Ayatollah Beheschti bezieht bei seinen Überlegungen auch die heiligen Schriften anderer Religionen, wie die Upanischaden der Hindus ein und Philosophen wie Aristoteles. Er beschreibt, dass in den heiligen Büchern eigentlich nie diese Frage gestellt wird, anders als bei den Philosophen. Trotzdem verbietet der Koran nicht, die Frage nach der Existenz Gottes zu stellen – zeigt uns aber anhand der Abhängigkeit der Geschöpfe die Existenz eines Schöpfers (Das ist jetzt wirklich seher verkürzt).

Dass die Menschen ein tiefsitzendes Bedürfnis nach Gott haben, dass das ihre natürliche Veranlagung ist, mit der sie geboren werden sagt uns der Koran auch – und beweist dann, dass es nur einen Gott geben kann. Selbst die Götzenanbeter haben hinter allem einen „Hauptgott“ gesehen, allerdings sind die Götzen die sie sich geschaffen haben als Fürsprecher ihnen nutzlos. Ayatollah Beheschti erzählt dazu die Geschichte des Propheten Ibrahim, a.s., den Juden, Christen und Muslime gleichermaßen verehren und in dessen Geschiche die Überwindung der Götzenanbetung beschrieben wird.

Ein weiteres Thema sind die Fragen von Ursache und Wirkung, Aberglauben und Wundern. Der Koran fordert uns auf, Wissen zu erwerben und nicht irgendwelchen Hokuspokus zu betreiben – die Wissenschaft ist nicht im Widerspruch zum Islam. Und dass unser menschliches Handeln Konsequenzen hat, ist unübersehbar – trotzdem kann Gott das Prinzip von Ursache und Wirkung außer Kraft setzen – und das nennen wir dann ein Wunder.

Natürlich ist Gott der Herr über alles was geschieht – die Gesetzmäßigkeiten hat er ebenso geschaffen wie unseren freien Willen – und er gibt uns die Möglichkeit unser Schicksal zu ändern durch die Kraft des Bittgebetes. Dieses gibt es auch in nicht monotheistischen Religionen – aber dort wird nicht alleine Gott um Hilfe gebeten, was wiederum Götzenanbetung bedeutet.

Ein wichtiger Abschnitt ist dem Gottesdienst und dem Gehorsam gewidmet: Ayatollah Beheschti belegt anhand des Quran, dass wir erstens den Menschen gehorchen sollen, die uns mit göttlicher Autorität auf der Erde leiten, wie die Propheten, a.s., oder die Imame, a.s. Er weist aber ausdrücklich darauf hin, dass diese Pflicht zum Gehorsam nur gilt, solange sich die Person an Gottes Gebote hält. Und eine deutliche Absage wird Streitigkeiten unter den Angehörigen verschiedener Offenbarungsreligionen erteilt, ebenso wie Streit unter Anhängern des Islam. Gespräch darüber, wie man den Koran versteht sind erlaubt – Streitigkeiten bedeuten eine Form der Selbstdarstellung und -verehrung, die schon wieder unter Götzenanbetung fällt. Wie der Koran uns sagt, sollen wir uns kennen lernen, wetteifern in guten Taten und darauf vertrauen, dass sich alle Missverständnisse aufklären werden, wenn wir zu Gott zurückkehren.

Vermutlich war das ein Thema solange es Menschen und Religion gibt – aber wenn man sich die Welt gerade anschaut, ist das top aktuell.

Ein weiterer Abschnitt widmet sich der Frage, wie der Mensch das Wesen Gottes erfassen und beschreiben kann – ohne in die Extreme der absoluten Unbeschreiblichkeit oder andererseits in die des Morphismus, also in die Vorstellung das Gott einen irgendwie gearteten Körper hat, zu verfallen. Den Mittelweg zeigt uns der Koran anhand der vielen Namen oder Attribute Gottes, sowie an der Beschreibung Seiner Unabhängigkeit und Bedürfnislosigkeit im Gegensatz zu Seinen Geschöpfen. Einige Seiner Attribute wie die Weisheit, die Allmacht, die Lebendigkeit, der strafende, der richtende,der vergebende, der gerechte Gott werden erläutert.

Mit Zitaten aus den heiligen Schriften anderer Religionen zeigt der Autor uns wiederum die Unterschiede auf. Beinhaltet ist auch die Frage, ob Gott sichtbar sein kann und wie ER ohne Ort existiert und doch immer bei uns ist.

Das Buch schließt mit der Lehre, dass der Mensch direkt auf seine Selbstvervollkommnung hinarbeiten kann, oder indirekt, in dem er sich um die sozialen, ökonomischen und ökologischen Voraussetzung bemüht, in denen eine Entfaltung des Menschen im Sinne des Wortes Gottes möglich ist.

Inschallah habe ich einigermaßen zusammengefasst, womit sich das Buch beschäftigt und neugierig gemacht, es zu lesen.

Gekauft habe ich es wie fast alle meine Islambücher hier

Über den Autor hier bei eslam.de

zuerst veröffentlicht in Meryems Welt

23:47 25.12.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Mariam

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