Weihnachtsmärchen, Weihnachtsbraten und Terror

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Bismillah

Die Gedanken sind frei - und meine schweifen gerade so fröhlich herum ...das wird aber mein letzter Beitrag über Weihnachtsbraten, versprochen. Zu den anderen Themen kann ich nichts versprechen.






Die Türkei hat einen hochrangigen PKK-Terroristen gefangen.In der Türkei wird niemand mehr aufgehängt, so gesehen hat der Terrorist, der für viele Todesopfer in der Türkei verantwortlich ist, noch froh sein. Andere waren leider nicht so erfolgreich, Pakistan hat dementiert, einen Jundollah-Terroristen gefangen zu haben und in Afghanistan wurde kurzzeitig der Weihnachtsmann inhaftiert.Ein Weihnachtsmärchen sozusagen.

Iran hat 11 Jundollah Terroristen hingerichtet – diese Terrorgruppe hat während der Ashura Gedenktage in Iran 38 Menschen durch einen Selbstmordanschlag umgebracht und weitaus mehr verletzt.

Italienische Briefbomben kommen nicht von den Taliban, *schnauf* – endlich muss ich mich mal nicht distanzieren – tu ich aber vorsichtshalber hiermit trotzdem. Und Israel bombardiert mal wieder den Gazastreifen. War es nicht genau vor 2 Jahren, dass das letzte große Massake dort anfing? Wahrscheinlich denken die Israelis, dass dann keiner hinguckt.

So richtig Weihnachtsstimmung kommt dabei nicht auf, oder?

Und wer hat uns das alles eingebrockt? Auch nicht der Weihnachtsmann – hier in deutscher Übersetzung.

O.K. ich weiß ich erzähle nichts Neues, aber irgendwie haben sich diese Nachrichten gerade so gehäuft. Dass es auch noch einen weihnachtlichen Konsumterror gibt, ist dagegen nur eine Kleinigkeit. Mir gefällt ja Weihnachten viel besser, seit ich Muslima bin. Kein Streß, nur friedliche Stimmung, Kerzen und Kekse.Und Erinnerung an die Geburt des Propheten Jesus, a.s. und an seine kluge und standhafte Mutter Maria, a.s. Eine sehr schöne Rezitation der 19. Sure des Koran die nach ihr benannt wurde, hab ich hier gefunden.

Nach christlicher Überlieferung ist ja die Geburt Jesus, a.s., anders verlaufen. Erst einmal mussten seine Eltern eine Unterkunft finden und kamen schließlich in einem Stall unter,wie wir alle wissen. Eigentlich sollte das besonders dazu inspirieren, an Weihnachten sich um Arme und Obdachlose zu kümmern. Manche sehen das ganz anders, wie Leo berichtet. So bitterkalt wie es dieses Jahr ist, muss es sehr schwer sein, zu überleben ohne Dach über dem Kopf. Wenn ich im öffentlichen Nahverkehr unterwegs bin, sehe ich irgendwie immer mehr Menschen in dicken Schichten abgetragener Kleidung. Ich hoffe, man lässt bei diese Kälte auch nachts die U-Bahnhöfe offen. Außerdem hab ich gerade beim Rumsuchen nach Initiativen für Obdachlose herausgefunden,warum man nur Adelholzener Sprudel trinken sollte. Der ist ja hier sehr verbreitet in Norddeutschland haben wir den nicht – aber jetzt ist die Wasserwahl ja ganz einfach.

Tja – einen Gänsebraten gibt´s dieses Jahr wieder nicht – eine halal geschlachtete Gans zu bekommen ist eben nicht so einfach. Immerhin gibt´s Putensalami von Wiesenhof, das ist doch auch was. Rotkohl und Klöße geht ja auch mit Hähnchen. Ist ungefähr so wie Methadon statt Heroin, spricht die Drogenberaterin in mir. Nachdem ich mich schon über türkischen Rinderbraten ausgelassen habe und jetzt schon wieder Fleisch erwähne, sollte ich vielleicht wirklich wieder ein Stück essen – bin ja nicht für reichlich Fleischkonsum und lasse das lieber meinem Mann.

Ich gebe zu, im Moment sind meine Beiträge hier etwas assoziativ gelockert- da ich an keiner Psychose leide ist das wohl nur ein Spätschaden aus der jahrelangen psychiatrischen Arbeit.

Original:

meryemdeutschemuslima.wordpress.com/2010/12/24/weihnachtliche-terrornachrichten/

02:28 25.12.2010
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Geschrieben von

Mariam

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