Schuldenberge wachsen ins Unermessliche

Geldpolitik Der Schuldenberg in den US-amerikanischen Haushalten wird immer größer und steht auf einem Rekordhoch.
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Noch nie zuvor hatten die Amerikaner so hohe Schulden wie in dieser Zeit. Den Schätzungen nach belief sich der Schuldenberg per Ende 2020 auf 115.000 Dollar pro Haushalt. Davon häuft sich der Gesamtbetrag alleine von Mietschulden auf etwa 70 Milliarden Dollar. Grund dafür ist die Tatsache, dass Millionen von Haushalten ihre Mietzinse nicht oder höchstens nur teilweise entrichtet haben. Das größte finanzielle Problem stellen die Eigenheimkredite dar.
Für viele Amerikaner ist der Besitz eines Eigenheims der wichtigste Bestandteil ihrer Altersvorsorge. Jedoch können viele der Hausbesitzer gerade jetzt während der Pandemie ihre Kreditraten, die sich bei den meisten im monatlichen Ratenbetrag um 6000.- Dollar belaufen, nicht mehr abstottern und ihnen droht der Verkauf ihrer Immobilie.

Zu diesen immensen Raten gesellen sich seit der durch Präsident Obama lancierten Gesundheitsreform Schulden im Gesundheitsbereich. Zwar ist die Bevölkerung durch diese Reform besser versichert, doch bewegen sich nun die Selbstbeteiligungskosten im Krankheitsfall im fünfstelligen Bereich. Dazu kommen die monatlichen Prämien von 1500 Dollar, die eine Familie im Minimum berappen muss. Die Folge daraus ist, dass die ohnehin schon finanziell Schwachen ihre Arztrechnungen nicht mehr bezahlen können. Besonders dramatisch wird es, wenn unter den zahlungsschwachen Patienten mit schwerwiegenden Krankheiten sind, die aus Kostengründen ihre Behandlung nicht mehr fortführen können.

Um das finanzielle Fiasko abzuwenden oder wenigstens abzuschwächen entscheiden sich immer mehr Bürger, einen Teil ihrer Habseligkeiten zu verpfänden. Somit stapeln sich in den Pfandhäusern Waren, die meistens nicht mehr ausgelöst werden können und durch den Pfandleiher verkauft werden. Andere machen Gebrauch von ihren Kreditkarten und belasten diese über ihre Vermögensverhältnisse hinaus. Eine Tilgung der offenen Beträge ist oft nicht möglich, was zu einem nicht endenden Teufelskreis wird. Ein Bankdarlehen bringt häufig nur eine vorübergehende Besserung, da die Schuldner nicht mehr in der Lage sind, die Bankzinsen fristgerecht zu begleichen. Aber nicht nur Familien sind von der Geldnot betroffen. Auch Studenten und Senioren kämpfen täglich gegen ihren finanziellen Notstand an, ohne eine Lösung zu finden.

Da ist es für die meisten Amerikaner nur ein kleiner Trost, dass sogar der noch amtierende Präsident Donald Trump Schulden im Bereich von 400 Millionen Dollar zu verzeichnen hat. Doch nicht nur der US-Staatsbürger hat mit seinem Schuldenberg zu kämpfen. Auch der Staat selbst ist hochverschuldet. Das Defizit beläuft sich auf 21 Billionen Dollar. Dies sind 102 % der jährlichen Wirtschaftsleistung. Ein derartiges finanzielles Manko hat es zuletzt im Zweiten Weltkrieg gegeben. Es bleibt nur zu hoffen, dass nach der weltweiten Pandemie die Wirtschaft schnell wieder anzieht und die Erwerbstätigkeit wieder finanzielle Stabilität bringen kann. Eine Stagnation und Senkung der Arbeitslosenquote in den USA ist dringend notwendig, damit nicht noch mehr Bürger in den Schulden- und Armutssog fallen.

23:02 17.01.2021
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Geschrieben von

Marie-Sophie Stehler

Echtes "Heide-KInd" aus der Lüneburger Heide. Bin im letzten Jahr meines BWL Studiums und bin schon seit der Oberstufe Mitglied in Debattierclubs.
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