Kommentare von Marie Mohrmann

Marie Mohrmann 13.01.2017 | 11:23

Bei Therapien geht es nicht grundsätzlich darum, Menschen in eine Form zu pressen, in die sich nicht passen. Psychotherapie bedeutet nicht Umerziehung oder "Gehirnwäsche" - im Gegenteil. Oftmals ist stärkere Selbstwahrnehmung und Selbstbehauptung gegenüber der (sozialen) Umwelt ein wichtiges Ziel von Therapien. Das "Defizit" kann also durchaus außerhalb des Individuums liegen. Der "Defizit" des Individuums besteht oftmals in der zu schwachen Abgrenzung.

Soziologen sind selbstverständlich die Spezialisten für die Analyse gesellschaftlicher Zusammenhänge, auf einer individuellen Ebene des Leidens nutzen Psychologen jedoch mehr.

Um bei Molly Brodak zu bleiben: Sie wurde nie gesellschaftlich ausgegrenzt. Sie wurde von ihren Eltern vernachlässigt, weil diese hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt waren.

1 2