Zielscheibe Lehrer

GEWALT IM KLASSENZIMMER Die Hemmschwelle sinkt
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Sigrun Leuteritz verblutete in den Armen einer Kollegin im Flur der Schule, wohin sie sich geschleppt hatte, nachdem ihr Schüler sie mit Messerstichen schwer verletzt hatte. Das war in Meißen, am 9. November vergangenen Jahres. Der Schüler war maskiert und mit zwei großen Küchenmessern bewaffnet zu Beginn der Geschichtsstunde in den Klassenraum gestürzt und hatte der Lehrerin 22 Stiche beigebracht. Er hatte es angekündigt, niemand hat es "ernst genommen". Die vierundvierzigjährige Lehrerin galt als streng, aber ob ihre Strenge den üblichen Rahmen sprengte, war den Aussagen von Schülern und Kollegen nach der Tat nicht wirklich zu entnehmen. Schlimm sei sie nicht gewesen. Nicht sehr beliebt, aber nicht extrem unbeliebt. Man schien sich in der