Die Idee der Grenze

IMPOSANTE ALLEGORIEN In seinem Amerika-Roman "Mason und Dixon"erzählt Thomas Pynchon die Geschichte einer Grenze, die die Welt berechenbar machen sollte und mithalf, sie zu zerstören
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Ein schlechter oder auch nur mittelprächtiger Roman war nicht zu erwarten. Vermutlich würde sogar niemand den Roman mittelprächtig nennen, wenn er es wäre. Wie keinen zweiten umgibt Thomas Pynchon eine Aura des unverfälscht Literarischen, die dem Betrachter als Rückfall in die Zeit der klassischen Moderne erscheinen muss, als Autor und Werk noch danach trachteten, sich für ihre hohen literarischen Standards eine eigens geschulte Lesergemeinde heranzubilden. Die Meinung, ein Autor sei nicht einfach zu konsumieren, einstmals unentbehrliches Gütesiegel, wiegt heute oft genauso schwer wie der Bannspruch des guten alten Zensors.

In seinem vorletzten Buch Vineland hatte sich Pynchon einsichtig gezeigt, denn der Roman über den alternden Hippie Zoyd Whee