Ich fühle mich wohler, wenn ich eingeschlossen bin

PHANTASIE UND GESELLSCHAFT Virginia Woolf in einer Biographie und in ihren Tagebüchern von 1925-1930
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Lange Jahre lag die biographische Definitionsmacht fest in familiären Händen. Die "Bloomsbury"-Gruppe um die Familien Woolf und Bell hatte geschickt autorisierte Porträts der Protagonisten verbreitet, und besonders im Falle von Virginia Woolf schienen alle Häretiker an der Umsicht des Clans zu scheitern. Leonard Woolf verwaltete nicht nur den Nachlass, sondern präsentierte in seiner mehrbändigen Autobiographie, die bald nur noch in einer Kompilation der seine Frau betreffenden Stellen kursierte, das offizielle Bild der bedeutenden Romanautorin. Als Virginia Woolfs Neffe Quentin Bell die lange Zeit maßgebliche Lebensbeschreibung veröffentlichte, schienen die Gespenster des Viktorianismus die Rebellen der Moderne vertrieben zu haben. Virginia Stephen h