Marius Mühlfenzel

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RE: Streicheln und abschieben | 26.07.2015 | 19:06

Selbstverständlich war es richtig, dass Frau Merkel Reem reinen Wein eingeschenkt hat. Selbstverständlich konnte/kann die Bundeskanzlerin diesem Mädchen auch nicht weiterhelfen;hierfür ist sie nach Gesetzeslage nicht zuständig. Insofern war die Streicheleinheit für Reem auch nichts anderes als ein Akt mitmenschlicher Hilflosigkeit. Das aber ist nicht das Problem.

Denn entlarvend ist der von Ihnen ausdrücklich auch zitierte Ausspruch der Kanzlerin, das Mädchen müsse doch nicht weinen, das habe sie doch prima gemacht, den auch der Moderator der Veranstaltung sofort zutreffend eingeordnet hat.

Anegla Merkel reagiert hier wie der Polit-Profi, der sie auch ist. ie begreift in diesem Augenblick nicht das persönliche Leid dieses Mädchens, sondern empfindet sie als eine Art "Flüchtlingssprecherin", die Reem nicht ist und nicht sein will.

Das ist in der Tat Polit-Sprech und empathielos. Wer als Verantwortlicher für eine Flüchtlingspolitik so reagiert, den interessiert das persönliche Schicksal und Leid der Betroffenen einfach nicht. Das macht der Satz der Kanzlerin deutlich . Und wen dies nicht interessiert, der sollte auch einsehen, dass seine Zeit als Führungsverantwortliche für ein Land vorüber ist.

Denn Politik hat sich an den Menschen zu orientieren. Nicht etwa die Menschen an der Politik.