Der prophetische Atem des Dominique de Villepin

Im Bannstrahl der USA Mit gaullistischem Elan schwingt sich Frankreich zum Anwalt seiner selbst und des internationalen Rechts auf
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Alles nur eine Frage der Hormone. Oder einer Serie fataler Fehlurteile. Nach der "Arroganz der französischen Diplomatie" in den Monaten der Irak-Krise, so heißt es heute im außenpolitischen Ausschuss der Pariser Nationalversammlung, betteln Staatschef Jacques Chirac und sein ungestümer Außenminister bei den Amerikanern um Vergebung. "Sie reißen alle Mauern nieder", glaubt Francois Loncle fest, Sprecher der Sozialisten im Ausschuss, allen voran Dominique de Villepin, der Minister mit der silbernen Haarwelle. Nach der umstandslosen Aufhebung der Irak-Sanktionen im UN-Sicherheitsrat und der Absolution für die US-Besatzung im vergangenen Mai stimmte Paris im Juni scheinbar fügsam einer Verlängerung der Straffreiheit für US-Soldaten bei Auslands