Was macht diese Erfahrung mit dem Freitag?

Die letzten Ossis Gedanken zur Debatte
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Zwei ostdeutsche Redakteure - Maxi Leinkauf und Lutz Herden - hat der Freitag noch. Wie konnte das nur geschehen? Wo sind Daniela Dahn, Friedrich Schorlemmer, Christoph Hein, Jana Hensel usw. geblieben? Aus der einstigen „Ost-West-Wochenzeitung“ wurde „Das Meinungsmedium“, das sich ohne ostdeutsche Stimmen neu erfand. Der Freitag passte sich damit einem überaus dominanten gesellschaftlichen Diskurs an, der ohne die ostdeutschen Perspektiven auskommen will/wollte. Seit längerem brodelt es und auch der Freitag sieht sich natürlich im Zugzwang. Die aktuelle Ausgabe reagiert mit dem Schwerpunkt „Osten für Wessis“ nahezu selbstironisch. Auch ist der Container aufgebaut, in dem man die letzten beiden Ossiredakteure beim Leiden beobachten kann. Als langsam entschwindende Freitag-Leserin wäre ich für eine Redaktion dankbar, die wieder gleichberechtigter aus mehreren Perspektiven schreibt und damit die unterschiedlichen Lebens- und Erfahrungswelten seiner Leser anerkennt. Für eine solche Wende sind Stimmen wie die der letzten Ostdeutschen am Hegelplatz 1 recht wichtig: Die geschichtliche Befreiung der Individualität vollzieht sich als langer Kampf um Anerkennung, so jedenfalls Hegel.

15:16 29.09.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
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