Costa-Gavras´ „Z“

Filmklassiker neu gesehen Eine Regie-Legende war in Frankfurt. Der Meister des Polit-Thrillers Costa-Gavras war am Freitag, den 13. im Frankfurter Filmmuseum und präsentierte seinen Klassiker „Z“.
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Eine linke Oppositionspartei veranstaltet Wahlkampfauftritte. Regierung und Polizei sabotieren die Aktivitäten. Dazu werden auch gewalttätige Provokateure gegen Bezahlung eingesetzt. Bei einem Angriff wird der Spitzenkandidat mit einem Knüppel aus einem fahrenden Transporter niedergeschlagen. An den schweren Kopf- und Gehirnverletzungen stirbt er im Krankenhaus.
Weitere Politakteure und Zeugen*innen werden überfallen und bedroht. Ein mutiger Richter und ein Journalist versuchen, das Komplott aufzudecken.
Zum Schluss werden hochrangige Politiker und Polizeiführer angeklagt. Die*der Zuschauer*in trimphiert fast und freut sich über Gerechtigkeit. Aber sieben Zeugen*innen, die bereit sind, auszusagen, sterben vor dem Prozess unter mysteriösen Umständen bei Autounfällen, Arbeitsunfällen oder begehen Selbstmord. Der Richter wird abgesetzt und der Journalist kommt ins Gefängnis.

Das Land, in dem das passiert, bleibt ungenannt. Vorlage sind natürlich die Unruhen in Costa-Gavras´ Geburtsland Griechenland, deren Resultate eine Militärdiktatur wurden. So heißt es auch in der Einleitung sinngemäß „Ähnlichkeiten zu wahren Personen und Ereignissen sind nicht zufällig sondern beabsichtigt.“

Der Buchstabe „Z“ steht im Altgriechischen für die Nachricht „Ich lebe noch“. Regiemeister Costra-Gavras macht in seiner Einleitung auf die ganz andere Bedeutung des Symbols „Z“ im aktuellen Russland-Ukraine-Krieg aufmerksam.

Nach über 50 Jahren erzeugt dieser Politthriller immer noch eine unglaubliche Wucht und überzeugt durch seine erzählerische, schauspielerische und visuelle Kraft. Leider ist der Film immer noch aktuell und könnte so mit modernerer Informations- und Kommunikationstechnik auch in Hong Kong, Russland oder der Türkei spielen.
Dreharbeiten in Griechenland waren zu dieser Zeit undenkbar und so wurde in Algerien gedreht.

Gezeigt wurde eine digitale Version einer restaurierten Version in französischer Originalfassung mit englischen Untertiteln. Eine abspielbare Filmversion gibt es wohl nicht mehr. Der sehr dialogreiche Film ist so auch für erfahrene Kino- und Festivalgänger*innen eine Herausforderung.
Zu diesem Meisterwerk im Frankfurter Filmmuseum bekam ich nicht nur eine Karte sondern sogar ein Autogramm des Meisterregisseurs. Vielen Dank.

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„Z“
Deutscher Zusattitel: „Anatomie eines politischen Mordes“
Frankreich, Algerien 1969
Mit Yves Montand, Irene Papas, Jean Louis Trintignant, Jacques Perrin, Charles Denner, Magali Noel, Marcel Bozzuffi, Renato Salvatori, Julien Guiomar

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Geschrieben von

Martin Betzwieser

Personifizierter Ärger über Meinungsmanipulation, Kino- und Kabarattliebhaber
Martin Betzwieser

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