Auf den Spuren von Wilfrid Israel in Berlin

Stadtspaziergang 29.11. 14:00 Alexanderplatz-Weltzeituhr Wilfrid Israel war der letzte Direktor des Berliner Kaufhauses N.Israel im Nikolaiviertel. Es stand gegenüber vom Roten Rathaus.
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Albert Einstein bezeichnete ihn als „menschliches Kunst-werk“. Seine eigene Homosexualität musste Wilfrid Israel wegen seiner konservativen Umgebung verschweigen.

Wilfrid Israel trat für einen genossenschaftlichen Sozialis-mus im Sinne Martin Bubers ein und verwirklichte dies im Kaufhaus Nathan Israel. Unter seiner Leitung wurde dieses Kaufhaus in der Nazizeit zu einem Symbol der Selbstbe-hauptung der deutschen Juden.

„In Geheimmissionen zwischen London, Berlin und Lissabon knüpfte er die Fäden zur Rettung von 30.000 jüdischen Kindern“ (Naomi Shepherd).

1939 ging er nach London ins Exil und beriet dort die britische Regierung. Er bemühte sich, ein offenes Ohr für die Tatsache des Massenmordes an den europäischen Juden zu finden.

Auch mit den Entwicklungen im Nahen Osten beschäftigte er sich. So arbeitete Wilfrid Israel mit Albert Hourani zusammen, einem berühmten Historiker der arabischen Welt. Wilfrid Israel setzte sich für eine jüdische Renaissance in Palästina und für einen Dialog mit den Arabern Palästinas ein. Sein Leben lang kämpfte er gegen einen „gefährlichen Pessimismus“, der zum Nichtstun verurteilt, wo Handeln notwendig ist.

Sonntag, 29.11.2015

Treffpunkt:

Alexanderplatz, Weltzeituhr

14:00 – 16:00 Uhr

Preis: 7,- €

Unabhängig von diesen Stadtspaziergängen ist im MitteMuseum (Pankstraße 47, 13357 Berlin) vom 4.10.2015 bis zum 31.03.2016 eine Ausstellung der Künstlerin DESSA zu sehen:

Kaufhaus Nathan Israel 1815 – 1939. Eine Künstlerin erforscht Geschichte

http://mittemuseum.de/deutsch/ausstellung/sonderausstellung/dessa---kaufhaus-n-israel/dessa---kaufhaus-n-israel.html

15:18 25.11.2015
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Geschrieben von

Martin Forberg

Dozent, Publizist, Brillenträger, Motto: "Insanları sevmek - die Menschen lieben" - aber nicht alle im gleichen Maß.
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