Hillers Nibelungen

NPD-JUGENDLICHE Eine Fahrt von Eisenach nach Passau - zum "Zweiten Tag des Nationalen Widerstandes"
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Der Kampf gegen das System beginnt mit einer Viertelstunde Verspätung. Die Kameraden aus Mühlhausen haben den geheimen Treffpunkt nicht gleich gefunden. Zu versteckt liegt der Parkplatz hinter dem Marktkauf im Eisenacher Gewerbegebiet, und die Neonröhren der Straßenlampen sind ausgeschaltet. "Kameraden, ihr seid zu spät", sagt der Führer, und seine Stimme ist schneidig. Die Jungen klettern aus dem Auto, scharfer Scheitel folgt auf Glatze. Weil es verboten ist, mit "Heil Hitler" zu grüßen, stoßen sie die Losung nur undeutlich zwischen den Zähnen hervor. "Heil Hiller", zischt es. "Heil Hiller."

Der Führer ist in dieser Nacht der kleinste Junge auf dem Platz. Patrick Wieschke, 19, Schädel kahlrasiert bis auf ein Büschel Deckhaar,