Kommentare von Martin Schlak

Martin Schlak 19.09.2014 | 13:31

Wie im Text angedeutet, versprechen sich die Autohersteller von der Automatisierung typisch menschliche Fehler- und Unfallquellen zu vermeiden (etwa übermüdete oder alkoholisierte Fahrer). Auch sollen vernetzte Autos dafür sorgen, dass der Verkehr flüssiger fließt. Sind Autos mit einer gemeinsamen Gruppengeschwindigkeit unterwegs, sinkt etwa die Staugefahr im dichten Verkehr.

Es stecken natürlich starke Interessen der Autoindustrie dahinter. Näheres z.B. hier.

Martin Schlak 19.03.2014 | 22:43

Danke für die bereichernden Argumente.

Vor allem der Punkt, dass Unternehmen aus frei verfügbarem Wissen Profite generieren können, hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich würde den freien Wissenstransfer aber trotzdem gutheißen. Im Zweifel muss die Universität bei anwendungsbezogener Forschung eben dafür sorgen, dass sie Entdeckungen und Neuentwicklungen selbst rechtzeitig patentiert (was ja teilweise bereits passiert) und so über die weitere Verwendung bestimmen kann.

Martin Schlak 21.02.2014 | 13:38

Hallo Lethe, wenn Ihnen "Angst machen" zu stark ist, können wir uns ja vielleicht auf "verunsichern" einigen. Auf jeden Fall hat die große Vielfalt, zwischen der man wählen kann, etwas Gutes, weil sie den (wie auch immer) Verunsicherten/Gestressten zwingt, sich mit der eigenen Geschlechter-Identität zu beschäftigen.

Übrigens ist die Auswahl in der englischen Version von Facebook genau mit so einem Klappmenü realisiert worden, das erscheint, wenn man "custum" anklickt. Deshalb dürfte man/frau sich eher weniger genervt fühlen.

Martin Schlak 29.01.2014 | 13:19

Hallo Felix,

was für ein Gesetz schwebt dir da vor? "Liegt in zeitlicher Nähe der Abstimmung eine Kommunal-, Landtags-, Bundestags- oder Europawahl, so hat die Volksabstimmung am selben Tag stattzufinden" - in etwa so? Stelle ich mir schwierig vor. Abgesehen davon ließe sich damit auch keine Gerechtigkeit herstellen, denn nicht immer liegt eine solche Wahl in der Nähe. Und außerdem würden die Politiker auch weiterhin eine Möglichkeit finden, das Verfahren so weit hinauszuzögern, dass der Abstand zu einer Wahl wieder zu groß ist ...

Ist das Thema für viele Menschen hinreichend relevant (oder wird es ihnen entsprechend vermittelt), sollte man zu jedem Termin das nötige Quorum aufbringen können. Oder noch besser, da stimme ich dir zu, wäre es, die Hürde abzuschaffen. Damit erübrigt sich dann ja auch die Termindiskussion.

Schöne Grüße!

Martin Schlak 04.01.2014 | 16:12

Lieber Herr Jäger,

"'[I]dentisch' kann eine Farbe mit einer elektromagnetischen Schwingung aber doch wohl nicht sein."

Das war ungenau formuliert. Ich bezog mich dabei ebenfalls auf das Interview in der aktuellen Ausgabe mit dem Philosophen Alex Byrne, der ja die Farbe als identisch mit der spektralen Oberflächenreflexion ansieht, was wiederum heißt, dass die Welt farbig ist, auch wenn niemand diese Farben wahrnehmen könnte (wie, so das Analogon, es sich ja auch mit den Formen verhalte). Kann man die These, dass "der Mensch zu den Existenzbedingungen der Farben" gehöre, dann ohne Weiteres halten? Herzliche Grüße!

Martin Schlak 04.01.2014 | 15:53

"Sie selbst, Herr Schlak, konstatieren "Dass Rot für Gefahr steht, weiß ja nun wirklich jeder" , verallgemeinern hier entgegen der vorher behaupteten Beliebigkeit der Farbwirkung."

Bitte mal kurz im Wörterbuch der stilistischen Mittel unter "Ironie" nachlesen!

Wie übrigens auch der ganze Text eine etwas polemische Auseinandersetzung mit der "Freitag"-Farbausgabe war. Zumindest das scheint ja erfolgreich gewesen zu sein...

Martin Schlak 02.01.2014 | 23:55

Lieber Sch123, Sie mögen ja Recht haben, dass ich den Einfluss, den gewisse Farben wie Rot anscheinend in gleicher Weise auf die Psyche aller Menschen haben, unterschätzt habe. Immerhin stimmen wir darin überein, dass Farben in vielen Bereichen (Mode...) sinnlos mit Bedeutung aufgeladen werden ;)

Was ich mit der Betonung auf die Physik der Wahrnehmung nur meine, ist Folgendes: Nehmen wir an, die Welt um uns herum sei farbig (was an sich ja schon anzweifelbar ist), so hat das Sofa vor mir nun beispielsweise die Farbe Rot (also die Eigenschaft, rot zu sein), aber es hat doch qua seiner Farbe nicht die Unter-Eigenschaft, zornig zu sein. Der Zorn kommt also erst in unserer Psyche dazu, und dann würde ich eben nicht mehr von Eigenschaft, sondern von Assoziation sprechen. Vielleicht sehen Sie das als nutzloses Spiel mit Wörtern an. Aber dadurch wird die "Farbassoziation" eben etwas prinzipiell Beeinflussbares oder Manipulierbares, und nicht etwas schon immer Dagewesenes, Unveränderliches - so sehe ich es zumindest.

Es mag ja sein, dass wir uns in einem roten Raum wärmer fühlen (siehe weiter oben verlinkten Artikel), aber tun wir das auch ohne Erfahrung von heißen, roten Herdplatten und Feuer etc.? (Zugegeben, das ist jetzt sehr hypothetisch...)

PS: Das mit dem Physiker müssen Sie mir erklären. Für mich ist eine Farbe mit einer elektromagnetischen Schwingung einer bestimmten Wellenlänge identisch. Welche Eigenschaft hat sie für einen Physiker zusätzlich? Sogar Röntgenstrahlung ist ja strukturell das gleiche wie sichtbares Licht, nämlich elektromagnetische Strahlung (nur hochenergetischer).

Martin Schlak 29.12.2013 | 21:53

Nein, ich möchte der klinischen Psychologie nicht ihre Wissenschaftlichkeit absprechen. Ich wollte nur (und da sind wir wohl auf einer Linie) davor warnen, aus den Ergebnissen der psychologischen Wissenschaft vereinfachte Kochrezepte zu destillieren und das dann als - ich benutze Ihren Begriff - Küchenpsychologie zu verkaufen.

Dass die Farbwahrnehmung ein evolutionärer Vorteil für uns ist - kein Widerspruch.

Und noch ein Lesetipp.

Martin Schlak 22.11.2013 | 14:49

Ich sage ja nicht, dass ich diese mediale Genese nationaler Helden, die dann in so Schlagzeilen gipfelt wie "Wir sind Weltmeister", gut heiße. Ich spreche ja nur von einem Ist-Zustand, nicht von einem Soll-Zustand. Sie haben Recht, zwar sind wir nicht mehr auf die "zentralisierte Medienhegemonie", wie Sie es nennen, angewiesen, dennoch glaube ich, dass man ihre Bedeutung bei der Helden-(V)erklärung nicht gering schätzen sollte (zumindest gilt das für den Großteil der Bevölkerung weiterhin). Warten Sie doch erst einmal ab, bis ihr "Kind" erwachsen geworden ist. Welche internationale sportliche Medienstar hat es denn in Deutschland abseits der klassischen Medienkanäle zu einem solche Heldenstatus geschafft?

Meiner Meinung postuliere ich mit dem zitierten Satz auch nicht die "Undurchlässigkeit kultureller Grenzen" per se. Es geht mir nur um den Fall der Helden-Werdung des sportlichen Wettkampfes. Als Fußball oder auch Schach auf deutsches respektive europäisches Terrain kamen, hatten sie sicherlich noch nicht Kultstatus inne, oder irre ich da?

Martin Schlak 18.09.2013 | 23:49

Lieber Freigang,

wenn Sie aus der Kolumne herausgelesen haben, ich würde den Streit in Russland als Argument nehmen um die Philosophie Kants zu widerlegen, haben Sie mich falsch verstanden. Das wäre natürlich absurd - würde außerdem ja heißen, eine normative These (Kant'sche Ethik) mit einem tatsächlich passierten Einzelfall (rein deskriptiv) entkräften zu wollen. Nun bewegen sich aber normative und deskriptive Argumente in zwei unterschiedlichen Sphären und lassen sich nicht auseinander ableiten.

Die kleine Einlassung, die Kant vorwirft, die Vernunft auf den Thron gesetzt zu haben, und die Rolle der Emotionen verkannt zu haben, sollte nicht Kants Moralphilosophie widerlegen. Sie sollte zeigen, dass es aus Kants Perspektive leicht fällt, das Handeln der beiden Streitparteien moralisch zu verurteilen (weil gegen die Vernunft). Tatsächlich stellt sich die Lage m.E. nach aber komplexer dar - denn wer handelt schon immer vernünftig, "allein dem guten Willen folgend", und kann jegliche Neigungen ausblenden?

Noch eine Anmerkung: Kants Philosophie des Sollens will nicht in erster Linie klären, "wie 'es' sein soll" (das wäre in meinem Verständnis eine teleologische Fragestellung, d.h. auf ein Ziel hingerichtet), sondern stellt die Frage "Was soll ich tun?". Das sind zwei unterschiedliche Dinge. (Im Gegensatz zu Ihrer Vermutung habe ich tatsächlich drei Jahre Philosophie studiert. Deshalb bin ich kein Kant-Experte, aber ein bisschen ist hängengeblieben).

Beste Grüße!

Martin Schlak 18.09.2013 | 16:48

Sie meinen mit Selbstkostenpreis, was mit Erzeugung, Transport, Vertreib ausgezeichnet ist? Das wären dann ja Mehrkosten, die auf den Staat zukämen. Andererseits fehlen aber ja die Steuereinnahmen (MwSt, Stromsteuer) fehlen dann ja trotzdem, und die EEG-Umlage (die vertraglich den Erzeugern regenerativer Energien zugesichert ist) ebenfalls. Würde dann meiner Meinung nach ungefähr die Zahl ergeben, die ich oben gepostet hatte. Ich lege aber auch nicht für meine Rechnung die Hand ins Feuer...

Martin Schlak 18.09.2013 | 16:18

Um hier nur mal eine kleine Rechung aufzumachen (zum ganz groben Überschlag): Private Haushalte haben im Jahr 2011 139,7 Terrawattstunden Strom verbraucht. Bei einem Preis von 25 Cent pro Kilowattstunde macht das also einen Gesamtstrompreis von 34 Milliarden Euro, den private Haushalte aufgebracht haben. Da im Fall eines Stromkontingents die Stromsteuer-Einnahme und Mehrwertsteuer wegfielen, die EEG-Umlage vom Staat getragen werden müsste, wäre das über den Daumen gepeilt der Wert, den das Ganze kosten würde. Würde man das Freikontingent auf z.B. 80 Prozent des Durchschnittsbedarfs beschränken, müssten zirka 27 Milliarden Euro gegenfinanziert werden. Das wären fast acht Prozent der Einnahmen des Bundes im Jahr 2012 (311 Milliarden Euro).

Martin Schlak 18.09.2013 | 14:56

Naja, die Freimenge müsste schon etwas unter dem durchschnittlichen Verbrauch liegen, um Anreize zum Stromsparen zu geben. Abgesehen davon stellt sich bei Ihrem Vorschlag natürlich direkt die Frage nach der Finanzierbarkeit. Welche Zahlen haben Sie dafür parat? Es würde ja nicht nur die Stromsteuer zum großen Teil als Einnahmequelle wegfallen, sondern es müsste eine enormer Teil des Budgets zusätzlich ausgegeben werden. Außerdem stellen sich dann natürlich sofort Folgefragen: Wenn Strom bis zu einem Sockelbetrag "frei" ist, warum dann nicht Telefon und Internet? Wo soll das ganze Geld herkommen?

Martin Schlak 18.09.2013 | 12:29

Lieber Georg von Grote,

Sie liegen mit Ihrem Vorschlag auf einer Linie mit dem Wahlprogramm der Linken, die quasi genau das fordern. Sicherlich ist es möglich, dieses Freikontingent immer so gering zu halten, dass das Ganze quasi kostenneutral zu haben wäre. Bloß sollte man eines mitbedenken: Moderne, energiesparende Elektrogeräte wie Kühlschrank, Waschmaschine etc. sind in der Neuanschaffung für ärmere Familien oft unerschwinglich. Sie könnten also unverschuldet für ihren "exzessiven Stromverbrauch" bestraft werden, wenn die Kilowattstunde jenseits des Freikontingents sehr teuer wird.

Beste Grüße

Martin Schlak 11.09.2013 | 16:52

Natürlich steht auf der Ifa die Technologie im Mittelpunkt. Dennoch bietet sie auch TV-Sendern oder Verlagen auf ihren Ständen die Möglichkeit, zu präsentieren, wie die Technologie zur Anwendung kommt.

Zudem ist es doch so: Fußball und Ballett sind zwei unterschiedliche Dinge. Fernsehen ohne Inhalte ist aber nicht möglich.

Es ist deshalb schon bemerkenswert, wie wenig sich die Branche, die die Inhalte liefert, damit beschäftigt, wohin die Entwicklungen auf der technischen Seite gehen.

Viele Grüße