Stadt der Wölfe

Rechtsextremismus Der Täter radikalisierte sich vermutlich im Netz, aber in Halle geben sich seit Jahren geistige Brandstifter die Klinke in die Hand
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Wer wie ein Wolf heulen will, will auch, dass gebissen wird
Wer wie ein Wolf heulen will, will auch, dass gebissen wird

Foto: Ina Fassbender/AFP/Getty Images

Zäune, Mauern, Polizisten, die Wache stehen vor Synagogen, Kindergärten oder Schulen. Dieses Alltagsbild der Bundesrepublik führt einem Tag für Tag die Gefahr des Antisemitismus vor Augen. Die traurige Gewissheit, dass ein Anschlag jederzeit und überall möglich ist, galt vor Halle und sie gilt nach Halle. Aber in Halle gab es für die Synagoge keinen Polizeischutz. Ausgerechnet in Halle. Einer Stadt, in der sich das Who is who der Neuen Rechten die Klinke in die Hand drückt, in der man den Apologeten der rechtsextremen Ideologie beim Schaulaufen zusehen kann. In Halle betreibt die Identitäre Bewegung seit 2017 ihr „patriotisches Hausprojekt“, ein Kaderzentrum ganz in der Nähe der Universität. Der zentrale Begriff im politisc