Berufsunfähigkeitsversicherung in der Kritik

Berufsunfähigkeit Überall in der Arbeitswelt werden Arbeitnehmer, Freiberufler oder Selbstständige ungewollt über die Berufsunfähigkeitsversicherung informiert....
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...Auf dem Papier lesen sich die Leistungen sehr gut. Doch in Wahrheit stimmen diese Fakten nicht mit der Realität. Immer wieder gibt es Leistungsminderungen, Ausschlüsse und sogar Gerichtsverfahren, weil der Versicherer im berechtigen Fall nicht zahlen will.

Versicherer in gewinnorientierte Gesellschaften

Als erstes muss sich jeder Verbraucher im klaren sein, dass die Anbieter gewinnorientierte Unternehmen sind. Meist sind sie Aktiengesellschaften. Sie müssen also den Investoren eine Rendite vorlegen. Doch diese kann sinken, wenn der Versicherer einen Schadensfall übernehmen muss. Daher werden bei jedem Antrag entweder Absagen verteilt oder sehr geringe Schadenssummen für die Regulierung vorgeschlagen. Das hat zur Folge, dass der Gewinn steigt, da die meisten Versicherungsnehmer es sich nicht trauen zu prozessieren.

Versicherungssprache- Aus Absicht nicht verständlich

Viele Verträge sind so geschrieben, dass die meisten Interessenten diesen Inhalt nicht verstehen. Das wurde schon oft genug von Stiftung Warentest und Verbraucherschützern gerügt. Andere Versicherer stellen so viele Regeln und Bedingungen auf, dass kein normaler Mensch sich dieses Bedingungswerk je durch liest. Auch hier wird meist einfach unterschrieben. Besonders tückisch sind Verträge, welche auf den ersten Blick verständlich wirken. Selbst geübte Germanisten und Fachanwälte erkennen die Wortfallen nicht. Durch den Wegfall oder Hinzuführung eines bestimmten Wortes, ergeben sich ganz andere Versicherungsbedingungen, wie es eigentlich den Anschein hat.

Viele Tarife

Viele Anbieter wollen den Anschein erwecken, dass sie viele Optionen der Absicherung bestehen. Doch aufgrund der vielen Tarife, verwirren sie eher den Verbraucher. So werden auch Beamte bei der Dienstunfähigkeitsversicherung nicht mehr richtig versichert. Die meisten Anbieter einer BU-Police haben zwar eine Dienstunfähigkeitsklausel enthalten, doch ist diese vom Alter und Haftungsbedingungen begrenzt. Sie wird daher von Experten als falsche Dienstunfähigkeitsversicherung bezeichnet. Doch Versicherer Wissen das und verändern nicht ihre Angebote.

Statistiken der Versicherer

Fast jährlich kann man über die Medien erfahren, welche Summen die Versicherer für Schadensfälle ausgegeben haben. Es wird gerne auch der Versicherungsbetrug erwähnt und welcher finanzielle Schaden der Versicherung entstanden ist. Doch nie wird Verhältnis gesetzt, wie viele Einnahmen und Gewinne tatsächlich erwirtschaftet werden. Wieviel Geld wurde eingespart, durch verweigerte Zahlungen oder Gerichtsverfahren (Klagequote: https://www.bu-vergleichsberichte.de/klagequote/). Denn immer wieder werden Geschädigte mit geringen Summen reguliert. Die Differenz wird dann als Gewinn ausgezeichnet. Das kann nicht im Interesse einer Versicherung und nicht im Interesse des Versicherungsnehmers sein.

Vertriebswege

Das klassische Modell des Versicherungsvertreters ist in der heutigen Zeit kaum noch zeitgemäß. Immer mehr Anbieter, nehmen an Onlineportalen teil. So sparen sie sich die Kosten über den Vertrieb. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Weg sich auf Dauer durchsetzen wird. Denn viele Verbraucher setzten immer noch auf den Vertreter.

09:51 17.10.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

MartinN

Ich schreibe gerne sehr kritisch über Versicherer. Denn die Angebote stimmen nicht mit der Realität überein. Ich decke den Betrug auf.
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