Schleichender Prozess der Zerstörung

Im Kino »Forget Baghdad« geht der absichtsvoll vergessenen Geschichte irakisch-jüdischer Auswanderer in Israel nach
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Der Schweizer Regisseur Samir, 1955 in Bagdad geboren, beginnt seinen neuen Film mit einigen knappen Reflektionen auf den letzten Golfkrieg. Kurz vor einem nächsten militärischen Schlag gegen den Irak wirken seine Bemerkungen natürlich wie ein Kommentar zum Laufenden. Klingt nicht allein schon der Titel dieses Film - Forget Baghdad - wie eine ironische, wenngleich ganz und gar vergebliche Handlungsanweisung an den amerikanischen Präsidenten?

Doch eigentlich hält sich Forget Baghdad von der Gegenwart fern. Es ist ein Ausflug in die Geschichte des Irak; die Oral History einiger älterer Herren, denen der Filmtitel als Stoßseufzer hätte entfahren sein können. Vier Männer treten als Zeitzeugen auf, allesamt arabische Juden (und ehemalige Mitglie