Gift für die Figur.

Diät Ich bin eine gutemutter.
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Ich war dünn. Immer.
In meinem Figurenpotpourrie war an Schlankheit alles vertreten. Auch die jugendliche Pseudomagersuchtphase –
in der man sich entscheidet, zu hungern, es aber niemals zu einer echten Anorexie bringt.
Ich kam nur so weit, dürr wie ein Grashalm, zu behaupten, dass ich gerne und viel esse, nur jetzt in diesem Moment eben nicht. In der Hoffnung, man möge mir möglichst wenig Glauben schenken, um so meine bedenkliche Figur wieder in den Fokus der Sorge gerückt zu wissen.
(Mir war klar – noch ein Gramm und ich klatsche mein Magervorhaben gegen die Wand und ernähre mich wieder normal.)
Heute höre ich: „So eine Schwangerschaft und was der Körper da alles leistet. Überleg mal! Dreißig Kilo zugenommen und zwanzig wieder runter. In der kurzen Zeit.
WAHNSINN!“
Richtig. Wer rechnen kann, findet schnell heraus, dass dreißig minus zwanzig zehn und damit keine negative Kalorienbilanz ergibt.
Und die kurze Zeit wird immer länger.
Nun steh` ich da mit meinen Rundungen. Knapp sechs Monate nach der Geburt.
Ich möchte mich also zu möglichen Diäten in der Stillzeit belesen und stoße dabei auf Ebbe, Wüste, wo sich eine Tür schließt, schließt sich auch eine andere. All in, nichts geht mehr.
Laut Hebammen, Ärzten, Fachärzten, Müttern, Vätern und Heidi Klum ist eine Diät während des Stillens ABSOLUT und vollumfänglich schädlich für das Baby. Angeblich wird die
Muttermilch vergiftet.
O! M! G!
Ich gehe in Heddis Zimmer. Um in ihre Augen zu schauen. Ihr Strahlen soll mir direkt in die Seele brennen, dass ich nichts lieber täte, als mich für sie in Tonnenform den Prenzlauer Berg auf und ab zu rollen.
Doch machen wir uns nichts vor. Nachts sind alle Katzen grau. Und ich kann im Halbdunkel ihr Gesicht kaum von ihrem Hintern unterscheiden.

Tür zu. Ok. Google.

Und ich haue mit dicken Fingern in die Tasten: „abstillen“.

12:39 16.06.2015
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Geschrieben von

Magdalena Villányi

Eene meene möse, warum guckt ihr denn so böse?
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Magdalena Villányi

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