\\\ Bolle´s Zukunft ///

So geht´s weiter ... Rückschau & Ausblick
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Diese Aufnahme (s. Titelfoto) stammt vom 1. November letzten Jahres. Damals hatten wir "Bolle" von der Straße geholt. Boleslav "Bolle" Hauptmann, wie er eigentlich heißt, ist einer von rund 2000 Obdachlosen in Hamburg, die sich keine eigene Wohnung leisten können. Bei der Vergabe der Wohncontainer über die TAS (Diakonie Hamburg) ging er leer aus. Und so hatten wir ihm unseren Container an der Ansgar-Gemeinde angeboten. Dank der Kooperation mit Pastor Tobias Götting konnte "Bolle" 6 Monate lang warm und sicher überwintern. Ein toller Erfolg! Doch wie geht´s weiter?

Winternotprogramm vorbei

Während das reguläre Winternotprogramm der Stadt schon vor Wochen endete stehen unsere Container noch etwas länger - bis 30. April - um genau zu sein. Doch auch für uns läuft die Zeit ab. Warum eigentlich? Und könnten die Container an der Kirche denn nicht auch ganzjährig stehen bleiben?

Begrenzte Baugenehmigung

Eine dauerhafte Baugenehmigung zur Aufstellung von Wohncontainern auf Parkplätzen (da steht unser Container gerade) wird in der Regel nicht erteilt - eben weil ein Parkplatz nicht dem Wohnen, sondern dem Parken gewidmet ist, weshalb die Genehmigung für solche Wohncontainer eben immer auch nur für wenige Monate im Jahr - im dem Fall für den Winter erteilt wird. Wir müssen also runter von der Fläche und klar wäre es eine Lösung, sich einfach eine Fläche zu suchen, die auch ganzjährig nutzbar wäre, aber die ist nicht so leicht zu finden, wie die Erfahrung uns lehrt.

Kein Leistungsanspruch

Wie Bolle geht es dieser Tage vielen Obdachlosen, die nicht das Glück hatten in einem privaten Winternotprogramm - wie dem Unsrigen - unterzukommen. Um hier bleiben und Leistungen beantragen zu können, muss er mindestens 5 Jahre in Deutschland gelebt haben und dies auch nachweisen können. Doch das kann er nicht. Wie denn auch, als Obdachloser hat man keine Adresse.

Zugereiste EU-Bürger

Viele der aus EU-Ländern zugereisten EU-Bürger kommen nach Deutschland mit dem Traum hier arbeiten zu können, fallen dann aber durch und landen auf der Straße. Zurück in die alte Heimat will kaum Jemand, denn dort geht es den Meisten noch schlechter als hier und so halten Viele an der Hoffnung fest, hier in Deutschland doch noch irgendwie Fuß zu fassen. Bolle ist einer dieser gescheiterten Existenzen, mal Selbständig, mal Tagelöhner - was richtig Festes hatte er nie und so versuchen wir wenigstens ein klein wenig die Not zu lindern, in der sich Bolle gerade befindet.

Vorbericht auch hier: --> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/-bolle-freut-sich-/2083610458323525/

Leute müssen raus

Auch die Unterkunft in der Hamburger Friesenstrasse und am Schaarsteinweg schlossen Anfang April ihre Tore und öffnen Selbige erst wieder zum November diesen Jahres. Und das, obwohl es durchaus auch dieser Tage noch sehr kalt ist. Eine Verlängerung des städtischen Winternotprogramms - trotz kalter Tage Anfang des Monats - war nicht gewollt. Alle Nutzer des Programms mussten pünktlich raus und Alternativen gab es kaum.

Seltsames Hin und Her

Interessant auch der Fall einer gewissen Tina R. (64) - die - eigenen Angaben zu Folge - bis November letzten Jahres ein Zimmer in der Hinrichsenstrasse 4a bewohnte. Ein Frauenhaus mit rund 30 Übernachtungsplätzen.

http://www.foerdernundwohnen.de/nc/wohnen/einrichtungen-fuer-wohnungslose-menschen-und-zuwanderer/wohnunterkuenfte/unsere-wohnunterkuenfte/detail/einrichtung/frauenzimmer-uebernachten-und-wohnen-fuer-frauen/alle-einrichtungen-im-ueberblick.html

Tina war dort längere Zeit untergebracht, bis der Winter kam und sie raus musste. "Ab ins Winternotprogramm an die Friesenstrasse" hieß es (erzählt sie mir) - wo sie jeden Morgen - trotz Herzkrankheit raus in die Kälte musste und erst am Abend wieder rein durfte.

Aktuell ist Tina wieder zurück an der Hinrichsenstrasse. Diesen Wechsel muss man erstmal verstehen - warum und wieso sie in dem Zimmer nicht bleiben konnte. Warum sie in das für sie doch viel anstrengendere Programm an die Friesenstrasse wechseln musste, war das wirklich notwendig? Eine entsprechende Anfrage beim Träger läuft bereits. Updates demnächst dann hier: --> www.maxbryan.de

Kaum Folgeunterkünfte für Nutzer des städtischen Winternotprogramms

Im Grunde bleibt nur das FRAUENZIMMER in der Hinrichsenstrasse 4a (speziell für Frauen) und das Haus Jona, sowie PikAs (für Männer) und einige wenige Einrichtungen mehr, die jetzt noch Unterschlupf für wohnungslose Menschen anbieten. Das aber auch nur für kurze Zeit - denn wer keinen Leistungsanspruch besitzt (wie sämtliche zugereiste EU-Bürger zum Beispiel), muss nach wenigen Tagen dort wieder raus. Im Grunde gibt es NICHT EIN EINZIGES WOHNHEIM in Hamburg, dass obdachlose Menschen (ohne Leistungsanspruch) für Dauer würdevoll unterbringt. Leute aus EU-Ländern (wie aktuell auch aus UK) die hier anstranden - aus welchen Gründen auch immer - sind hoffnungslos verloren. Haben keine Chance hier länger als ein paar Tage unterzukommen.

Auch dieser Herr mit Rollator ist arm dran und dennoch musste er jeden Morgen raus vor die Tür (Friesenstrasse 22). Das städtisches Winternotprogramm wirkt vor diesem Hintergrund recht erbarmungslos. Vor Tagen ging es zu Ende. Nun sind Viele dieser armen Menschen auch Nachts wieder draußen.

Nachnutzung unklar

Ich spreche mit Herrn Thiel (4.4.) von der BASFI (Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration) im Speziellen zuständig für "niedrigschwellige Hilfen für Obdachlose, Winternotprogramm" und wollte wissen, wie das Gebäude an der Friesenstrasse 22 die übrigen Monate des Jahres denn genutzt werde und ob es denn leer stünde?

Seine Antwort: Das stünde "noch nicht fest" und werde "erst noch entschieden". Maßgeblich für die Entscheidung OB und WER dort den Sommer über einzieht sei die Anmeldung eines entsprechenden Bedarfs seitens dem "Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF)" - weil das Gebäude vorher auch für Flüchtlinge genutzt wurde und falls die wieder Bedarf hätten, kämen die Flüchtlinge da wieder rein, sofern nicht andere Gruppen oder Träger entsprechenden Bedarf für eine anderweitige Nutzung anmelden, der ggf. dringender wäre als die Flüchtlinge dort unterzubringen.

Dilemma jedes Jahr

Ich verwies dann auf das ewige Dilemma des Umgangs mit zugereisten EU-Bürgern, die aus welchen Gründen auch immer hier anstranden und eine Unterkunft benötigen und ob man nicht mal auch für diese Zielgruppe mehr tun könne und Thiel antwortet: das werde man "dann sehen", wie ernst der Bedarf dann tatsächlich sei und man wolle da erst noch auf die Erhebung gewisser Daten einer viel zitierten Studie warten, wo die Hamburger Obdachlosen ja gezählt werden sollten.

Erst wenn die vorläge - und in Abwägung weiteren Bedarfs auch anderer Zielgruppen, wie die der Flüchtlinge zum Beispiel - werde man am Ende eine Entscheidung treffen OB und VON WEM das Gebäude an der Friesenstrasse 22 den Sommer über dann genutzt wird - so Andreas Thiel von der BASFI am Telefon.

Schutz- und Rückzugsräume fehlen

Dabei sind auch jetzt und nach dem Winter die Obdachlosen der Straße wieder schutzlos ausgeliefert. Erst neulich berichteten Medien über einen Zwischenfall in München, wonach zwei angeblich 25-jährige junge Männer in der Nacht zum Donnerstag ein Obdachlosenlager in Brand gesetzt haben sollen und anschließend flüchteten. Später ruderte der "Merkur" zurück, es sei "nur" ein Campingkocher gewesen, der in die Luft ging und hey, das macht die Geschichte nicht besser! Geht es doch um die menschenwürdige Unterbringung von Obdachlosen, weil dann würde so etwas überhaupt gar nicht erst passieren. Hier das Update vom Merkur: https://www.merkur.de/lokales/muenchen/au-haidhausen-ort43334/au-haidhausen-maenner-zuenden-obdachlosenlager-an-waehrend-bewohner-darin-schlafen-9752644.html

Das Beispiel zeigt, dass obdachlose Menschen dringend auch während der übrigen Monate des Jahres einen Schutz-und Sicherungsraum brauchen. Niemand sollte den Gefahren der Straße so schutzlos ausgeliefert sein, wie dies in den Polizeimeldungen des Landes regelmäßig zu lesen ist. Wir alle leben in einem so reichen Land, da dürfte es sowas wie Obdachlosigkeit überhaupt nicht geben. In Finnnland zum Beispiel bekommt jeder Bürger bedingungslos eine Wohnung gestellt. Das sollte in Deutschland nicht anders sein. www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-03/finnland-soziale-gerechtigkeit-grundwohnen-juha-kaakinen-interview

Hilferuf via Facebook

Indes - und während die Sozialbehörde noch prüft, ob ein erweiterter Bedarf zur Unterbringung von obdachlosen Menschen überhaupt besteht, hagelt es reihenweise Hilferufe überall im Internet. Menschen die dringend eine Bleibe suchen und nichts finden.

Wie Marika M. zu Beispiel. Die 28-jährige Französin wendete sich kürzlich

in englischer Sprache händeringend an unsere Gruppenmitglieder in der Hoffnung, in Hamburg einen Unterschlupf zu finden. Sie sei krank und seit Wochen ohne Bleibe, wisse nicht mehr weiter. Wir hatten ihr notdürftig Anlaufadressen zur Verfügung gestellt, viel mehr kann man nicht tun - die Plätze sind belegt, die Häuser überfüllt - in denen man wenigstens ein paar Tage bleiben kann. https://www.facebook.com/groups/HamburgerObdachlose/permalink/605943803089811/,

Politik gefordert

So fragt man sich schon, wann die Politik denn endlich aufwacht und begreift, dass Obdachlosigkeit nicht nur ein Problem des Winters ist, sondern obdachlose Menschen auch ganzjährig und nach Ablauf des Winters irgendwo untergebracht sein müssen. Im Grunde gibt es nämlich sehr wohl einen Rechtsanspruch darauf. DENN:

Recht einklagbar?

Die Unterbringung obdachloser Menschen ist vom Wesen der Verfassung nicht an irgendeinen Leistungsanspruch gekoppelt. Die Unterbringung erfolgt nach dem "Sicherungs - und Ordnungsgesetz" - weiß auch PikAs-Mitarbeiter zu berichten und schaut man sich dieses Gesetz mal näher an, könnte das durchaus bedeuten, dass jeder hilfesuchende Mensch - gleich welcher Herkunft, perse das Recht auf Unterbringung hat. Und das auch egal, ob er nun einen Leistungsanspruch besitzt oder nicht. Solange die Obdachlosigkeit besteht, sollte JEDER das Recht haben untergebracht zu werden. Im Grunde sollten wir das mal einklagen - im Sinne einer "Notfall-Entscheidung" für Einzelne, mit Präjudiz für ALLE dann.

Betroffene könnten sich einfach mal vor das Hamburger Verwaltungsgericht stellen und bekommen dann - wenn es gut läuft - direkt auch einen Rechtspfleger zur Seite gestellt, der alles weitere mit dem Betroffenen dann formuliert. Die Idee gab es 2016 schon mal. Damals unter dem Titel "7 Leben". Hier mein Bericht dazu: --> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/-sieben-leben-im-namen-der-liebe/1234378123246767/

Anspruch Ja oder Nein?

Der renommierte Hamburger Sozialrechtler Professor Christian Bernzen ist der Meinung, dass die Stadt in jedem Fall verpflichtet sei "zu prüfen, ob jemand einen Anspruch hat oder nicht“. In den Fällen, wo ein EU-Bürger einen "verfestigten Aufenthalt in Deutschland hat", sei die Stadt "verpflichtet ihm so zu helfen, wie es seinem Bedarf entspricht", erklärte der Professor gegenüber dem Straßenmagazin Hinz & Kunzt bereits ebenfalls 2016 - jedes Jahr poppt das Thema erneut auf - und angeblich habe das Bundessozialgericht entschieden, dass dieser "verfestigte Aufenthalt" spätestens nach einem halben Jahr der Fall sei. Quelle hier: http://www.hinzundkunzt.de/winternotprogramm-und-dann/

Das würde bedeuten, dass auch "Bolle" Leistungsanspruch hat. Weil jetzt, wo er 6 Monate bei uns im Container gelebt hat und wir das auch bezeugen können, müsste er auch einen Anspruch generiert haben. Wir werden der Sache separat noch nachgehen und was wir brauchen ist mehr ZEIT, um die Dinge auch regeln zu können. Sagen wir nochmal 6 Monate - den Sommer über Bolle irgendwie unterbringen - solange - bis wir eine dauerhafte Bleibe für ihn gefunden haben.

Bolles Zukunft

Im Grunde stehen jetzt drei Optionen zur Wahl.

Option 1: Bolle zieht um in das nahegelegene Altenheim - die Bolle dort dann 6 Monate für schmales Geld (aus Spenden finanziert) wohnen lassen - bis zum nächsten Winter, wo wir wieder einen Container aufstellen und Bolle dann solange in diesem Modus halten, bis wir eine dauerhafte Lösung für ihn gefunden haben.

Dauerhaft hieße, eine Zeit lang nachweislich helfen, damit er Zeugen für einen Leistungsanspruch hier in Deutschland generiert.

Umzug oder Kirchenkate?

Option 2: Den Container einfach stehen lassen und das Winternotprogramm der Ansgar-Gemeinde in ein ganzjähriges Kirchen-Katen-Programm umwandeln, wäre zumindest theoretisch denkbar. https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchenkate

Ohnehin stellt sich die Frage, warum der Container - oder etwas Vergleichbares - an der Kirche nicht ganzjährig auch aufstellen? Eine Verlängerung würde ein Zeichen auch dahingehend setzen, dass OBDACHLOSIGKEIT nicht nur ein Thema für den Winter und an Weihnachten ist, sondern auch für den Sommer und wir uns nicht dazu durchringen konnten, Bolle - den wir alle lieb gewonnen haben, mit Ablauf des 30.4. wieder auf die Straße zu setzen. Doch allein der gute Willen der Kirche genügt nicht, auch das Bauamt müsste zustimmen, denn ein dauerhaftes Wohnen auf Parkplätzen ist eigentlich nicht erlaubt.

Wer hilft?

Option 3: Irgendwer, der das hier liest, bietet Bolle eine Bleibe für die kommenden 6 Monate an. Und zwar für die Monate Mai bis November diesen Jahres. Jemand der gerne ein Held wäre, weil sie oder er etwas tut, was Andere sonst nur gegen "Bares" tun - wie die Vermietung eines Zimmers zum Beispiel.

Angebot aus Eckenförde

Erst neulich kontaktierte mich ein Herr aus der Nähe von Eckenförde. Er habe einen großen Hof mit möbilierten Zimmern, die er gerne obdachlosen Menschen zur Verfügung stellen würde. Weitere Nachfragen ergaben dann, dass es sich keinesfalls um ein kostenloses Angebot handelt und der Obdachlose unbedingt auch einen " deutschem Pass" haben müsse, weil "wegen dem Papierkram" nachher, von wegen er wolle sich die Miete vom Sozialamt dann zurückholen und Einiges mehr - besonders selbstlos war dieses Angebot nicht gerade.

\\\ Wer will Held sein? ///

Ein Held ist Jemand, der sich SELBSTLOS (d.h. ohne Gegenleistung) für Andere einsetzt - also ein Angebot unterbreitet, das KOSTENFREI funktioniert und ohne Gegenleistung auskommt und die Frage ist, ob es solche Helden in diesem Land noch gibt? Hier oder in Eckenförde?

Es wäre für nur 6 Monate des Sommers - vom 1. Mai bis 1. November - weil kommenden Winter stellen wir unsere Container ja wieder auf - wo auch Bolle wieder einen Platz darin hätte - für die nächsten 6 Monate dann jeweils und auf diesem Wege könnten wir Bolle dann eine Zeit lang über Wasser halten - solange bis sein Leistungsanspruch geklärt ist und er in ein reguläres (staatliches) Programm überwechseln kann - dann wenn das Sozialamt auch die Miete für ihn zahlt - so wie das für andere Menschen auch geschieht, die hier in Deutschland "anstranden"!

Die Herausforderung liegt also darin, Bolle auf diesem Weg bis zum Leistungsanspruch zu begleiten, ihm eine Bleibe zu bieten - für den Sommer über - und wir dann erneut für den Winter. So teilen wir uns da rein. Das ist der Plan! Das ist die Idee.

\\\ "Ein Herz für Bolle" ///

Wer Bolle ein solches Angebot für den Sommer unterbreiten möchte, kann sich gerne bei uns melden. Ein kleines Zimmer irgendwo in Deutschland (bevorzugt im Norden) würde genügen. Wir bringen ihn hin und holen ihn auch wieder ab - dann, wenn der Sommer vorbei ist. Wer macht mit? Wer kann ein kleines Zimmer kostenfrei oder für schmales Geld für 6 Monate zur Verfügung stellen?

Ich mag nicht aufhören daran zu glauben, dass es noch mehr Menschen gibt, die selbstlos etwas für Andere tun. Deshalb appelliere ich einmal mehr an alle Menschen guten Herzens, die im Stande sind zu helfen und bete für jede vergessene Seele dieser Stadt.

\\\ Sommernotprogramm ///

Zeigt mit uns gemeinsam, dass Obdachlosigkeit nicht nur ein Problem des Winters ist. Dass Obdachlose auch die übrigen Monate des Jahres eine Unterkunft benötigen, weil sie sonst schutzlos den Gewalten der Straße ausgeliefert sind.

Seid mit dabei, wenn wir das Leben eines obdachlosen Menschen nachhaltig verändern. Ihm etwas anbieten, was der Staat ihm versagt. Nämlich die ganzjährige Unterbringung im Dienste der Menschenlichkeit und jeder Mensch hat diese Menschlichkeit verdient. Auch ein "Bolle" Hauptmann aus ehemals Schlesien!

\\\ HELFT BOLLE ///

Ich nenne es "Sommernotprogramm". Es gibt ein Winternotprogramm, warum also nicht auch ein "Sommernotprogramm"? Obdachlosigkeit ist doch nicht nur ein Problem von jetzt und von heute. Obdachlosigkeit ist ein ganzjähriges Problem und dem gilt es zu begegnen. Am besten mit Lösungen - mit Menschen, die heldenhaft sich hergeben etwas Neues zu wagen. Die bereit sind, diese Welt nachhaltig zu verändern. Wer macht mit? Wer will HELD sein?

\\\ Wohnungsmelder ///

Die Idee gab es 2011 schon mal. Damals war ich selbst noch auf der Suche mit einem Pappschild entlang meiner Radstrecke, die ich anlässlich der eigenen Wohnungssuche zurücklegte. Das hat am Ende auch geklappt. Eine Frau aus Bad Nauheim (40 km nördlich von Frankfurt /M.) machte mir das Angebot meines Lebens - ein Zimmer erstmal kostenfrei, um wieder Halt zu finden, den Absprung von der Straße zu schaffen - das hat sie mir ermöglicht. Sie ist die wahre Heldin meiner Geschichte! Danke an Karin - auch an dieser Stelle - ich werde nie aufhören, daran zu denken.

--> https://www.facebook.com/notes/max-bryan/h%C3%B6re-niemals-auf-zu-k%C3%A4mpfen-gesamtschau-2010-2017/1580878881930021/

("Höre niemals auf zu kämpfen")

Nun ist es Zeit diese Idee von damals zu reaktivieren. Nicht für mich, aber für Andere. In dem Fall für "Bolle" und für alle Diejenigen, die wie er chancenlos sind. Hier ein Beispiel aus 2016: --> https://www.facebook.com/notes/unterst%C3%BCtzung-f%C3%BCr-heinrich/-wohnungsmelder-angebote-im-%C3%BCberblick/576679705829022/

Damals meldete sich bereits eine Facebook-Freundin, die ein Zimmer kostenfrei zur Verfügung stellen wollte. Damals noch für Heinrich, der kurz darauf starb und das Zimmer nicht mehr brauchte. Vielleicht lässt sich der "Wohnungsmelder" ein weiteres Mal auf diesem Wege erneuern. Es sind die Ideen, die uns Menschen voran bringen und zumindest daran soll´s nicht scheitern. Ideen gibt es genug. Hoffen wir nur auf die Bereitschaft auch all Derer, die im Stande wären zu helfen und Ideen auch zu fördern.

Update und speziell für "Bolle"-->

https://www.facebook.com/groups/HamburgerObdachlose/permalink/608797702804421/

++++ Aufruf ++++

An alle Hauseigentümer,

wer ein Zimmer, eine Wohnung und/oder eine sonstige Bleibe einem obdachlosen Menschen für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stellen möchte, möge sich bitte hier in den Kommentaren unterhalb dieses Postings melden. Angaben bitte mit Zimmergröße und Straßenname (zwecks Google-Check - Umgebung und nahegelegene "Tafel"). Gerne auch außerhalb Hamburgs. --> https://www.facebook.com/groups/HamburgerObdachlose/permalink/608797702804421/

Hinweis: Die Miete sollte für wenigstens 6 Monate weit unter Durchschnitt ODER kostenfrei sein und eine "Tafel" wie vergleichweise hier zum Beispiel: http://www.diakonie-rd-eck.de/soziales-und-schule/tafel-eckernfoerde.html sollte in der Nähe vorhanden sein, um den Obdachlosen auch verpflegen zu können.

Ab Winter würden wir den Obdachlosen dann nach Hamburg zurückholen. Es wäre also erstmal nur für einen Sommer, wenn denn Irgendwer mag?

Wer hat Platz bei sich für den Sommer und wer hat ein "Herz für Bolle"?

Antworten gerne hier im Thread oder in den Kommentaren zu diesem Bericht.

DANKE an Alle, die mithelfen (y) <3

www.hamburger-obdachlose.de

21:32 21.04.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Max Bryan

Blogger & Bürgerreporter | Gesellschaft & Soziales
Max Bryan

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