Wann sind wir endlich unter uns?

Netzgeschichten Facebook kämpft gegen Lecks und installiert Sicherheitstools, die verdächtige Links prüfen sollen. Die werden dann gesperrt. Aber schützen sie auch die privaten Daten?

Ein Wurm hatte sich verbreitet, mit dem Versprechen, angeblich Bilder des erschossenen Osama bin Laden zu zeigen.

Es war ein weiteres Sicherheitsleck für Facebook. Die schlechten Nachrichten scheinen nicht abzureißen: Datenschutzexperten hatten zuvor herausgefunden, dass nicht nur Freunde, auch Werbekunden oder Statistiker jahrelang auf die Profile der Facebook-Kunden des zugreifen konnten, meist über Spiele oder Umfragen. Außerdem sei es möglich gewesen, über die Konten der Nutzer persönliche Nachrichten an eigentlich abgeschirmte Freundeskreise zu versenden. Die Lücke soll nun geschlossen sein. Facebook hat nach langen Ankündigungen auch weitere Anti-Spam-Maßnahmen ergriffen. Nutzer werden nun vor verdächtigen Links, Viren und Trojanern gewarnt. Durch ein integriertes Sicherheits-Tool werden Links geprüft. Wer auf einen klickt, hinter dem sich eine als gefährlich eingestufte Internetseite befindet, erhält über ein Pop-Up eine Warnmeldung. Außerdem kann der Nutzer seine Anmeldungen prüfen: Erfolgt ein Login von einem fremden Rechner, muss ein auf das Handy geschickter Sicherheitscode eingegeben werden.

Alarmiert vom Sony-Desaster

Betrugsgefahren lauern aber auch hinter dem Like-Button. Mit einem Like-Klick kann der Nutzer unwissend Spam generieren, der rasant weiter verbreitet wird. Mit dem „Clickjacking“ soll Geld für Werbung eingenommen werden. Verdächtige Webseiten, so heißt es bei Facebook, sollen nun rechtzeitig erkannt oder gesperrt werden.

Offenbar wächst langsam die Beachtung für Manipulationsmöglichkeiten und Datenschutzlücken. Nach einem der bislang größten Leaks bei Sony im April sind die großen Netzwerke alarmiert: Durch ein Schlupfloch beim Playstation-Netzwerk wurden die Daten von über 100 Millionen Kunden gestohlen – inklusive Kreditkarteninformationen. Nicht nur ein finanzielles Desaster für Sony, (die Playstation-Seite war wochenlang offline), noch unwägbarer ist der langfristige Imageverlust.

Laut John Bumgarner von der US-Forschungsgruppe Cyber Consequences Unit weisen die Sony-Computernetzwerke noch weitere Sicherheitslücken auf. Facebook möchte so einem Fiasko vorbeugen, aber auch Sperrlisten können verfälscht werden. Bis die neue Technologie angewendet wird, mit der Dritten der Zugang zu privaten Facebook-Konten wirklich verwehrt bleiben soll, wird es wohl auch Herbst. Es gibt aber weiterhin unbeirrte Nutzer, die in Facebook-Knöpfen einfach ein gutes Omen sehen. Ein israelisches Paar hat seine Tochter nun ‚Like‘ genannt.

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Ihre Freitag-Redaktion

12:16 17.05.2011
Geschrieben von

Maxi Leinkauf

Redakteurin Alltag
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Maxi Leinkauf

Ausgabe 39/2020

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