RE: Gute Arbeit im Krankenhaus: NRW ist bereit zum Streik | 28.01.2022 | 16:52

Das System ist ja nicht nur heruntergewirtschaftet worden, die Entwicklung ist dem deutschen System auch davongaloppiert. Nicht jede Kleinstadt benötigt ein eigenes Krankenhaus. Das ist finanziell gar nicht tragbar, auch dann nicht, wenn der Kreis oder die Stadt der Träger sind. Denn was nützt ein regionales Krankenhaus, wenn dort nur Knochenbrüche und Platzwunden versorgt werden können. Moderne Geräte wie CT oder entsprechende OP-Räume und Intensivstationen kosten mehr Geld, als dies in solchen Krankenhäuser je wieder rein kommen könnte. Und die Menschen meiden, wenn es irgendwie geht, diese kleineren Krankenhäuser, weil sie sich in größeren Einrichtungen mehr Kompetenz, bessere Ausstattung und auch Erfahrungversprechen. Das Gefühl der Menschlichkeit und Überschaubarkeit hilft nämlich nicht wirklich, wenn ein Neugeborenes nach der Geburt dringend intensivmedizinisch versorgt werden muß, die Möglichkeiten hierzu aber erst an der nächsten Kinderklinik/Uniklinik gegeben sind. hier helfen nur größere medizinische Zentren mit entsprechender personeller und Materieller Ausstattung und eine effektive Rettungskette.Aber die personelle Ausstattung scheitert ja oft schon daran, das ein Landkreis in der Eifel oder in der magdeburger Börde gar nicht die finanziellen Mittel hätte, dem Pflegepersonal einen entsprechenden Lohn zu zahlen, der sich z.B. bei einer Intensiv-Pflegekraft durchaus im bereich eines Ingenieurs bewegen müsste. und so wandern die motivierten und qualifizierten pflegekräfte weiterhin ab zu den großen Fachkliniken oder direkt ins Ausland, wo man (z.B. in Norwegen oder Schweden) auch annähernd an diese Löhne herankommt. Klatschen hilft hier genauso wenig, wie immer nach dem Staat rufen.

RE: Gute Arbeit im Krankenhaus: NRW ist bereit zum Streik | 28.01.2022 | 12:11

"Alle Krankenhausberufe müssen mit ausreichend und gut bezahltem Personal ausgestattet werden" Und woher soll das Personal kommen? Zum reinigen oder Blumenvasen bereitstellen kann man auch eine ungelernte Kraft einstellen. Aber selbst das Essen bringen wird schon kritisch. Eine Pflegekraft erkennt in der regel, ob das angebotene Essen sich mit der Erkrankung/Allergie vereinbaren lässt, oder ob der Patient mit Schluckbeschwerden dies überhaupt ohne Erstickungsanfall zu sich nehmen kann. und dieses Personal muß man erst einmal ausbilden. Und dazu müssten erst einmal alle Ausbildungsstellen besetzt werden, und dazu....„Wenn die Landesregierung eine ordentliche Personalbemessung gesetzlich beschließen würde, könnten 200.000 Pflegekräfte zurückkommen, die es derzeit wegen der Arbeitsbedingungen nicht machen.“Kaum jemand wird nur wegen eines verbindlichen Personalschlüssels zurückkommen. Der Schlüssel liegt in der Bezahlung und der Arbeitszeit.Ich bin auch gelernter Krankenpfleger mit einer Weiterbildung in Palliativpflege. Jede Klinik würde mich wahrscheinlich mit Kusshand nehmen. ich arbeite aber nicht mehr in der pflege, weil ich in meinem jetzigen beruf etwa 1500 Euro netto mehr am Monatsende bekomme, und keine Wochenende und keine Nacht zum Dienst eingeteilt werde. Überstunden auch nur, wenn ich einverstanden bin und nicht deshalb, weil sonst der Laden zusammenbricht bzw die Versorgung der patienten nicht sichergestellt wird.

RE: Bidens Kriegspalaver | 20.01.2022 | 21:20

@fro: "Die überwältigende Mehrheit (95,5%) der Krim-Bürger befürwortete eine Zugehörigkeit zur Russischen Föderation. Wer das anzweifelt, - was ja nachvollziehbar ist - sollte den Vorschlag einbringen die Abstimmung unter der Aufsicht neutraler Beobachter zu wiederholen. Das sollte man ebenso für die sog. Volksrepubliken Donezk und Luhansk machen, deren Bürger sich 2014 mit mehr als einer 2/3 Mehrheit für eine Autonomie entschieden haben."

Es ist aber nicht nur eine Sache der Krim. Ich kann einer Volksabstimmung durchaus etwas abgewinnen, auch wenn das Völkerrecht der Abspaltung einzelner Regionen eine Absage erteilt (letzte Woche noch in der NZZ). Dann aber bitte mit allen Beteiligten. Nicht nur die Bewohner der Krim/Kataloniens/Schleswig-Holsteins stimmen ab, sondern gleichberechtigt auch die Bewohner des jeweiligen Staates. Diese müssen ja schließlich auch eine Verkleinerung des Staatsgebietes und den Verlust wirtschaftlich oder kulturell wichtiger Regionen hinnehmen. Und das ganze dann unter internationaler Aufsicht. dann ist es akzeptabel.

RE: Bidens Kriegspalaver | 20.01.2022 | 20:57

@Flegel: "Sagen Sie mal, sind Sie immer noch auf eine russische Aufenthaltserlaubnis durch die Russische Föderation angewiesen?"

Ist unbefristet. Muß nur, wie jeder Ausländer alle sechs Monate zum medizinischen Test. Frau lebt und arbeitet doch dort als Lehrerin.

RE: Bidens Kriegspalaver | 20.01.2022 | 14:55

@sozialist: "Schämen Sie sich. Und sowas darf Kinder in die Welt setzen und zu "guten" Staatsbürgern, westlicher Prägung, erziehen.Diese werden dann wieder marschieren, bis alles in Scherben fällt."meine kinder sind in der Nähe von Moskau geboren (habe selber dort lange gearbeitet) und haben den russischen Pass. Und lassen Sie mal die Verbrechen der Wehrmacht in den Geschichtsbüchern ruhen. Denn sonst müssen auch die Verbrechen der Schweden aus dem dreißigjährigen Krieg zur Legitimation herhalten. Man sollte im Jetzt leben und nicht die Vergangenheit immer wieder zur Rechtfertigung heranziehen. Dann müsste man auch die Verbrechen Stalins (auch an den Ukrainern) entsprechend erwähnen und berücksichtigen. Auf auf diesem Auge sind "Sozialisten" ja mit einer 100% Blindheit geschlagen.

RE: Bidens Kriegspalaver | 20.01.2022 | 14:36

zitat: "Hat Russland vor einen Krieg um den Donbass zu beginnen oder sind das nur feuchte Träume von Kriegstreibern? Vergleiche sind immer relativ leicht, wenn sie oberflächlich angelegt sind."Soldaten auf Urlaub sind natürlich nicht im Dienst. und wenn man beim Urlaub im Nachbarland vergisst Uniform und Waffe zu hause zu lassen, ist das natürlich entschuldbar.Noch nie was von der Medwedew-Doktrin gehört? Warum hat Russland wohl Pässe an die bewohner des Donbass verteilt? Damit man einen vorgeschobenen Grund für eine militärische Operation hat. Man muß ja seine "Bürger" schützen. Da ist fremdes Hoheitsgebiet doch sch.. egal.

RE: Bidens Kriegspalaver | 20.01.2022 | 13:09

Zitat: "Der Westen muss sich endlich bewegen, um russische Sicherheitsinteressen zu respektieren. Sicherheit war bzw. ist die zentrale Kategorie sowjetischer bzw. russischer Außenpolitik."Der Westen muß gar nichts.Was ist denn mit den Sicherheitsinteressen Polens, oder der baltischen Staaten oder Rumäniens. Anscheinend alles nur minderwertige Völker im Gegensatz zu den russischen Herrenmenschen? Damit ist der Vergleich zu München 1938 dann relativ leicht.und sollte Russland wirklich einen Krieg um den Donbass beginnen, werden Finnland und Schweden ganz schnell in der Nato sein. Davon ist dann wohl auszugehen. Und nach dem beitritt Finnlands würden Nato-Truppen dann näher an St. peterburg stehen als damals die wehrmacht. das dürfte putin und lawrow aber auch klar sein.

RE: Wohnungskrise zwischen Luxuswohnungen, Airbnb und verfallenen Hütten | 12.01.2022 | 12:33

Die geschilderten Verhältnisse ähneln sich immer mehr, egal, welches Land der EU man nimmt.Augsburg ist nicht unbedingt ein Touristenmagnet, aber auch hier gibt es Prata-Riverside Projekte. Gegenüber meiner Wohnung wurde eine Grünfläche geopfert und ein "Normales" Mehrfamilienhaus errichtet. 2 Zimmer-Wohnung 800 Euro Miete, die 4-Zimmer Wohnung 1500 Euro, natürlich Kaltmiete. Alle Wohnungen waren schon vor Baubeginn vermietet. Mieter sind natürlich hier, wie in Portugal auch, keine Menschen welche als Sicherheitskraft arbeiten, aber sonst ganz normale Arbeitnehmer und auch Rentner.

RE: Den Kollaps aufhalten | 07.01.2022 | 13:38

@rux: Wo das Problem ist?Zitat: "Wenn die Mehrheit unter 30 Jährigen sagt: Ja wir wollen autofreie Innenstädte, ein Verbot von Innlandsflügen, eine Reduktion des Fleisch und Milchverbrauchs, wir wollen nicht alle 3 Jahre ein neues Smartphone oder Laptop, wir wollen reparierbare lange nutzbare Geräte - dann wäre Veränderung denkbar. "Das Problem ist nicht nur das "alte weiße Ehepaar" sondern auch diese Jugend selbst.Die Umfrageergebnisse aus dem Dezember sind Ihnen sicher auch bekannt. Die Jugend ist nämlich nicht anderes als die älteren auch. Keiner bestreitet, das Umwelt- Klimaschutz wichtig ist und auch schnell etwas dafür getan werden muß, aber auf den gewohnten Lebensstandard verzichten möchte dann doch keiner. So ehrenvoll die Motivation der geschilderten ist, so stellen diese doch nur einen 0,x Prozentteil der Menschen in diesem Land dar.

RE: Knast statt Palmen? | 30.12.2021 | 16:04

Diese Länder, und noch einige andere mehr haben ihre eigene Geschichte mit eigenen Werten und damit auch Moralvorstellungen. Muß man nicht gut finden, istaber so. Und uns Europäern steht es einfach nicht zu, diese gesellschaften zu ändern, umzuerziehen oder schlecht zu reden. Wir haben noch genug vor der eigenen Türe zu kkehren.

Und wer sagt denn, das unser Werte und Politikverständnis das einzig wahre, richtige und undiskutierbare ist. Seien wir doch erst einmal froh, das anders denkende und fühlende Menschen hier relativ normal unter uns leben können. Andere sind da noch nicht so weit. Aber es ist eine verwerfliche Doppelmoral, die Missionierung christlicher Kirchen in Afrika z.B. zu kritisieren, aber in Sachen sexueller Vielfalt sich berufen zu fühlen, dann selber auf Missinstour zu gehe.