Volksparteitheaterbühne

"Die Reise nach Berlin" SPD-Granden und -Nullen rangeln um den Parteivorsitz und Mutti kocht ab - und die Community überschlägt sich mit tiefschürfenden Analysen. Sagt Nahles Bätschie dazu?
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Volksparteibühne...

Derzeit bietet die Volksparteibühne, SPD genannt, wieder ein herrliches Stück: es nennt sich GroKo-Durchsetzungs-Parteivorsitz-Findungs-Programm. Ein wahrlich berauschendes Stück, das bislang eine Dynamik entfaltet hat, die wir in diesem unserem Land so noch nicht erleben durften.

Und es handelt sich dabei um ein wahrhaft demokratisches Stück, dürfen daran doch nicht nur die Obergurus teilnehmen sondern auch alle, die über einen PC o.ä. verfügen und der deutschen Sprache und Schrift auch nur halbwegs mächtig sind. Quer durch die Foren in den sozialen Netzwerken bis hinein in die FREITAG-Community werden derzeit seitenlange geistige Hoch- und Tiefflüge absolviert, um auch den geringsten Furz, den irgendeine Knallcharge in der spezialdemokratischen oder schwarzen Führungsriege abgelassen hat - und zu diesen Personenkreisen fühlen sich recht viele zugehörig, die man bislang dort eher nicht oder schon lange nicht mehr gesehen hat - zu kommentieren und zu deuten. Ein Spektakel ohne jeglichen politischen Nährwert, eher an einen aufgescheuchten Hühnerhof erinnernd; da gibts auch oft ein Geflatter und Gegacker um nichts und wieder nichts.

...und Schmierentheater

Aber man kann's verstehen, geht doch von diesem Schmierentheater das das politische Personal veranstaltet ein großer Reiz aus, der dazu geeignet ist, die voyeuristischen Veranlagungen beim gemeinen Volk aufs trefflichste zu befriedigen. Dieses Theater reicht zwar nicht an die Shakespeare'schen Dramen ran, eher dürfte zum Vergleich die Schmonzette "Sturm der Liebe" Pate gestanden haben - aber der Schauwert ist doch recht brauchbar.

Und wie das bei allen unterhaltsamen Vorführungen ist, so lenken diese für eine kurze Zeit vom drögen Alltag ab. Ganz abgesehen davon, dass sie auch noch einen sekundären Lustgewinn derart bescheren, dass man sich voller wohliger Schauder an dem Gegackere des Hühnervolks beteiligen und dabei besonders "wertvolle" Ergüsse absondern kann. Darüber hinaus bringt das Ganze aber keinen Gewinn, bleiben die Verhältnisse doch weiterhin traurige, weil die Interessen des kleinen Mannes und der kleinen Frau nicht vorkommen beim Spiel der Großen, das da heißt "Reise nach Jerusalem" - oder doch eher nach Berlin.

Da haben wir wenigstens was zum Lachen

Wenigstens bleibt uns hier unten ein wenig Schadenfreude darob, dass z.B. der ehemals dicke Gabriel - wahrscheinlich - kein Stühlchen abbekommen wird, gönnt man dem doch, nachdem er sich allzu oft zuzeiten, da er sich noch als unangreifbar wähnte, über die Zumutungn, die die "kleinen" Leute an ihn herangetragen haben, dummdreist und bräsig ausgelassen hat, dass der mal so richtig auf die Fresse fliegt. Da haben wir dann großen Spass dran. Nun ja, wenigstens das. Auch das Abservieren der Brüder im Geiste Koch und Röttgen und einiger anderer durch Mutti nehmen wir voller Freude zur Kenntnis; es gäbe da noch viele Namen zu nennen, wir wollen's mal bei den vorgenannten belassen, sie stehen beispielhaft für den derzeitigen Auflauf in der Arena.

Zu guter Letzt: Katzenjammer

Auch andere der Großkotzerten werden also beim Stühlerücken leer ausgehen und das Volk wird's wieder freuen. Und wenn wir uns dann ausgiebig halb totgelacht haben und wieder zu Atem gekommen sein werden, dann werden wir uns die Augen reiben, weil, sobald vom politischen Führungsersonal ein/e Jede/r ein Stühlchen gefunden und sich in unvermuteter Einigkeit wieder dem eigentlichen politischen Tagesgeschäft zugewandt hat, es nun uns wieder, den Kleinen, in altbewährter Manier an den Kragen gehen wird - und dabei werden sich die Spitzen von CDUCSUSPDFDPGrüne wieder alle sehr einig und aller Zwist und Hader während des Spiels "Reise nach Berin" wird dann vergessen sein.

Galgenhumor

Dideldumm, mal links herum,

dideldumm und rechts herum,

derzeit gibt's viele Narretei'n

beim Spiel der beiden Volkspartei'n.

Wir haben uns'ren Spass daran

bis wir fallen irgendwann

mal wieder auf die Fresse.

Und Vorhang zu!

01:53 17.02.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

maxundmoritz

"Ich lebe, ich bin parteiisch." (Antonio Gramsci)Alter, linker Polit-Grantler und -Quertreiber.
maxundmoritz

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