mbert

Ukraine - ihre Kultur, Geschichte und Politik
mbert
RE: Donezk und Lugansk haben gewählt | 11.11.2018 | 20:31

Ach ja, fast hätte ich es ja übersehen: Andreas Maurer passt ja irgendwie schon zu "Wahlen" in den völkischen "Republiken":

»Osnabrück. Im Prozess wegen Verdachts der Wahlfälschung vor dem Landgericht Osnabrück ist der Linken-Kreisfraktionschef Andreas Maurer am Montag zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten und einer Woche verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Maurer muss seine politischen Ämter abgeben, sobald das Urteil rechtskräftig ist.« Quelle: Quakenbrücker Wahlfälschung: Andreas Maurer verurteilt

RE: Donezk und Lugansk haben gewählt | 11.11.2018 | 20:22

»Weiter behauptet die ARD-Tagessschau die Wahlbeobachter aus Europa gehörten vorwiegend "rechten und rechtsradikalen Parteien" an. Dass zwei bekannte Linke, wie der italienische Journalist Julietto Kesa und der deutsche Linkspolitiker Andreas Maurer, zu der Gruppe der Wahlbeobachter gehörten, wurde verschwiegen.«

Na, das ändert freilich alles. Wie schön, dass Sie es offenbar völlig in Ordnung finden, wenn Linkspolitiker sich mit der europäischen Rechten gemein machen - gerade, wenn es um die Ukraine geht, sind Sie doch sonst der erste, der derartiges anprangern würde. Ein Schelm, wer böses dabei denkt :)

RE: Abrechnung mit den Rechtspopulisten in der EU | 30.10.2018 | 05:53

Genau so sieht es aus. Und überhaupt ist diese Behauptung, die Presse "verschweige" gewisse Dinge systematisch, nicht stehen lassen. Selbst die Verschwörungstheorien des Herrn Heyden lassen sich in der deutschen Medienlandschaft finden, ohne dass man danach besonders suchen müsste, ganz zu schweigen von all den Blogs unbekannter Herkunft, die die Moskauer Version von Ereignissen sofort aufgreifen und die komischerweise auch immer ziemlich weit oben in den Suchergebnissen auftauchen. Nein, einen Bedarf am Moskauer Narrativ aufgrund von Mangel hat die deutsche Öffentlichkeit ganz gewiss nicht.

Daher ist es auch schon reichlich dreist, wenn RT von sich behauptet, eine "Lücke" in der Berichterstattung zu füllen. Ob das, was RT betreibt, überhaupt als Journalismus bezeichnet werden kann, ist m.E. nicht eindeutig geklärt, auf jeden Fall ist deren Arbeit kaum mit der Arbeit normaler Journalisten zu vergleichen. Wer für RT arbeitet, distanziert sich systematisch von Prinzipien, die Journalismus ausmachen.

RE: Abrechnung mit den Rechtspopulisten in der EU | 27.10.2018 | 23:22

» Sie halten die Leser in dieser Community offenbar für ungebildet und intellektuell faul. Deshalb müssen Sie einmal die Woche, manchmal auch zwei- oder dreimal, daran erinnern, dass ich auch für das RT deutsch arbeite.«

Interessanter Versuch, vom Thema abzulenken. Sie, Herr Heyden, positionieren sich ganz klar als linker Journalist. Ich bin der Meinung, dass das im direkten Widerspruch mit Ihrer Tätigkeit bei RT steht, welches das Propaganda-, nicht Presseorgan einer totalitären, kleptokratischen, sich auf Nationalismus, Militarismus und Imperialismus stützenden Regierung ist. Durch diesen Sachverhalt befinden Sie sich in einem Interessenkonflikt bezüglich sowohl Ihrer linken Posititionierung als auch Ihrer Pflicht zur Neutralität als Journalist. Und nein, ich weise hier ganz sicher nicht wöchentlich oder gar öfter darauf hin - überprüfen Sie gern die letzten paar Monate, um das zu verifizieren.

RE: Abrechnung mit den Rechtspopulisten in der EU | 26.10.2018 | 15:22

Russland ist ganz sicher ein autoritär regiertes Land, und als ein solches wird es auch üblicherweise dargestellt. Und die Legende eines "eingeschlossenen Landes, das sich nur verteidigt" kann ich nicht so richtig kaufen, wenn ich bedenke, dass Russland Teile mehrerer Nachbarländer faktisch militärisch besetzt hält.

Aber all das ist eigentlich auch nur wieder ein Themenwechsel. Genau jene russische Regierung, die überdies eben auch seit Jahren Rechtspopulisten in ganz Europa unterstützt, betreibt übrigens das Propagandaorgan RT, für das Sie regelmäßig schreiben, Herr Heyden.

RE: Abrechnung mit den Rechtspopulisten in der EU | 26.10.2018 | 10:09

Wenn man ein wenig recherchiert, wird schnell offenbar, dass Putins Regierung seit langem mit den Rechtspopulisten in ganz Europa verbündet ist, viele davon sogar finanziell unterstützt: AfD, Front National, FPÖ, etc.

Umso komischer wirkt es da, wenn hier in der FC spekuliert wird, die AfD ließe sich von ausgerechnet ukrainischen Neonazis militärisch ausbilden.

Und dass eine Regierung, die selber eifrig mit völkisch-patriotischem Vokabular hantiert wie die in Moskau, für die deutsche Linke ein möglicher Bündnispartner oder auch nur ein "geringeres Übel" sein soll - wie es etwa die Herrn Hunko und Dehm propagieren, wirkt von dem Hintergrund nun wirklich nicht gerade plausibel.

Ebenso muss die Frage erlaubt sein, warum sich ein nach eigenem Selbstverständnis linker deutscher Journalist für das Propagandaorgan eben jener Regierung verdingt und damit mittelbar zum Werkzeug eben jener Politik macht?

RE: Deutsche Nazis marschieren in Kiew | 25.10.2018 | 20:04

Der Effekt ist mir wohlbekannt. Ich erlebe ihn in der Ukraine-Berichterstattung (die nun einmal die ist, für die ich mich am meisten interessiere) häufig, und am extremsten war es natürlich, nachdem sich alle mehr oder weniger an den Krieg "gewöhnt" hatten.

Letztlich muss uns immer klar bleiben, dass wir, die Konsumenten, letztlich eine nicht unerhebliche Rolle in diesem Kontext spielen - immer wieder die gleichen Nachrichten werden langweilig, selbst wenn sie immer wieder die wahrheit sagen. Und so stürzen wir uns auf etwas neues, und dieser Nachfrage folgen medien letztendlich. Das ist traurig. Aber letztlich müssen wir alle uns an die eigene Nase fassen.

RE: Deutsche Nazis marschieren in Kiew | 25.10.2018 | 18:45

» Wer sein Wissen vorzugsweise aus der Wikipedia bezieht«

Naja, Wikipedia ist ja nun bei weitem nicht am unteren Ende der "Tabelle". Wenn ich mir anschaue, wie viele - gerade auch hier in der FC - sich auf "alternative Medien" verlassen, die reinen Meta-Journalismus (also das zusammensuchen von Fragmenten aus verschiedenen Quellen, meist im Internet) betreiben und deren Geschäftsmodell (Paranoia und Verschwörungstheorien fördern und damit die "Kundschaft" an sich binden, woraus letztlich der Klickzahlen-Umsatz generiert wird) sich in direktem Konflikt zum Bedürfnis, sich fundiert zu informieren steht, dann wäre Wikipedia für manchen direkt ein Fortschritt. Ja, der Anteil völlig indiskutabler Quellen ist bei Wikipedia weit zu hoch. Aber wer darum weiß, kann bei Wiki eben auch eine ganze Menge relevanter und seriöser Quellen finden, was das Ganze dann insgesamt doch recht nützlich macht.

Auch wenn hier immer so auf die "Mainstream-Presse" geschimpft wird, gibt es m.E. doch keine Alternative zu Korrespondenten vor Ort und professionellen Journalismus, den man ja durchaus kritisch konsumieren darf. Und wenn es um Themen jenseits von Nachrichten geht, dann ist eben auch Fachliteratur Pflicht (ich denke mit Schrecken an die ganzen Diskussionen um Geschichte, wo die Gegenüber allen Ernstes mit Popularwissenschaft aus dem Internet oder Zeitschriftenartikeln wedeln). Leider "verzichtet" manch einer dennoch auf derartige Qualitätsstandards, vertritt aber dennoch mit aller Vehemenz seine Meinung und schimpft bei Widerspruch auf die "üblichen Verdächtigen".

RE: Deutsche Nazis marschieren in Kiew | 24.10.2018 | 10:44

Zum Buch: ich werde es mal auf meine Leseliste nehmen, vielleicht klappt das zu Weihnachten in den freien Wochen. Selbst wenn ich mit den Schlüssen daraus am Ende nicht einverstanden sein mag (was aber nicht zwingend schon gesagt ist), ist es doch wichtig, die Argumente der anderen Seite zu verstehen.

Was die Musik betrifft - vielen Dank, das werde ich mir mal anhören! Für Leute, die so mehr aus der Folk-Punk-Indie-Ecke kommen, habe ich auch noch zwei kürzlich für mich entdeckte Namen (leider gerade ohne Link, findet man aber bei youtube problemlos): Trystavisim, z.B. mal nach dem Lied "Karpatos" suchen und Pan Pupets', die allerdings öfter mal etwas Richtung Punk gehen, aber in meiner aktuellen Stimmungslage Wunder wirken :)

RE: Deutsche Nazis marschieren in Kiew | 24.10.2018 | 08:44

Ich kenne das Buch nicht. Aber aus Ihrer Formulierung entnehme ich, dass ich es wohl nicht in ähnlichem Maße schätzen würde wie Sie.

Mich würde dann aber doch interessieren, mit welchen anderen Büchern Sie dieses denn vergleichen, um zu den Superlativen "sachlichste und fundierteste" zu kommen? Und dann bitte ich Sie, sich ganz privat auch noch die Frage zu stellen, wie es um Ihre Kenntnisse zum Thema steht, um zu einer solchen Einschätzung zu kommen.

Es ist leider allzu verbreitet, Texte genau dann als besonders sachlich oder fundiert zu beurteilen, wenn sie bereits gefasste Meinungen bestätigen. Das muss nicht bei jedem so sein, leider hat sich aber gezeigt, dass es da nur wenige Ausnahmen gibt - hüben wie drüben.

Generell würde ich mich freuen, wenn mehr Professoren für ukrainische Politik (so es die denn gibt) gelesen würden - denn bei all der Geopolitik finden wir ein Muster immer wieder vor: es wird aus der Perspektive von Großmächten und/oder Wirtschaftsbündnissen über die Ukraine geschrieben, als wäre sie ein Objekt. Es scheint wenig Interesse für den Standpunkt der Menschen dort zu geben, was ich schade finde.