BGE - Das bedingungslose Grundeinkommen ist zwingend, jetzt.

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Aus gegebenen Anlässen noch einmal ein weiterer Versuch, dieses wichtige Thema -trotz BallaBalla- zu plazieren. Ein Zitat.

Katja Kipping schrieb hier u.a.:

"Kein Projekt hat so sehr das Potenzial dazu wie das bedingungslose Grundeinkommen – ein Einkommen, das jedem Menschen qua Existenz zusteht. Dieses sollte ein Leben jenseits der Armut ermöglichen, und ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Zwang zur Arbeit ausgezahlt werden.

Es greift eine entscheidende Voraussetzung der kapitalistischen Ausbeutung an: Die Abhängigkeit derjenigen, die nicht über Produktionsmittel verfügen und nur ihre Ware Arbeitskraft anzubieten haben. Ein Grundeinkommen würde sie in eine bessere Verhandlungsposition versetzen. Sie wären nicht zwingend auf den sofortigen Verkauf ihrer Arbeitskraft angewiesen.

So eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Mitbestimmung, für das Erstreiten höherer Löhne oder besserer Arbeitszeiten. Ein Grundeinkommen erleichtert auch die Gründung von Genossenschaften oder anderen Formen der solidarischen Ökonomie.

[...]

Natürlich soll das Grundeinkommen die paritätischen Sozialversicherungen nicht ersetzen sondern ergänzen und zwar analog zum Mindestlohn. Dieser soll ja auch nicht höhere Tarife ersetzen, sondern nur nach unten absichern. Insofern ergänzen Bürgerversicherung und Grundeinkommen einander sehr gut."


Das bedingungslose Grundeinkommen scheint mir das eminent wichtigste, relevanteste Thema zu sein (auch wenn die Medien das derzeit anders einschätzen glauben zu müssen). Es hat -als Sozialdividende angewandt- das Potenzial, eine tatsächliche und umfassende Wende zu beginnen und zu begleiten. (Globaler auch und sicherer, als dass das ein verballter Weltfußmeister mehrmals wahr haben wollen wird.)

(Anhang, ein Kommentar zum Artikel von Katja Kipping, mcmac schrieb am 18.06.2010 um 14:56)

"Das bedingungslose Grundeinkommen hat in der Tat das Potenzial, der Dreh- und Angelpunkt einer gewaltigen gesellschaftlichen, ja sogar globalen Veränderung zu sein. Denkt man die Zukunft konsequent von diesem Punkt aus, stellt man fest, dass es keinen gesellschaftlichen Bereich gibt, der davon unberührt bliebe. -Vielleicht ist es sogar eine Art „Königsweg“, der, trotz aller 'Majestät', sicherlich nicht ohne Widerstände beschritten werden könnte, aber katastrophale, bluttriefende Umstürze obsolet machte.

Nun ist bedingungsloses Grundeinkommen nicht gleich bedingungsloses Grundeinkommen: es gibt eine ganze Reihe von Modellen, darunter solche, die Etikettenschwindel betreiben (FDP-“Bürgergeld“, Althaus-Modell, Thomas Straubhaar).
Das bedingungslose Grundeinkommen sollte, wenn es denn den oben beschriebenen Charakter haben soll, dem Modell der Sozialdividende folgen. Näheres dazu kann man u.a. ausführlich und schlüssig beschrieben finden in dem Buch „Bürger, ohne Arbeit.“ von Prof. Dr. Wolfgang Engler ( z.B. hier: www.amazon.de/B%C3%BCrger-Arbeit-radikale-Neugestaltung-Gesellschaft/dp/3351025904/ref=sr_1_1?ie=UTF8&;;;;;;;s=books&qid=1276864382&sr=8-1).

Ein Gedanke noch zu einer früheren Äußerung in einem Kommentar zu diesem Thema hier in der FC (es ging dabei um die etwaige Höhe eines bedingungslosen Grundeinkommens und wie diese angepasst werden solle angesichts schwankender Geldwerte): Die Höhe des Grundeinkommmens sollte nicht auf Basis einer abstrakten, starren Summe bestimmt werden, sondern auf Basis eines Grundbedarfs, also abhängig von der tatsächlich bestehenden Kaufkraft eines bestimmten Geldwertes zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ich glaube, dass sich kein Staatsgebilde, dessen Bürger sich per Gesetz eine bedingungsloses Grundeinkommen zugestehen, es sich leisten könnte(n), wilde Währungsspekulationen zuzulassen..."

Bitte kritisieren, überzeugen, dozieren, zerreden, ironisieren, demonstrieren, malträtieren, diffamieren, zermalmen Sie -aber schweigen Sie nicht laut zu diesem Thema. Danke.


05:08 19.06.2010
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