Das Feine an Linux ist (02)...

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...dass es tatsächlich rundum Software ist, denn es ist sanft.

„Sanft“ heutzutage bedeutet: Keine drängenden Rechnungen, die zu bezahlen sind; im Voraus beim Kauf eines Rechners als versteckte Lizenzen; oder etwa im Nachhinein für die „kompatible Rund-Um-Sorglos-Software“, wenn es demnächst beginnt mit den Hakeleien... Linux und seine -zig Distributionen sind immer kostenlos. Noch einmal: Diese tolle Software und ihre Anwendungsprogramme sind KOSTENLOS.

„Sanft“ bedeutet auch, dass die etwas neuer erworbene Rechenmaschine im Grundzustand nicht gleich von der (kommerziellen und unnachgefragt mitinstallierten) System-Software physikalisch an das obere Drittel ihrer Kapazitäten gefahren wird. Wie das normalerweise nach dem Kauf einer solchen Maschine bald zu sein scheint. Weil sich etwa viele und unerkannte System- und Software-Dienste „ab Werk“ in den Vordergrund müllen und drängeln. Welche wiederum ganz nebenbei auch das Potenzial haben, viel über uns zu petzen an den Hersteller und seine Geschäftspartner. Mal abgesehen von Viren und Trojanern, von denen man sich einen Schnupfen und Schlimmeres holen kann bei so viel falsch verstandener Umtriebigkeit, ohne Troja im Geringsten nur zu meinen... Von Super- und Flash-Cookies und ähnlichen Sauereien ganz zu schweigen, welche inzwischen standardmäßig hingenommen werden. (Ehrlicherweise muss man sagen, dass auch Linux vor dieser speziellen Plage zunächst nicht ganz sicher ist. Diese fiese Art der Spionage, Schnüffelei und Aushorchung, die inzwischen unter dem Etikett des „ganz normalen Marketings“ firmiert {und so traurig das ist: mindestens potenziell auch hier bei „freitag.de“} ist eher eine Internet-Malaise, welche aber unter etwas sachkundigerer zu Hilfenahme von Linux [oder sogar seinen separat unter anderen Betriebssystemen verwendeten Software-Ablegern wie z. B. „Firefox“, „Thunderbird“ und „Open Office“ -es gibt noch viele, viele mehr...] und in Union mit einem gesunden Menschenverstand sehr wirksam eingedämmt werden kann.) Dieses Thema aber ist -insgesamt betrachtet- etwas härter... Und also gar nicht fein. Oder gar sanft. (Die inzwischen höchstrichterlich angeordnete Löschung "vorratsgespeicherter" Daten tut dieser legalen und mithin `marktwirtschaftlichen` Praxis keinen Abbruch.)

„Sanft“ bedeutet auch, dass man unter den zahlreichen Distributionen eine echte Wahl hat. Und „sanft“ meint auch, dass selbst bei einem schwer wiegenden Betriebssystemfehler eine Reparatur auf eigene Faust möglich ist (und falls die eigene Faust allein sich zu klein anfühlen sollte - es gibt auch dort sehr kompetente und hilfsbereite Communities). Und all das ohne und wie üblich, dass einem gleich alle Einstellungen oder gar persönliche Daten durch die sprichwörtlichen Lappen gehen.

Jedoch muss man bereit sein. (Das muss man sowieso immer angesichts solch` eigenartiger und entmutigender Erscheinungen wie z.B. der der Unausweichlichkeit des eigenen Todes -oder anderer, leichter zu machender Schnäppchen - also eigentlich doch kein unvorstellbares Problem, oder?). Man muss bereit sein -um ein banales Bild zu verwenden- vom Auto auf`s Motorrad umzusteigen. Was nicht meint: Du bist das Dach und die Frontscheibe los, sondern: Du musst lernen, mit der Hand zu kuppeln und mit dem Fuß zu schalten. Das ist, trotz der Umstände, die es bereitet, möglicherweise sanfter, „softer“ und „wa(h)rer“, geborgener, als mensch in falscher Weichheit teuer zu wiegen.

04:54 24.03.2010
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sachichma | Community