Geile Nummer

Politisches Kabarett Neues Viererensemble betritt mit Knalleffekt die politische Bühne
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Darauf muss man erst mal kommen: Spionageprogramme machen eine Kampagne gegen Spionageprogramme! Die vier unverfrorenen Hauptdarsteller, die diese dreiste Idee hatten sind: Microsoft, Google, Apple und Facebook. Zusammen mit anderen amerikanischen IT-Unternehmen starteten sie eine Kampagne* gegen staatliche Spionage und Überwachung im Internet. Dazu haben sie einen Brief (keine Email!) an US-Präsident Obama und Kongressmitglieder aufgesetzt.

Ausgerechnet die vier IT-Monster-Unternehmen, die sich mit der massiven, dreisten und illegalen Ausspionierung ihrer Kundschaft (etwa 95 % der Computer-Nutzer weltweit) immer wieder beispiellos hervorgetan haben, verlangen nun vom Staat, dass er sich diesbezüglich doch zurückhalten möge. Vielleicht ist es ja auch kein Kabarett sondern die Räuber-Pistole „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“, welche hier gerade aufgeführt wird.

Man könnte lauthals lachen oder sich zumindest gut unterhalten fühlen. Wenn es tatsächlich nicht so schlimm, so massiv, so gefährlich wäre: Die meisten Computer-Nutzer haben sich eben bereits freiwillig und auch noch gegen Entrichtung eines Kaufpreises selbst verwanzt und diese elektronischen Fußfesslen im eigenen Hause oder der eigenen Hosen- oder Handtasche.

Damit einem aber letztlich nicht das Lachen im Halse stecken bleibt oder komplett vergeht, gibt es hier valide Hinweise der Electronic Frontier Foundation, wie man sich kostenfrei den Kammerjäger ins Haus holt und anschließend saubere, kostenlose Alternativen nutzt.

*US-Internet-Firmen starten Kampagne gegen Spähprogramme Amerikanische Technologie-Unternehmen starten eine Kampagne gegen die Spähprogramme von Geheimdiensten. In einem Brief an US-Präsident Obama und Mitglieder des Kongresses verlangen die Firmen Beschränkungen bei der staatlichen Überwachung von Bürgern. Die USA, deren Spionagebehörde NSA durch Enthüllungen in die Kritik geraten ist, sollten dabei mit gutem Beispiel vorangehen. Zu den Unterzeichnern des Schreibens gehören Unternehmen wie Apple, Google, Facebook und Microsoft.

(Quelle: Deutschlandfunk, 9. Dezember 2013)

11:43 09.12.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare 3