Muttis Wahnhof

2.000.000.000 Merkel will S21-Mehrkosten aus Bundesmitteln bezahlen lassen
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Bild: bei-abriss-aufstand.de

Demo-Postkartenaktion 23. Februar „Endstation Stuttgart 21 – bitte alle Aussteigen!“ (BAA)

2 Milliarden - Endstation?

2 Mrd. Euro deutscher Steuermittel zusätzlich genehmigt sich die schwarz-gelbe Bundesregierung mal eben so als Quasi-Wahlkampfhilfe. Das Thema „Stuttgart 21“ soll die derzeit regierende und im September zur Abwahl stehende Merkel-Regierung nicht weiter entscheidende Prozente kosten. Obwohl das unterirdische Bahnhofsprojekt, dessen Sinn oder gar Nutzen (*rofl*) ohnehin mehr als fraglich ist, bereits alle Kostenrekorde gesprengt und somit auch die Grenze zur Unwirtschaftlichkeit lange vor seiner Fertigstellung (bislang wurde so gut wie nichts gebaut, nur abgerissen und Aufträge vergeben) überschritten hat, soll auf speziellen Wunsch der Kanzlerin mit weiteren 2 Mrd. Bundesmitteln bezuschusst werden.

4,5 Milliarden...

Manager-Magazin ließen gestern als erste davon wissen; die anderen folgten im Laufe des Tages. Laut den Berichten haben Merkel und ihre Spindoktoren damit offensichtlich einen Kurswechsel vollzogen: Nachdem im Dezember vergangenen Jahres endlich offiziell eingestanden wurde, dass der sogenannte Kostendeckel von 4,5 Mrd. Euro für den Stuttgarter Kellerbahnhof (welcher, wie gesagt, gleichzeitig die Grenze zur Unwirtschaftlichkeit des Projekts markiert) offiziell & veritabel gesprengt wurde, herrschte in der schwarz-gelben Hauptstadt - jener mit dem dumm-dicken Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Stadtschloss in spe, und jener mit dem viel zu kleinen Flughafen - großes Durcheinander. Fast mit Händen greifbar war die Angst der Schwarz-Gelben, dass „weitere Milliarden [für Stuttgart 21] im Wahlkampf den Grünen als Gegner des unterirdischen Bahnhofs ein "Kampfinstrument" an die Hand geben [würde]. Munition erhielten die Gegner durch ein Papier aus dem Bundesverkehrsministerium, das nahelegte, dass die Argumente gegen einen Weiterbau stärker seien.“ Und weiter, oh Schreck!, gar noch: „Unter anderem wurde von der Bahn eine genaue Berechnung der Kosten für einen Ausstieg verlangt.“ Wahnsinn. Panik.

6,8 Milliarden...

Und leider-leider war es aber bereits so, dass „Verkehrsminister Peter Ramsauer [CSU] jedoch bereits zur Jahreswende gesagt [hatte]: "Es gibt hier kein zurück mehr." Auch Kanzlerin Angela Merkel hatte sich in der Vergangenheit für das Vorhaben ausgesprochen.“ (beispielsweise bereits am 15. September 2010 im Plenum des Bundestages, was man sich u.a. im an dieser Stelle sekundengenau verlinkten, weiter unten aber auch noch einmal vollständig eingebetteten, aktuellen Monitor-Bericht ansehen kann; Text-Zitate: Manager-Magazin, s.o.). Ob es u.a. auch am falschen historischen Verständnis des 70-igsten Jahrestags einer grausamen Schlacht liegt, dass man nun quasi einen auf verbissen kämpfend in der Einkesselung machen will (...„Haltet aus, die Mutti haut euch raus“...), heuer in der teilzerstörten CDU-Hochburg Schuttgrad, um nun dieses Mal das Ding doch zu drehen, ist nicht bekannt. Die Dreistigkeit des Ansinnens Merkels und ihrer Auguren angesichts der Lage der Dinge rund um dieses schädliche, demokratie- und stadtzerstörerische Lügenprojekt legt solch' zugespitzte Assoziation allerdings näher, als man zunächst denkt oder sich wünschen mag.

http://www.bei-abriss-aufstand.de/wp-content/uploads/IO_Karte-Muddi02-105x148-1.jpg

Demo-Postkartenaktion 23. Februar „Endstation Stuttgart 21 – bitte alle Aussteigen!“ (BAA)

8,9 Milliarden...

Interessant wäre auch zu erfahren, wie der ZZ-Top-Verschnitt vom Kollwitzplatz, Wolfgang „The Alte Schrippe“ Thierse, angesichts solch' bodenloser Sauereien reagiert - dass sein (viel billigerer und darüber hinaus tatsächlich notwendiger) BER zwar nicht zügig und wie geplant zu Ende gebaut wird, dafür der Bund aber sinnlos weitere Milliarden in Stuttgart vergraben will. http://www.pz-news.de/cms_media/module_bi/1275/637723_1_detail_thierse6.jpgUnd das auch nur, weil Schwarz-Gelb die Wahl im Herbst offensichtlich um jeden Preis gewinnen will. Eigentlich müsste doch der Feingeist der Alten Tante nun mindestens im Gleisdreieck springen, oder? Wie also der ehemalige Frontmann des Hohen Hauses zu dieser inzwischen Bundes-Räuberpistole steht, darüber ist bislang leider auch nichts bekannt. Vermutlich weil seine Partei, in deren Namen auch die Worte „sozial“ und „demokratisch“ vorkommen (*rofl*) bis heute fest und dumm zu diesem Sch...21-Projekt steht. Dumm nur obendrein, wenn sein Steinbrück aus Versehen die Wahl gewinnt und dann die Stuttgarter Merkel-21-Suppe auslöffeln darf. Wir wünschen schon mal vorsorglich Guten Appetit.

10,4 Milliarden...

Offiziell werden die Kosten für das S21-Projekt derzeit mit 6,8 Mrd. Euro angegeben. Es gibt offensichtliche Irre (z.B. den Merkel-Sprecher und ehemaligen ZDF-Moderator Steffen Seibert, oder auch den Vorstand der DB-AG), die angesichts dieser Zahlen delirieren, dass das Projekt „gerade noch so wirtschaftlich“ sei. Da vor nicht allzu langer Zeit, bis Dezember 2012 nämlich, die „Sollbruchstelle“ (Grube), ab welcher das Projekt unwirtschaftlich würde, offiziell bei 4,5 Mrd. Euro lag, kann man getrost davon ausgehen, dass nach der nächsten Bundestagswahl, wenn dann mit großer Überraschung festgestellt wird, dass die Kosten nunmehr bei 8 oder gar 9 Mrd. Euro liegen, das Projekt bestimmt immer noch „gerade so wirtschaftlich“ ist. Rechnet man hinzu, dass dieser idiotische Bahnhof frühestens 2024 in Betrieb gehen soll (*rofl*) und bis dahin noch weitere Bundestagswahlen anstehen...

17,6 Milliarden...

Bahnintern sprechen Fachleute übrigens derzeit von Kosten von 11 bis 12 Mrd. Euro. Und es gibt Berechnungen und Studien unabhängiger, renommierter Verkehrs-Gutachter (Bsp., Gutachtentext), welche die möglichen Endkosten für das Gesamtprojekt mit bis zu 20 Mrd. Euro veranschlagen. Also keine Sorge: Da ist für alle Parteien auch künftig noch eine Menge illegaler Wahlkampfhilfe aus Steuermitteln drin.

20,3 Milliarden - Alle aussteigen!

Über das wahrscheinlich strafrechtlich relevante Verhalten des DB-Aufsichtsrates und die darüber hinaus das S21-Projekt forcierenden Staatssekretäre desselben (Klaus-Dieter Scheurle, ehem. Verkehrsministerium, CSU; Bernhard Beus, Finanzministerium, CDU und Bernhard Heitzer, Wirtschaftsministerium, FDP) berichtete gestern das Magazin Monitor – 6 sehenswerte Minuten & vergesst den Tatort :))

WDR-Monitor vom 21. Februar 2013: "Bahn-Gremien haben Überschreitung der Kostengrenze von Stuttgart 21 schon 2009 zugestimmt"...

  • Freitag-Dossier mit über 600 Beiträgen und tausenden Kommentaren und Links aus drei Jahren zum Thema „Stuttgart 21“

UPDATE 23.2. / 13 Uhr

Kalter Putsch in slowmo?..

Entweder der Staat hält sich an die selbstgegebenen Regeln oder wir haben eine Diktatur
Es gibt ja beim staatlichen Handeln nur die eine große Alternative. Entweder der Staat hält sich an die Verhaltensregeln, die er sich selbst über Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften gegeben hat. Oder der Staat handelt an diesen Regeln vorbei. Im ersten Fall haben wir es mit einem demokratischen Staat zu tun. Im zweiten Fall haben wir einen nicht demokratischen Staat, eine verdeckte oder offene Diktatur.
[...]

Der Stuttgarter Ingenieur und Blogger Fritz Möbus gestern in einem Beitrag („Schäuble`s Stuttgart 21-Attitüden kommen dem totalitären Staat gefährlich nahe“) auf seinem Blog „Der S21-Irrtum“.

Möbus' Beitrag legt eine Interpretation der augenblicklichen bundesdeutschen Verhältnisse nahe, die darauf hindeutet, dass derzeit weite Teile der Kaste der obersten Verwaltung des Landes einen kalten Putsch in slow-motion gegen die verfassungsmäßige, freiheitlich-demokratische Grundordnung durchführen. Der Ablauf dieses anscheinenden Hochverrats durch die amtierende Regierung geschieht so allmählich und regional sowie zeitlich so fragmentiert, dass er fasst nicht erkennbar ist – jedenfalls nicht mit dem Vergleichsmuster eines klassischen Putsches. In Stuttgart nun geschieht all dies permanent und darüber hinaus in einer recht vollständigen, „übersichtlichen Laboranordnung“. Und ist daher vergleichsweise leichter durchschaubar (und schon das ist schwer genug). In anderen Teilen der Republik und auf anderen, maßgeblichen gesellschaftlichen Themengebieten geschieht dasselbe, nur viel verdeckter (oder unentdeckter), fragmentierter. Die komplizierten formalen Strukturen der demokratischen Körperschaften und Verwaltungen werden hierbei offensichtlich als bestens tarnende Kaschur für dieses gefährliche Treiben missbraucht.

Folgt man dieser Interpretation nun, wirft das im Weiteren die Frage auf, ob es nicht höchste Zeit ist, GG Artikel 20 Absatz 4 anzuwenden und eine sofortige Entmachtung (etwa durch juristisch einwandfreie, außerordentliche Amtsenthebungen) der mutmaßlichen Putschisten anzustreben, bevor dieses mit friedlichen, gewaltfreien Mitteln nicht mehr möglich sein könnte.

=> vollständiger Blogbeitrag von Fritz Möbus „Schäuble`s Stuttgart 21-Attitüden kommen dem totalitären Staat gefährlich nahe

(Danke an seriousguy47 für den Hinweis auf diesen Beitrag)

Freitag-Dossier mit über 600 Beiträgen und tausenden Kommentaren und Links aus drei Jahren zum Thema „Stuttgart 21“

Monitor-Sendemanuskript zum Beitrag (PDF)

Neu! - Alle Webseiten gegen S21

Blogbeitrag von Fritz Möbus Schäuble`s Stuttgart 21-Attitüden kommen dem totalitären Staat gefährlich nahe

dazugehörige Meldung - Schäuble: "Stuttgart 21 wird gebaut!"

Vielen Dank an die Freitag-Community-Redaktion für die derzeit kontinuierliche Beachtung dieses eminent wichtigen Themas!
23:28 22.02.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

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