RE: Gerade rechts | 07.05.2018 | 08:43

Das ist aber schon merkwürdig: Vor ein paar Tagen haben Sie den Text wegen seines Facettenreichtums und der Recherchetiefe noch gelobt. Und jetzt das. AfD-Kreativ-Direktor spricht mit gespaltener Zunge. Nennen Sie mich altmodisch, aber was ist nur aus unseren schönen deutschen Tugenden wie Ehrlichkeit und Anstand geworden; dass man zu seinem Wort steht. Andererseits könnte man auch sagen: Na, dit passt. Was man über die Kommasetzung in Ihrem Post leider nicht behaupten kann. Ich weiß, es nervt, aber wie soll man unsere schöne deutsche Sprache in zahllosen Kursen an Nicht-Muttersprachler vermitteln, wenn nicht mal mehr Erfolgsschriftsteller sich an die Regeln halten. Vielleicht bekommt der Uwe Tellkamp ja nicht wegen seiner linken Gesinnung die höheren Vorschüsse, sondern weil er die Interpunktion beherrscht. #justsayin'

RE: Gerade rechts | 04.05.2018 | 11:48

Ich weiß nicht: Wem ist geholfen, wenn wir sagen, wir haben keinen Dissens. Das nützt doch keinem was, am wenigsten der Auseinandersetzung, die mir an Argumenten und Beispielen für Behauptungen, um die ich mich im Text bemühe, lieber wäre. Da einfach auf die Ebene von "Klassikern" zu wechseln - ja, kann man machen, aber dann kriegt man auch wenig Gegenwart beschrieben. Und da vor gewissen Phänomen nicht die Augen zu verschließen (das wäre wohl unser Dissens), scheint mir doch wichtig. Ganz abgesehen davon, dass es für die Arbeit der Filmkritik absurd wäre zu sagen, wir besprechen nur auf dieser "Klassiker"-Ebene, alles andere hat eh keinen Bestand

RE: Gerade rechts | 04.05.2018 | 11:45

"Meine Kritik am Roehler-Film war kurz gesagt die, dass nicht alles, was blöd und sustanzlos ist, auch gleichzeitig »rechts« sein muß"

Das stimmt. Aber es geht bei meinem Text ja nicht um "alles", sondern einen konkreten Film. Weil sein kann es doch schon, oder?

Zumindest verstehe ich Ihre Äußerung am Schluss so:

"Darüber hinaus gab ich zu bedenken, dass linke Kulturkritik ein Problem kriegen kann, wenn sie »rechte« Produktionen (oder auch solche von »Rechten«) en generalis mit politisch motivierten Verrissen eindeckt. Wie gesagt scheint mir das beim besprochenen Film NICHT zuzutreffen."

RE: Gerade rechts | 04.05.2018 | 11:45

"Meine Kritik am Roehler-Film war kurz gesagt die, dass nicht alles, was blöd und sustanzlos ist, auch gleichzeitig »rechts« sein muß"

Das stimmt. Aber es geht bei meinem Text ja nicht um "alles", sondern einen konkreten Film. Weil sein kann es doch schon, oder?

Zumindest verstehe ich Ihre Äußerung am Schluss so:

"Darüber hinaus gab ich zu bedenken, dass linke Kulturkritik ein Problem kriegen kann, wenn sie »rechte« Produktionen (oder auch solche von »Rechten«) en generalis mit politisch motivierten Verrissen eindeckt. Wie gesagt scheint mir das beim besprochenen Film NICHT zuzutreffen."

RE: Gerade rechts | 03.05.2018 | 15:28

Weiß nicht, wäre Whataboutism nicht: "Und über XY schreibt Uslar aber das und das?" Der Vergleich ist doch ein zulässiges Mittel, gerade um zu zeigen, was in der Rezeption von Roehler/Film m.E. deutlich ist, dass das immer über den Status der Personen gedacht wird. Das ist m.E. aber keine gute Voraussetzung für eine "unbestechliche" (Nachruf auf jeden Kritikerin) Kritik. Der Vergleich sollte den formulierten Gedanken noch mal illustrieren.

RE: Gerade rechts | 03.05.2018 | 15:28

Weiß nicht, wäre Whataboutism nicht: "Und über XY schreibt Uslar aber das und das?" Der Vergleich ist doch ein zulässiges Mittel, gerade um zu zeigen, was in der Rezeption von Roehler/Film m.E. deutlich ist, dass das immer über den Status der Personen gedacht wird. Das ist m.E. aber keine gute Voraussetzung für eine "unbestechliche" (Nachruf auf jeden Kritikerin) Kritik. Der Vergleich sollte den formulierten Gedanken noch mal illustrieren.

RE: Gerade rechts | 03.05.2018 | 11:44

"So unterschiedlich malen sich Betrachter die Welt." Naja, der Text oben versucht sein Bild zumindest zu argumentieren. Aber Sie haben natürlich recht, man müsste den Film rein cineastisch betrachten, der Roehler hat ja auch gesagt, dass das "kein politischer Film" ist. Weil rein cineastische Betrachtung ja nur davon handelt, wie etwas gemacht wird, nicht was. Das wäre sehr gut, denn Kamera, Schauspieler, Bilder, das gibt's ja alles. Danke für den Hinweis. Und viel Glück bei der Suche nach weiteren, wirklich rein cineastischen Filmkritiken zum Streifen

RE: Gerade rechts | 03.05.2018 | 10:11

Zum Donnern tragen Sie aber auch ein wenig bei - Monstrum, Filmchen, das alles machen Sie draus. Und der Teufel (im Film) ist bei mir Finzis Bartos. Vielleicht verstehen Sie den Text besser, wenn Sie ihn lesen, statt Ihre Reflexe durchzublättern.

RE: Gerade rechts | 03.05.2018 | 08:51

Wir drücken die Daumen! Klingt schon mal gut