Matthias Dell
19.01.2014 | 21:45 33

Es wird nicht lange dauern

Tatort Alle Fernsehfilmpreise auf der Stelle nach Konstanz schicken: Die Folge "Todesspiel" hat es in sich, zieht alle Register, ist eine, die man so schnell nicht vergisst

Die Konstanzer Folge Todesspiel (SWR-Redaktion: Ulrich Herrmann, Manfred Hattendorf) legt bereits mit dem Titel alle ihre Ambitionen auf den Tisch: Todesspiel ist ja kein Name, den man eben mal dahinsagt, weil einem nichts Besseres einfällt, nein, nein, nein, Todesspiel ist eine totalbewusste Entscheidung, gerade weil die Paarung der beiden Abstrakta klingen könnte wie eben mal dahingesagt, weil einem nichts Besseres eingefallen ist.

Außerdem nimmt ein solcher Titel es durchaus mit der deutschen Fernsehgeschichte auf, mit Heinrich Breloers RAF-Deutscher-Herbst-Dokudrama. Es spricht für die breite Brust, das heiße Herz, den abgeputzten Mund dieser nicht anders als superklassisch zu nennenden Maran-Film-Produktion (verantwortlich: Uwe Franke), einfach mal davon auszugehen, dass die Google-Suche sich künftig zu den eigenen Gunsten optimiert durch den Fame, der diesem Film von nun an vorauseilen wird wie der schlechte Mundgeruch dem nüchtern kettenrauchenden Kaffeetrinker – dass bei der Eingabe Todesspiel im Suchschlitz zuerst der Tatort gefunden wird und dann erst Breloer.

Wohlan, unsern Segen hat die Folge, ein Feuerwerk der deutschen Fernsehfilmkunst, bei dem ein Kracher nach dem andern abgefackelt wird. Wenn jeder Spitzeneinfall dieser Folge (Regie: Jürgen Bretzinger, Buch: Birgit Grosz und Jürgen Pomorin aka Leo P. Ard) als Pfeil beim Dartwerfen in der Eckkneipe zum Einsatz käme – er träfe doch immer nur ins Schwärzeste. Schon der Auftakt macht ganz kribbelig (Verschämte Frage: Sind wir hier im falschen Film?): Prickelnd-knisternde Erotik zu verführerischer Musik, die aber umgehend sanft und entschieden aufs Kreuz der Gesellschafts-, ja, man muss es so sagen: Kapitalismuskritik gelegt wird.

Russisch Roulette ohne Kugeln

Denn der Schnösel, der alles haben kann (Frau Blum, gespielt von Eva Mattes, zurecht erbost: "32 Jahre alt und noch nie gearbeitet, was machen solche Leute den ganzen Tag?"), erweist sich als unsympathischer Liebhaber (Michael Pink), der mit zynischen Spielchen (Russisch Roulette ohne Kugeln) sich und seinen abhängig befreundeten Buddies den Tag vertreibt. Ein ganz dicker Pluspunkt auch für die Sonntagabendkrimi-Koordination, die nun schon drei Folgen lang Domino an die Zuschauererinnerungen anlegt: vom Torture Porn zum Torture Porn zu den Handschellenspielchen hier.

Das Schwierige bei diesem allerhöchsten Lob, das auf Todesspiel formuliert werden muss, ist die Frage: Wo anfangen? Ist es die ungemein clevere Idee des Buchs, bei der Suche nach dem Mörder des Unterdrücker-Schnösels durch den beträchtlichen Freundeskreis gleich mehrere (falsche) Fährten auszulegen? Oder geht's schon bei diesem Freundeskreis los, der doch nebenher ein äußerst beredtes, ja, fast dokumentarisch anmutendes Panorama des (leider!) verzogenen Wohlstands unserer Zeit entwirft: die "geparkte" Boutique-Besitzerin Nadine (Alexandra Fiedler), die kosmopolitische Architektin Alisa (Anna Bederke) in ihrer geschmackvoll inszenierten Wohnung, der Hedgefonds-Manager Marcus (Torsten Liebrecht) und last, but definitly not least Castingshow-Teilnehmer-Sänger-Star Daniel (Daniel Roesner), der von, welch' subtile Form der Medienkritik, von der hoffnungslos verknallten Beckchen (Justine Hauer) und zwei, drei autogrammwünschenden Beamten auf dem Flur bewundert wird (So leicht geben wir uns "falschen" Helden hin, statt die stillen Stars des Alltags zu schätzen!).

Die Schattenseiten des Castingshow-Ruhms werden allerdings nicht verschwiegen, ja, von Daniel selbst angesprochen im vertrauten Gespräch mit Perlmann (Sebastian Bezzel). Zu den Verdächtigen kommt dann noch der Geschädigtenvater Nobbe (Thomas Balou Martin) hinzu, der gleich zu Beginn mit seiner Entscheidung, zum Tatort zu fahren, obwohl der gar nicht im Einsatzgebiet liegt, feinsinnig Irritation beim Zuschauer bewirkt.

Undercovereinsatz vom Feinsten

Es ist nicht leicht zu sagen, wer sich die Verantwortung für die großen Erfolge gutschreiben kann, Filmdreh ist bekanntlich Teamarbeit. Besticht Todesspiel in unnachahmlicher Manier, weil Bretzinger sein Schauspieler so lebendig inszeniert? Auf unkonventionelle, noch nie gesehene Bilder verfällt, wie das plötzliche Auftauchen Frau Blums im Spiegel Frau Sanders'? Oder muss man das Autorengespann preisen, das nicht Dienst nach Vorschrift macht, sondern sich lauter funkelnde Kleinigkeiten einfallen lässt.

Wenn Perlmann etwa in die Boutique von der geparkten Nadine muss, dann verbindet er das mit einem humorvoll-witzigen Spruch: "Ich brauch eh mal ein neues Sakko." Um in der Boutique eine treffende Persiflage auf den typischen Verkaufsjargon von Sakkoverkäuferinnen zu liefern ("Dieses matte Petrol korrespondiert ganz wunderbar mit ihrer Augenfarbe"), den dann – so komplex ist die Erzählung dieser Folge – bei Gelegenheit die Verkäuferin Nadine tatsächlich mit einem Augenzwinkern anbringt. Treffer, versenkt. So geht Subversion heute.

Überhaupt Perlmann: Aus einem verspäteten Eintreffen wegen Urlaubs (virtuos: das Geschenkeannehmen von Beckchen/Frau Blum) wird hier ganz nebenbei ein Undercovereinsatz kreiert, der es in sich hat. Die 1120-Euro-Ausgaben, die Perlmann quasi als Eintritt in seine neue, dekadente Gesellschaft zahlen muss, erzeugen – und spätestens da ist die Wagner powered Vokabel vom Leitmotiv nicht mehr zu unterdrücken – eine Binnenspannung, die es ebenfalls in sich hat.

Alles, wirklich alles

Zum Glück bleibt der sympathische Kommissar am Ende nicht auf seinen, offensichtlich unter Zwang gezahlten Ausgaben (sonst wäre er doch gleich aufgeflogen) sitzen. Das einzig Traurige an der Geldzurückgebeszene, die Frau Blum und Beckchen mit großer Genugtuung zelebrieren, ist eigentlich nur, dass dieser Tatort der Spitzenklasse da schon vorbei ist.

Wenn die ARD die beliebte Reihe von heute auf morgen einstellen würde, uns müsste nicht bange sein, könnten wir doch beruhigt sagen: Dank Todesspiel haben wir alles gesehen, wirklich alles. Also wirklich alles.

Ein Satz, den man im wahren Leben auch gern einmal sagen würde: "Der Idiot hat gesungen, die Polizei will mit mir reden"

Etwas für den Grabstein: "Er wollt beweisen, dass er cooler und mutiger ist als wir alle zusammen"

Herausragende Distinktionsgewinnspiele der Gegenwart: "Hast du nicht gesagt, du gehst nicht ins Riff, weil die Leute hier so ätzend sind?"

Kommentare (33)

DanielW 20.01.2014 | 10:47

Ich fand den Tatort ziemlich gut, die Auflösung originell, die kleinen Witzschen am Rande - wie etwa das Geschenkevertauschen durch Beckchen - liebevoll inszeniert und mit viel Spielfreude durchgeführt, und insgesamt schlüssig und ohne Fragen oder Verwirrung des Zuschauers - wie?, warum denn diese Wendung? Das hat er/sie doch wissen müssen! - am Ende, sehr gut war der Part des ehemaligen Castingshowzweiten Daniel, da war nichts zum Fremdschämen dabei wie sonst so oft in solchen Fällen, und ich verstehe Ihr Lob durchaus nicht als ironischen Verriss, wie einige ander hier, denn sie loben schließlich die tatsächlich guten und gelungenen Szenen und Einfälle, ich kann kein Ironie in ihrer Rezension entdecken (oder bin ich tatsächlich zu blöd, sie zu finden?), nur war ich mir nicht ganz sicher, lieber Herr Dell: Sind Sie frisch verliebt oder waren Sie bekifft beim Schreiben? Beides sei Ihnen durchaus gegönnt, aber so überschwänglich wie in diesem Text habe ich Sie doch noch nie hier erlebt...

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Ehemaliger Nutzer 20.01.2014 | 11:06

Bleibt die Frage: was nun?

Ermittler ohne Eigenschaften, die ihren Job machen, keinerlei persönliche Verwicklungen, weder in den Fall noch überhaupt. Ideal, um die Erwartungen in Geiselnahmen, inszenierte Unfälle und und Alkoholprobleme wieder in den Alltag zu holen.

Muss man sich nun um Dells Job sorgen? Wetten dass ist ja auch nicht mehr "dass". Vielleicht die ZDF-Sokos?

lebowski 20.01.2014 | 11:16

@Dell

Der Tatort krankt ja schon länger daran, dass er Thriller, Drama und Gesellschaftkritik in 90 Minuten unterbringen will.

Die Latte liegt immer so hoch, dass man nur drunterherspringen kann und es ist etwas ermüdend, sich die ständigen Fehlversuche Sonntag für Sonntag anzuschauen.

Also sollte man die Latte etwas tiefer legen und nur versuchen, einen spannenden Krimi hinzukriegen. Das ZDF schafft das ja auch mit einigen Krimiformaten. Die Gesellschaftskritik und das Drama kommen dann automatisch, denn wo gemordet, liegt gesellschaftlich einiges im Argen und dramatisch ist es ohnehin.

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Ehemaliger Nutzer 20.01.2014 | 11:29

Na Herr Dell, da haben Sie den Film, über den Sie schreiben, endlich erst gesehen und dann beschrieben, und doch ist die Reaktion alles andere als schmeichelhaft. Sollten Sie nun innerlich Zweifel hegen, wie es sein kann, dass Eva Mattes und ein Plot aus der Asservatenkammer kein Burner ist, obwohl Sie doch Superlative und Steigerungen verwenden, kann das daran liegen, dass "agonizingly boring" einfach nicht steigerungsfähig ist.

Matthias Dell 20.01.2014 | 11:39

die geister, die ich rief bzw. jetzt muss ich doch noch mal "auflösen": linarennt hat natürlich völlig recht, bei diesem tatort war "gegenteiltag" (sarah rudolph), das ist alles, äh, ironisch gemeint - was ich bei ihrem kommentar dann auch umgehend unterstellen würde. und der grund dafür war einzig und allein: verzweiflung, wenn überhaupt, oder erschöpfung: wie man ernsthaft so einen film machen kann, der eben nicht industrielle vorabendsoap sein soll

afromme 20.01.2014 | 12:30

Zwei Dinge, die man als Schreiber/Autor/Journalist ueber Ironie wissen sollte:
* Man muss sie beherrschen.

* Sie besteht aus mehr als "alles ins Gegenteil verkehren".

* Sie sollte sparsam eingesetzt werden. Auf laengeren Strecken wirkt sie - speziell im plumpen "Alles-ins-Gegenteil-Verkehren"-Stil - extrem ermuedend und ennervierend.

Ulrich Lange 20.01.2014 | 13:20

"Ich hol' dann mal die Fleckenschere..."

Die dekadenteste Szene, in der die Butiken-Zicke den reklamierten Lippenstift einfach aus dem Bündchen des Neuteils schneidet, wurde hier m.E. noch nicht ausreichend gewürdigt. Das war das Beste zum Unterthema Bekleidungseinzelhandel seit Loriots Rentner Erwin Lottemann (http://www.youtube.com/watch?v=Sn9qBx20YZ0#t=194).

Herrn Dells Eloge kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Ein handwerklich gelungener Tatort ganz ohne Zweifel. Kein völlig überspieltes Polizei-Personal mit unheilbaren Krankheiten oder Kindheitstraumata, keine in das Privatleben der Ermittler verwobene Spielhandlung, wo Opfer oder Täter zumindest Bekannte, wenn nicht sogar Freunde oder früh getrennte Zwillinge irgendwelcher naher Angehöriger sind.

Aber ich teile den Eindruck einiger Foristen, dass der Plot ein (wenn auch gelungener) Mix aus allen möglichen, irgendwie auch schon mal gesehenen Filmhandlungen war. Und das Ende der Täterin - mal wieder mit Kosovo-Trauma - war arg vorhersehbar. So enden eben Täterinnen mit entsprechendem Lebensschicksal gern.

Wunsch für die Besetzungsliste, damit wäre wenigstens ein echter Verrückter mit dabei gewesen: Daniel Kübelböck in der Rolle des Daniel.

Dreizehn 20.01.2014 | 15:37

Woher stammt die Idee für diesen Film?

Ich habe mal erlebt, wie in einem Restaurant eine Gruppe angetrunkener Yuppies dem Verkäufer einer Obdachlosenzeitung einen Hunderter angeboten hat, wenn er auf die Knie gehen und wie ein Hund bellen würde. Ich war sprachlos. Obwohl er sicherlich das Geld gebrauchen konnte, besaß der Mann so viel Würde, es nicht zu machen und den Typen den Stinkefinger zu zeigen. Als der Mann gegangen war, wechselten einige Hunderter die Besitzer. Die hatten doch tatsächlich gewettet, wie der Mann reagieren würde. Diese Szene werde ich nie vergessen.

[aus einem Interview in der ARD mit dem Drehbuchautor]

Achtermann 20.01.2014 | 16:42

Ich wundere mich, dass eine Schauspielerin wie Eva Mattes, die viele wichtige Theater- und Filmpreise gewonnen hat, eine solche Rolle übernimmt. Gut, Vertrag ist Vertrag. Wir haben jüngst im Freitag gelesen, wie der saarländische Kommissar ausgebootet worden ist und in eine eher präkere finanzielle Situation sich hineigeworfen sah, aber bei Frau Mattes kann doch Geld kein Grund mehr sein, diese Rolle spielen zu müssen. Das schadet ihr mehr als es ihr beruflich und vielleicht auch pekuniär nutzt.

Ulrich Lange 20.01.2014 | 17:53

@ Dell-Ranicki ("Ich kann nicht anders, ich muss nörgeln!")

Ja, die Geister, die Sie riefen... Bin ich doch durch Ihre feinziselierten Wortkaskaden unter hintersinnigen Anspielungen glatt ins Dellirium gefallen und habe den Gegenteil-Tag verpasst (macht nichts, unsere Pizzeria hat demnächst wieder Schnitzel-Tag, da bin ich dann auch wieder unheimlich ironisch).

Erschöpft von so viel Ironie kann ich auch nur sagen: Ich möchte lösen (und zwar in des Wortes waidmännischer Bedeutung ).

Wiesengrund 20.01.2014 | 23:59

Lieber Herr Dell,

ich war mir gestern gar nicht sicher, ob die Besprechung von Ihnen stammt - trotz allseitiger Anglizismen... Mir schienen die Sätze im Vergleich zu Ihrer sonstigen Syntax ´eindimensional` und auch die Bilder wenig elegant ("wie der schlechte Mundgeruch dem nüchtern kettenrauchenden Kaffeetrinker"). Haben Sie die Foren-Kritik der letzten Runden berücksichtigt und sind jetzt um mehr Verständlichkeit bemüht? Oder hängt meine Irritation mit der versuchten Ironie (Gegenteiltag) zusammen?

Salut

Wiesengrund

Roger11 21.01.2014 | 03:06

Polizeiruf 110 vs. Tatort: 3:0

Beispiel Rostock. Anneke Kim Sarnau als stets dröge und pampige Komissarin König sowie Kollege Charly Hübner alias Bukow, dessen Ehesituation allen, nur nicht ihm klar zu sein scheint, sind in ihren angelegten Charakteren so stark, dass sie locker eventuell vorhandene Drehbuch- und Dialogschwächen in den Hintergrund schieben. US-Drehbuchpabst Vale hätte seine echte Freude an den Beiden.

Damit ist eigentlich schon alles gesagt bzgl. des Tatort aus Konstanz. Ich verstehe nicht, warum eine so großartige Schauspielerin wie Eva Matthes sich eine derart konturlose Komissarin gefallen lässt? Schon mal Bella Block gesehen?

Und jetzt zur Tatort-Reihe an sich:

Es ist eh ein Armutszeugnis, wie sich die ARD-Programmplaner seit einiger Zeit ihre Sendelöcher stopfen in den Dritten mit Wiederholungen und Wiederholungen, teilweise 4-fach im Abendprogramm! Klar, spart Geld. Bloss nichts neu einkaufen müssen bei HBO oder bei den kreativen Skandinaviern. Diese Tatort-Revivals aber grenzen an Selbstbeweihräucherung übelsten Qualms. Da wird wiederverwertet und wiederverwurstet, was man sich offensichtlich als Sternstunde der öffentlich-rechtlichen Unterhaltungskunst einzureden versucht. Wow, ist das arm.

ZDF und ARD unterscheiden sich insofern, dass letztere ö.A. dem Föderalismus unterliegt. Das führt nachgewiesermassen zu Diletantismus im redaktionellen Kleinklein, was letztlich auf dem Buckel der Schauspieler inlc. Crew und Produktion ausgetragen wird. Gott sei Dank gibt es da diese paar wenigen, positiven Ausnahmen, eben die Rostocker Ermittler König und Bukow, oder auch Batic und Leitmayr aus Minga, die den Tatort hoch halten.

Fazit? Ja, echte Köpfe brauchts, vor und hinter der Kamera. Mit Traute, mit Mut zum Blick hinter die Fassade und in den Abgrund. Auch als verantwortlicher Redakteur bei ARD oder ZDF.

Und Vale zu studieren sollte für angehende Filmemacher ein absolutes Muss sein.

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KairaMainhattan 22.01.2014 | 23:06

Genau die angemessene Besprechung zu diesem Tatort, Herr Dell, und lustig noch dazu! Den Tatort allerdings fand ich ganz und gar nicht lustig. Beim Zuschauen kam ich mir ziemlich dämlich vor: Die Verantwortlichen setzen anscheinend eine "Vorabendsoap-Verblödung" des Großteils der ZuschauerInnen voraus. Eine derart "brüllende Gesellschaftskritik" , eingebettet in einen "hochkomplexen, wahnsinnig spannenden Kriminalfall" würden 12-jährige HauptschülerInnen ihrem ambitionierten GesellschaftskundelehrerInnen um die Ohren hauen, wenn dieser der auf die Idee gekommen wäre, dieses "Krimi-Machwerk" zur Veranschaulichung gesellschaftlicher Widersprüche, sozialer Ungleichheiten ect. in den Unterricht einzubringen. Jedoch gut für die Kinder: man hat nicht allzuviel Blut zu sehen bekommen, keine abgeschnittenen Zungen, verstümmelte Sexualorgane u. ä. Gräulichkeiten. Und auch gut: Der nächste Tatort wird sicherlich besser!