In größter Nähe, so fern

IM KINO "In The Mood For Love" von Wong Kar-wai zeigt den unerfüllten Zustand, der den Nährboden der Liebe ausmacht
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Vielleicht, dies vorweg, gibt es den ganzen Film ja nur, damit es Maggie Cheungs Anmut geben kann. Wenn die strengen Geigenklänge ertönen, alle Aktion sich verlangsamt und die Hauptdarstellerin also durch die Szenerie schreitet, in hochgeschlossenen Kleidern, stolz und ein wenig kühl, und unaufdringlich verfolgt von der Kamera, dann lässt sich nur schwer vom Gehen in seinem zweckbestimmten Sinne sprechen, wo doch hier jede Bewegung so beherrscht, so gekonnt wirkt; so subtil: ein sanftes Wogen. Und das reicht eigentlich auch schon, es brauchte keine Geschichte mehr und keine anderen Bilder, und alles wäre gesagt. Es reichte, dass der Film Maggie Cheung schwebend macht.

Nun aber verfügt In The Mood For Love durchaus über eine Geschichte und durchaus auch