Mit Versöhnung hat das nichts zu tun

Im Gespräch Sandra Prechtel und Sascha Hilpert über das Stockholm-Syndrom bei der Arbeit an ihrem Dokumentarfilm, einen verzerrten Blick des Westens auf den Osten und poetische Momente in Stasi-Akten
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Freitag: Zur Frage der Himmelsrichtungen: Können nur Westler Ostgeschichten erzählen?
SANDRA PRECHTEL: Ich mag diese Diskussionen nicht, wir Westler würden den Ostlern ihre Geschichte wegnehmen, das finde ich absurd. Ich würde mir umgekehrt wünschen, dass es vielmehr Leute mit einer Ostsozialisation gäbe, die sich der Bundesrepublik annehmen, mit ihrem Blick darauf gucken und mir ein anderes Bild zurückgeben würden.

Haben Sie während der Arbeit zu spüren bekommen, dass Sie Westler sind?
SASCHA HILPERT: Die erste Begegnung mit Wolfgang Lötzsch war schon interessant. Er hatte nicht viele Fragen an uns, aber eine, die ihm sehr wichtig war und schnell gestellt wurde: Kommt ihr aus dem Osten oder aus dem Westen? Wie auch immer man das interp