Nichts

Polizeiruf Zum Abschied eine Träne: Die intrinsische Hauptkommissarin Johanna Herz (Imogen Kogge) ermittelt zum letzten Mal in Brandenburg - und zwar in den eigenen Reihen

Abschied für Johanna Herz aka Imogen Kogge im Brandenburger Polizeiruf. Auch wenn ein Adieu immer mit Wehmut verbunden ist – zumal wenn der tapfere Krause (Horst Krause) noch einmal so rührend pariert –, so richtig schwer ums Herz wird einem dann doch nicht. Und wenn man weiß, dass die auf ein jüngeres Publikum zielende Maria Simon künftig die Ermittlungen in der Fläche des RBB-Sendegebietes übernehmen wird, dann versteht man aufs Neue, wie unzeitgemäß eine eher besonnene, wenn man so sagen kann, intrinsische Ermittlerin wie Johanna Herz wirkt.
Die letzte Folge kommt mit ihren mehrfachen turns und der ungewöhnlichen Dramaturgie (Buch: Annette Hess) – es wird wegen eines Todes ermittelt, der keiner ist, und erst die Ermittlungen bringen den Mord hervor, der eine verhaftbare Täterin produziert – unseren schon öfter geäußerten, leicht altmodischen Ansprüchen an Spannung durchaus entgegen. Dass Fremde im Spiegel aber nicht übermäßig fesselt, liegt auch an der hypersensitiven Inszenierung von Ed Herzog: Die Bilder, die häufiger von einer stolzen Polizeischule in Oranienburg erzählen, sind passenderweise ins Polizeiblau gefärbt, damit sie den psychischen Problemen (feelin' blue), die Christine Teichow (Katharina Schüttler) hat, auf halbem Wege entgegenkommen. Das lässt sich leider auch über die Musik sagen (Ulrich Reuter).
Wo die Psychiatrie dem Drehbuch die Fälle diktiert, ist es mit Befunden über die Gesellschaft schwierig – zumal Christines an Schizophrenie grenzende Borderline-Disposition sich vor allem dem Verhältnis zu diesem ungemein sympathischen Vater zu verdanken scheint, der am Ende dann doch noch mal aus Kambodscha zurückkehrt, weil sein beachtliches Haus in Flammen steht (by the way: dieser etwas mühsame Jogger aus der so genannten 60plus-Generation hatte sich letzte Woche doch noch an den Putzdiensten des Pflegekindes im Lindholm-Fall delektiert).

Im Hotel Benn


Für mich soll's rote Rosen regnen.
Fremde im Spiegel

Nicht verstanden: Wie konnte das Reh zur Gefahr werden, wo es doch am Straßenrand festgebunden war?


Jetzt schnell sein!

der Freitag digital im Probeabo - für kurze Zeit nur € 2 für 2 Monate!

Geschrieben von

Matthias Dell

Filmverantwortlicher

Matthias Dell

Freitag-Abo mit dem neuen Roman von Jakob Augstein Jetzt Ihr handsigniertes Exemplar sichern

Print

Erhalten Sie die Printausgabe zum rabattierten Preis inkl. dem Roman „Die Farbe des Feuers“.

Zur Print-Aktion

Digital

Lesen Sie den digitalen Freitag zum Vorteilspreis und entdecken Sie „Die Farbe des Feuers“.

Zur Digital-Aktion

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Unabhängiger und kritischer Journalismus braucht aber Unterstützung. Wir freuen uns daher, wenn Sie den Freitag abonnieren und dabei mithelfen, eine vielfältige Medienlandschaft zu erhalten. Dafür bedanken wir uns schon jetzt bei Ihnen!

Jetzt kostenlos testen