Premium-Betrug

Kommentar III Die Europäische Fußball-Union UEFA hat kürzlich öffentlich gemacht, dass 26 Spiele ihrer Wettbewerbe unter dem Verdacht der Manipulation stehen. ...

Die Europäische Fußball-Union UEFA hat kürzlich öffentlich gemacht, dass 26 Spiele ihrer Wettbewerbe unter dem Verdacht der Manipulation stehen. Spiele, deren Ausgang von Betrügern aus Asien bestimmt wurde, damit hohe Wetteinsätze ebenso hohe Gewinne garantieren. Nun kann man über die Globalisierung fluchen, die solche Transaktionen überhaupt erst möglich macht. Man kann dem Glücksspiel vorwerfen, dass es auch nicht mehr ist, was es mal war, besteht sein Reiz doch darin, eben nicht beeinflussen zu können, ob man gewinnt oder verliert. Damit verfehlt man aber naturgemäß den Kern des Problems. Betrogen wird ja nicht, weil es das Internet gibt oder Wetten erlaubt ist. Betrogen wird, wo Geld verdient wird. Und wo viel Geld verdient wird, wird auch viel betrogen. Insofern sind die kriminellen Auswüchse im Spitzensport wie in anderen Branchen nur das Symptom der Kommerzialisierung, die es solange gibt wie den Spitzensport selbst. Dass Sport ein Geschäft ist, wird durch Betrüger vielleicht nur deutlicher als durch Vereinsmanager, die von "Premium-Produkten" träumen. Beide sind zwei Seiten einer Medaille.

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