medvedin

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RE: Ein schmaler Grat | 07.12.2010 | 22:49

Mal angenommen, es sei an dem. Dann ist es aber doch höchst verantwortungslos, einfach so weiter zu machen wie gehabt. Die richtige Konsequenz wäre, sich mit äußerster Behutsamkeit zu verhalten - mindestens bis die Problemlage eindeutig geklärt ist. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die ökologische Krise noch andere Seiten hat: Übernutzung von Land- und Wasser-Ressourcen, Verluste an Artenvielfalt etc. - und die lassen sich nun wirklich nicht auf Naturspiele zurückführen.

RE: Ein schmaler Grat | 07.12.2010 | 18:03

Ökodiktatur oder Ökokratie - das ist doch gehupft wie gesprungen. Ob in Berlin oder in Brüssel, eine winzige Schar von "Auserwählten" soll besser wissen und können, wo´s langzugehen mit der Gesellschaft als die Millionen, welche diese Gesellschaft in ihrem Alltag leben? Und längst ahnen, dass es so auf die Dauer nicht weitergehen kann.
Ohne radikale Veränderungen in der Lebensweise und ihres materiellen Kerns, des dominanten Konsummodells, kann es keinen sozial-ökologischen Umbau geben. Geschichtlich ist erwiesen, dass sich eine neue Produktionsweise am schwersten tut mit der notwendigen Anpassung des Lebens jenseits von Arbeit und Produktion. Die kapitalistische Gesellschaft hat über 4 Jahrhunderte dazu gebraucht und gerade mal, vor etwa 50 Jahren da angelangt, ist dieses Modell der Massenkonsumtion auf der Basis industrieller Massenproduktion standardisierter Konsumgüter bereits wieder in seine Krise gerutscht.
Wie die Leute leben "sollen", das lässt sich eben nicht so einfach von oben dekretieren oder über die Zwänge des Marktes durchsetzen. Und das ist gut so! Optionen zu "anders leben" müssen von den Leuten angenommen, d. h. geprüft, ausprobiert, korrigiert und ergänzt, den individuellen Gegebenheiten und Wünschen angepasst werden. Ökodiktatur wie auch -kratie würden zu allem möglichen führen, aber bestimmt nicht zu einer Lebensweise der Nachhaltigkeit.
Gegen Ende der `90er hat Michael Jäger (Freitag) in den damaligen Cross-Over-Dialog die Idee von Verbraucherwahlen eingebracht: 82 Mio Konsumenten - der mit Abstand größte Verein hierzulande - stimmen in periodischen Zeitintervallen, sagen wir mal, alle 10 Jahre, über Grundrichtungen der Konsumentwicklung ab. Beispiel Verkehr: Experten arbeiten, ausgehend von den in diesem Zeitraum für den Sektor verfügbaren materiellen und finanziellen Ressourcen, alternierende Konzepte aus. Etwa (stark vereinfacht) so: A) 70 % der Ressourcen für Erhaltung und Ausbau des Individualverkehrs, 30 % für den öffentlichen?
Oder B) umgekehrt? Die Wahlresultate sind verbindlich. Parlament hat auf dieser Grundlage entsprechende Gesetze zu erlassen, Regierung und Behörden die Durchsetzung zu gewährleisten. Auch die Wirtschaft ist daran gebunden, sie erhält Produktionsquoten zugeteilt.
Das wäre ein Projekt, das es in sich hat ... Demokratisierung der Grundentscheidungen über die Entwicklung der Lebensweise! In solchen Dimnsionen sollten wir heute schon denken. Die Zeichen der Zeit stehen doch gar nicht so schlecht dafür.

RE: No we can't - Warum Obama die schlechteste aller Lösungen ist! | 06.04.2009 | 02:37

Zu dem Beitrag von Monkey wäre nur noch hinzuzufügen: Obama steht und fällt mit der Bewegung, die ihn trägt und treibt, auch indem sie ihn kritisiert. Europa in Bewegung bringen, das wäre unsere Sache eher als Krittelei aus den Sofapolstern heraus. Von Nutzen für Obama wie für uns.