Meinenstein

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RE: Bizarre Blüten | 02.05.2020 | 13:21

Der Artikel zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, mit passendem Titelbild und wichtiger herausgestellter Fragestellung, die uns weiterhelfen kann! Danke Herr Augstein!

Meine „selbstgedrehte“ lange Antwort als Kommentar

PARADIGMENWECHSEL

Wo sind wir gerade?

Ich verstehe Herrn Augstein so, dass wir uns mittlerweile an einem Punkt befinden, wo die Diskussion darüber, „ob“ die generierten Gesundheitsrisiken (bzgl. unbekanntem Krankheitserreger) gerechtfertigt sind oder nicht, uns für die weitere nun folgende und anbrechende Zeit, nicht mehr wirklich weiterhilft.

Zusammengefasst: Mensch darf hier durchaus zu dem Schluss kommen, dass hier - an dem uns allen zur Verfügung stehendem Tisch „Internet“ - alle Meinungen und Experten gehört worden sind und ihre Meinung kund tun durften. Wer da wem zugehört hat und wem nicht, oder die Tatsache, dass hier nun immer mehr auch Zensur stattfindet, spielt dabei eigentlich keine große Rolle mehr.

Es reicht doch (!?)und wir dürfen uns nach diesem intensiven Konsum des Meinungs- und Expertenaustausches, der im Rahmen unserer eigenen Infromationsauswahl im medialen Angebot stattgefunden hat, nun auch auf die Position stellen, die uns die Frage erlaubt: Was machen wir nun mit diesen Erkenntnissen? Wie gehen wir damit um?

Auf welcher Grundlage geht es weiter?

Wir dürfen und müssen uns jetzt diese Fragen stellen, weil das Leben weiter geht und es müssen in irgendeiner Art und Weise Entscheidungen getroffen werden, damit wir nicht völlig planlos durch unser weiteres Leben irren und wir in unserer Gefühlswelt und auch in der Gesellschaft nicht einfach irgendwelche Eigendynamiken enfalten lassen können. Das geht gar nicht oder nur schief! Wir alle, sind selbstverständlich - wie auch sonst, im (vergangenen) normalen Leben auch - in der Verantwortung und aufgefordert, uns kurz- , mittel- und langfristig mit den weiteren Perspektiven und Möglichkeiten zu befassen und hier Richtungen einzuschlagen, um nicht in einem Chaos oder Überwachungstaat zu landen.

Weiter so nach Verordneter Vorgabe?

Konkreter wird es aus medizinischer und naturwissenschaftlicher Sicht, ohne weitere Heranziehung repräsentativer Studien, die auch Zeit brauchen, vorerst einmal nicht. Wir müssen uns mit den bisherigen Erkenntnissen des weltweit bestehenden gesammelten Expertenspektrums vorerst begnügen und können dieses auch.

Was sagt der Bauch?

Ebenso scheint es offensichtlich, dass die getroffenen Schutzmassnahmen auf lange Sicht nicht mehr zu halten sind. Argumente hin oder her, irgendwann entscheidet auch der Bauch(!) und die Intuition. Das ist nicht nur eine Binnsenweisheit, sondern wir wissen mittlerweile auch, dass unser Bauch, incl. Verdauungstrakt, sehr wohl eine bedeutende Erweiterung unseres Denkapparates (auch Gehirn genannt)ist. Es käme einer Anmaßung gleich, dieses „Bauchgefühl“ jemandem absprechen, gar bewerten oder moralisch einordnen zu wollen.

Öffentliche Diskussion der Gesellschaft

An diesem Punkt stehen wir meiner Meinung nach. Den Artikel finde ich, mit seiner Fragestellung, da sehr treffend plaziert und darüber hinaus eine sehr bedeutende Feststellung, die wir für sich genommen nicht unterschätzen sollten. Wir sind gut beraten die gesellschaftliche Debatte zuzulassen und über die weiteren Umstände vorurteilsfrei zu diskutieren.

Ob die Fortführung der Schutzmaßnahmen als erträglich, vertretbar und angemessen oder aber genau gegeteilig zu betrachten sind, ist eine subjektive Beurteilung, bei der es kein Richtig oder Falsch gibt.

Hier ist es für ein Weiterkommen Aufgabe und Notwendigkeit der Gesellschaft, im öffentlichen Diskurs und unter Zurückhaltung von privaten Extremausschlägen, eine Abwägung zu treffen und diese sollte/muss zugelassen werden.

Wollen wir uns sonst einfach zurücklehnen und die Regierenden gewähren lassen? Wohl kaum und Gefahr in Verzug ist nicht mehr!

Zeigen wir doch bitte, dass wir als Gesellschaft die Demokraten sind, die wir gerne sein wollen!

Wie sich dann die Abwägung in nächster Zeit entwickelt, wissen wir nicht. Es ist aber gewiss, dass es eben auch an der - sich mit den Umständen auseinandersetzenden - Gesellschaftt liegt und daran, wieweit sie in der Lage ist, besonnen und bereit eine demokratische Diskussion zu führen. Erst recht, wenn wir diesen wunderbaren Konferenzraum „Internet“ haben. Nutzen wir diesen als Debattierraum und verleihen ihm, mit aller Offenheit gegenüber anders denkenden und Bewahrung von Nettiquette auch mal eine gewisse Verbindlichkeit.

Welche Fragestellung könnte von Bedeutung sein?

Augstein: „. . .Wir aber sind auf dem Weg in das Zeitalter der totalen Medizin. In diesem unbekannten Land, dem wir uns nähern, könnten die seelischen, die sozialen und die wirtschaftlichen Verwüstungen auf Dauer tatsächlich mit denen des Krieges mithalten.“

Das mit der totalen Medizin, darf aus meiner Sicht getrost auf die Anwendungen der digitalen Welt im Allgemeinen gesehen werden. Es ergibt sich meines Erachtens mittlerweile wieder eine ganz grundsätzlichere Fragestellung von dem Verhältnis von Technik oder Moral!

Paradigmenwechsel!

Wir haben die letzten ca. 25 Jahre eine digitale Revolution erlebt, mit einer unglaublichen Vielfalt an faszinierenden Möglichkeiten, die uns da eröffnet wurden. das ist toll, das ist gut und schön. Wir haben darüber hinaus, aber eben auch den menschlichen Maßstab, dabei aus den Augen verloren, bzw. mussten in vielen Dingen auch loslassen und uns auf neue Dinge einlassen, ect.. auch das, Alles gut und schön. Aber ich denke auch, wir sind nun an einer Zeit und Entwicklungsphase angekommen, wo wir Gefahr laufen, an unseren eigenen Entwicklungen zu ersticken, wenn wir nicht erkennen und uns wieder in Erinnerung rufen, worum es doch eigentlich für uns auf diesem Planeten geht. Dasein und ein möglichst entwicklungsreiches, erfülltes und liebevolles Leben führen, in der Zeit die uns gegeben ist, oder . . . ?

Es ist nicht Gott gegebene Naturgewalt, dass wir die Entwicklungen, auf die wir uns die letzten 25 Jahre eingelassen haben, nicht auch abbremsen und relativieren können, um festzustellen, Huch (!), wo sind wir, die Menschen und unser Mensch sein denn eigentlich geblieben??

Was ist daran so falsch, hier eine andere Kommunikation und eine andere Wertschätzung auf den Weg zu bringen. Ich denke, dass das unsere zukünftige Aufgabe sein wird, wenn wir verhindern wollen, dass unsere Gesellschaften nur noch von oligarchen Technokraten regiert werden.

Ich sehe da eine Zeitenwende, die sich da gerade anbahnt und 2020 kristalisiert sich da gerade zu einem Wendepunkt?

Ich würde mir einen Paradigmenwechsel so sehr wünschen!

:-)

RE: Bizarre Blüten | 02.05.2020 | 04:20

Der Artikel zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, mit passendem Titelbild und wichtiger herausgestellter Fragestellung, die uns weiterhelfen kann! Danke Herr Augstein!

Meine „selbstgedrehte“ lange Antwort als Kommentar

PARADIGMENWECHSEL

Wo sind wir gerade?

Ich verstehe Herrn Augstein so, dass wir uns mittlerweile an einem Punkt befinden, wo die Diskussion darüber, „ob“ die generierten Gesundheitsrisiken (bzgl. unbekanntem Krankheitserreger) gerechtfertigt sind oder nicht, uns für die weitere nun folgende und anbrechende Zeit, nicht mehr wirklich weiterhilft.

Zusammengefasst: Mensch darf hier durchaus zu dem Schluss kommen, dass hier - an dem uns allen zur Verfügung stehendem Tisch „Internet“ - alle Meinungen und Experten gehört worden sind und ihre Meinung kund tun durften. Wer da wem zugehört hat und wem nicht, oder die Tatsache, dass hier nun immer mehr auch Zensur stattfindet, spielt dabei eigentlich keine große Rolle mehr.

Es reicht doch (!?)und wir dürfen uns nach diesem intensiven Konsum des Meinungs- und Expertenaustausches, der im Rahmen unserer eigenen Infromationsauswahl im medialen Angebot stattgefunden hat, nun auch auf die Position stellen, die uns die Frage erlaubt: Was machen wir nun mit diesen Erkenntnissen? Wie gehen wir damit um?

Auf welcher Grundlage geht es weiter?

Wir dürfen und müssen uns jetzt diese Fragen stellen, weil das Leben weiter geht und es müssen in irgendeiner Art und Weise Entscheidungen getroffen werden, damit wir nicht völlig planlos durch unser weiteres Leben irren und wir in unserer Gefühlswelt und auch in der Gesellschaft nicht einfach irgendwelche Eigendynamiken enfalten lassen können. Das geht gar nicht oder nur schief! Wir alle, sind selbstverständlich - wie auch sonst, im (vergangenen) normalen Leben auch - in der Verantwortung und aufgefordert, uns kurz- , mittel- und langfristig mit den weiteren Perspektiven und Möglichkeiten zu befassen und hier Richtungen einzuschlagen, um nicht in einem Chaos oder Überwachungstaat zu landen.

Weiter so nach Verordneter Vorgabe?

Konkreter wird es aus medizinischer und naturwissenschaftlicher Sicht, ohne weitere Heranziehung repräsentativer Studien, die auch Zeit brauchen, vorerst einmal nicht. Wir müssen uns mit den bisherigen Erkenntnissen des weltweit bestehenden gesammelten Expertenspektrums vorerst begnügen und können dieses auch.

Was sagt der Bauch?

Ebenso scheint es offensichtlich, dass die getroffenen Schutzmassnahmen auf lange Sicht nicht mehr zu halten sind. Argumente hin oder her, irgendwann entscheidet auch der Bauch(!) und die Intuition. Das ist nicht nur eine Binnsenweisheit, sondern wir wissen mittlerweile auch, dass unser Bauch, incl. Verdauungstrakt, sehr wohl eine bedeutende Erweiterung unseres Denkapparates (auch Gehirn genannt)ist. Es käme einer Anmaßung gleich, dieses „Bauchgefühl“ jemandem absprechen, gar bewerten oder moralisch einordnen zu wollen.

Öffentliche Diskussion der Gesellschaft

An diesem Punkt stehen wir meiner Meinung nach. Den Artikel finde ich, mit seiner Fragestellung, da sehr treffend plaziert und darüber hinaus eine sehr bedeutende Feststellung, die wir für sich genommen nicht unterschätzen sollten. Wir sind gut beraten die gesellschaftliche Debatte zuzulassen und über die weiteren Umstände vorurteilsfrei zu diskutieren.

Ob die Fortführung der Schutzmaßnahmen als erträglich, vertretbar und angemessen oder aber genau gegeteilig zu betrachten sind, ist eine subjektive Beurteilung, bei der es kein Richtig oder Falsch gibt.

Hier ist es für ein Weiterkommen Aufgabe und Notwendigkeit der Gesellschaft, im öffentlichen Diskurs und unter Zurückhaltung von privaten Extremausschlägen, eine Abwägung zu treffen und diese sollte/muss zugelassen werden.

Wollen wir uns sonst einfach zurücklehnen und die Regierenden gewähren lassen? Wohl kaum und Gefahr in Verzug ist nicht mehr!

Zeigen wir doch bitte, dass wir als Gesellschaft die Demokraten sind, die wir gerne sein wollen!

Wie sich dann die Abwägung in nächster Zeit entwickelt, wissen wir nicht. Es ist aber gewiss, dass es eben auch an der - sich mit den Umständen auseinandersetzenden - Gesellschaftt liegt und daran, wieweit sie in der Lage ist, besonnen und bereit eine demokratische Diskussion zu führen. Erst recht, wenn wir diesen wunderbaren Konferenzraum „Internet“ haben. Nutzen wir diesen als Debattierraum und verleihen ihm, mit aller Offenheit gegenüber anders denkenden und Bewahrung von Nettiquette auch mal eine gewisse Verbindlichkeit.

Welche Fragestellung könnte von Bedeutung sein?

Augstein: „. . .Wir aber sind auf dem Weg in das Zeitalter der totalen Medizin. In diesem unbekannten Land, dem wir uns nähern, könnten die seelischen, die sozialen und die wirtschaftlichen Verwüstungen auf Dauer tatsächlich mit denen des Krieges mithalten.“

Das mit der totalen Medizin, darf aus meiner Sicht getrost auf die Anwendungen der digitalen Welt im Allgemeinen gesehen werden. Es ergibt sich meines Erachtens mittlerweile wieder eine ganz grundsätzlichere Fragestellung von dem Verhältnis von Technik oder Moral!

Paradigmenwechsel!

Wir haben die letzten ca. 25 Jahre eine digitale Revolution erlebt, mit einer unglaublichen Vielfalt an faszinierenden Möglichkeiten, die uns da eröffnet wurden. das ist toll, das ist gut und schön. Wir haben darüber hinaus, aber eben auch den menschlichen Maßstab, dabei aus den Augen verloren, bzw. mussten in vielen Dingen auch loslassen und uns auf neue Dinge einlassen, ect.. auch das, Alles gut und schön. Aber ich denke auch, wir sind nun an einer Zeit und Entwicklungsphase angekommen, wo wir Gefahr laufen, an unseren eigenen Entwicklungen zu ersticken, wenn wir nicht erkennen und uns wieder in Erinnerung rufen, worum es doch eigentlich für uns auf diesem Planeten geht. Dasein und ein möglichst entwicklungsreiches, erfülltes und liebevolles Leben führen, in der Zeit die uns gegeben ist, oder . . . ?

Es ist nicht Gott gegebene Naturgewalt, dass wir die Entwicklungen, auf die wir uns die letzten 25 Jahre eingelassen haben, nicht auch abbremsen und relativieren können, um festzustellen, Huch (!), wo sind wir, die Menschen und unser Mensch sein denn eigentlich geblieben??

Was ist daran so falsch, hier eine andere Kommunikation und eine andere Wertschätzung auf den Weg zu bringen. Ich denke, dass das unsere zukünftige Aufgabe sein wird, wenn wir verhindern wollen, dass uns die Gesellschaften und Größenwahnsinnigen um die Ohren fliegen!

Ich sehe da eine Zeitenwende, die sich da gerade anbahnt und 2020 kristalisiert sich da gerade zu einem Wendepunkt? Ich würde mir einen Paradigmenwechsel so sehr wünschen!

Wer kann uns bei den Antworten helfen?

Selbstverständlich unser eigener gesunder Menschenverstand gepaart mit unseren eigenen Lebenserfahrungen.

Hier kann jeder suchen und kramen und wird mit Sicherheit fündig. Es lasse sich bitte niemand einreden, da sei etwas nicht von Bedeutung! Prinzipielle Haltungen und die Erfahrungen dazu, sind nicht abhängig von irgendeiner Größe und lassen sich in jeden Maßstab hineinprojezieren. Unser ganzes Denken und die Sprache sind metaphorisch aufgebaut. Wir entwickeln die Konzepte dazu aus den elementarsten Daseinserfahrungen auf dieser Welt. (s. George Lakoff und Mark Johnson, „Leben in Methaphern“, CarlAuer Verlag)

Wer noch?

Ich erinnnere an den Philosophen Gernot Böhme, Zitat Klappentext aus „Ethik leiblicher Existenz“,:

„Souverän ist der Mensch, sofern er anerkennt, dass er nicht Herr im eigenen Haus ist: Ein Subjekt, zu dem das Erleiden ebenso gehört wie das Handeln.“

Böhme hat in seinen vielen Essays und Schriften, es sehr ausführlich diskutiert und treffend herausgestellt, dass es in der Natur der Sache liegt, das Fortschritt in der Technik sich zunächst immer in ein moralisches Vakuum hinein entwickelt, weil wir die Anwendung vorher ja gar nicht kennen können. Es liegt somit auch in der Natur der Sache, dass erst mit der Entwicklung der Anwendungen - im Nachhinein erst - der menschliche Maßstab als gebotene Einschätzungsgröße eingeführt werden kann. Das gilt selbstverständlich auch für die Medizin oder den digitalen Errungenschaften.

Seien die Faszinationen der Möglichkeiten und die verführerischen Perspektiven auf Befriedigung von Begierden noch so groß, wir Mensch kommen doch schlußendlich nicht umhin, hinzuschauen und zur Kenntnis zu nehmen, was bei der Anwendung von Technik und Medizin auf „allen“ Seiten herauskommt.

Wir sind auch als Gesellschaft angehalten, Mensch und Natur als Maßstabsgröße, über die Entwicklung von Verhaltensnormen, einzuführen. Gesetze und Verordnungen sind da ersteinmal „nur“ notwenige Krücken, die wir brauchen, solange es keine entwickelten Moral- oder allgemeingültige Verhaltensvorstellungen gibt und solange die Menscheit vor Uneinsichtigen oder Missbrauch zu schützen ist.

*

Ich zitiere gerne aus dem Artikel, des Philosophen Marcus Gabriel, „Wir brauchen eine metaphysische Pandemie“,(https://www.uni-bonn.de/neues/201ewir-brauchen-eine-metaphysische-pandemie201c) : “Das Corona-Virus offenbart die Systemschwächen der herrschenden Ideologie des 21. Jahrhunderts. Dazu gehört der Irrglaube, dass wir durch naturwissenschaftlich-technologischen Fortschritt alleine schon menschlichen und moralischen Fortschritt vorantreiben können. Dieser Irrglaube verführt uns dazu zu glauben, die naturwissenschaftlichen Experten könnten allgemeine soziale Probleme lösen. Das Corona-Virus soll das jetzt vor aller Augen beweisen. Doch das wird sich als gefährlicher Irrtum herausstellen“.

*

Ich erinnere an Hanna Ahrendt. Sie ist z.Zt. meine teuerste Wegbegleiterin. Die Aktualität ihrer Gedankenwelt ist mir in diesen Tagen nahezu allgegenwärtig. Es liest sich gerade weg wie Butter und selten ist es mir passiert, dass ich die gelesenen Zeilen von ihr so leicht so lebendig nachvollziehen kann. Das muss wohl was zu bedeuten haben und hilft mir auch enorm die menschlichen Dimensionen zu begreifen, die da gerade in diesen Tagen, in vollem Umfang angesprochen und betroffen sind.

*

Ich erinnere an Thomas S. Kuhn, „Die Struktur wissenschaftlicher Revolution“, Zitat Klappentext: „Kuhns These lautet: Fortschritt in der Wissenschaft vollzieht sich nicht durch kontinuierliche Veräänderungen, sondern durch revolutionäre Prozesse; ein bisher geltendes Erklärungsmodell wird verworfen und durch ein anderes ersetzt. Diesen Vorgang bezeichnet sein berühmt gewordener Terminus „Paradigmenwechsel““

Was sagt mir meine eigene Lebenserfahrung?

Drei Beispiele aus meinem Leben

Tod der Mutter

An Krebs ist sie gestorben. Ihr Körper durchwachsen mit Metastasen. Wir Kinder hatten sie 6 Wochen im Hospitz besucht und jeden Tag an ihrem Bett gewacht und sie begleitet. Sie war intubiert und konnte nicht sprechen, die Schmerzen mit Morphium ruhig gestellt und dennoch haben wir noch soviel miteinander reden und klären können, was wir uns jahrelang nicht mehr zugestanden hatten. Die Augen sind der Zugang zur Seele sagt man. Eine kleinste Berührung kann so viel bedeuten. Es entwickelt sich eine transzendentale Kommunikation. Mensch spricht allein durch seine Anwesenheit, die Seelen so offen und aufrichtig dabei. Zeit? Zeit ist da völlig bedeutungslos! Ich bin so dankbar für diese Erfahrung, sie hat mein Verständnis von Leben um so vieles erweitert und ich kann sicher sein, dass die Mutter in Frieden von uns gegangen ist.

Die Vorstellung, dass aufgrund von Zahlenkonfetti und Maskerade, dass hätte nicht stattfinden sollen? Ich würde mit blossen Händen Wände einreißen, um mir und meinen Angehörigen solch eine Erfahrung nicht nehmen zu lassen.

Eine Opperation

Ein Tumor wurde in meinem Darm festgestellt. 3cm groß. Ob es Krebs ist, wisse man nicht. Auf jeden Fall war ein Eingriff und Verlust eines Darmabschnittes notwenig. Ich hatte große Angst, brauchte ehrliche und auklärende Informationen über die Risiken und Gefahren. Ich wollte eine glaubhafte Perspektive und hätte es niemandem gestattet, da mit Informationen und Risikoszenarien herumzueiern.

Ich war überrascht: Alle Ärzte die mich berieten, hatten sich Zeit genommen und mich bestimmen lassen, wann das Gespräch zu Ende ist und in welche Richtung es geht. Ich war sehr sehr froh darüber und es hat mir sehr geholfen eine Position zu finden, wo ich sagen konnte, ok es macht jetzt keinen Sinn mehr noch weitere 10 Experten zu fragen, jetzt ist es an dir selbst Vertrauen zu entwickeln und sich dem Schicksal zu stellen und sich darauf einzulassen, mit allen Konsequenzen. Die Operation verlief sehr gut. Auf die endgültige Diagnose, ob ein böser Geist am Werke war, musste ich sechs Wochen warten. Ich habe mich nicht kirre machen lassen, Gespräche geführt, Gedanken sortiert und 5 Wochen durchgehalten. In den letzten Tagen, vor der Bekanntgabe der Untersuchungsergebnisse, bin ich dann mehrmals - Draußen - beim Anblick des blühenden Lebens, in Tränen ausgebrochen und musste mich setzen. Mir wurde wieder einmal sehr klar, worauf es eigentlich ankommt im Leben und wie gerne ich erfüllt lebendig bin. Ich hatte Glück! und bin den Ärzten bis heute dankbar, dass sie mich untertützt und mir eine Grundlage gaben, mich auf die ganze Sache einzulassen.

Als Ingenieur, der auch in der Materialforschung gearbeitet hat und die Erkenntnisgewinnungsmethoden der Naturwissenschaften kennt und jeden Tag anwendet, spare ich mir den Bezug zur aktuellen Zahlen- und Risikodramarturgie, hier an dieser Stelle, zu betrachten. Es ist mehr als eine Katastrophe und ein Armutszeugnis, was den Menschen zugemutet wurde/wird. Schlimmer, als es jetzt in seiner Gesammtheit über die Bühnen gegangen ist, kann man Menschen die Grundlagen für eine Neuausrichtung ihres Selbst und Lebens und ihres emotionalen und psychischen Gleichgewichtes, nicht versauen.

1995 Wiederaufbau Kriegsgebiet Bosnien Herzegowina, Mostar.

Das erste Mal, dass ich in einem Kriegsgebiet war. Bis dahin kannte ich nur die Bilder aus dem Fernsehen. Ich war schockiert, wie es sich anfühlt in einer Umgebung zu sein, in der es keine öffentliche Sicherheit mehr gibt und Abends die Lichter ausgehen. Ich habe in den Ruinen gestanden, kaputgerissen und zerstört, durch Bomben und Granaten, und mich - völlig fassungslos - gefragt, wie kann es sein, dass es 1000 km weiter in Europa eine lebendige Zivilisation gibt und hier die nackte Zerstörung stattfinden kann. Ich habe die Geschichten gehört aus schmerzverzehrten Mündern mit Tränen überströmten Gesichtern, die soviele Greultaten enthielten, die ich bisher nur aus Büchern kannte. Ich habe Jahre gebraucht, um das zu verarbeiten.

Ich weiß heute, dass es Wirklichkeiten geben kann, die sehr schnell eintreten können und unsere gesammelten zivilisatorischen Errungenschaften in Frage stellen. Die Decke der Zivilisation auf der wir uns befinden ist sehr sehr dünn geworden. Es gibt keinen Grund und erst recht keinen Anlass, sich darauf auszuruhen, mit betonierter Meinung und Maske abzuwarten und den Schluss zu ziehen: Es kann nicht sein, was ich mir nicht vorstellen kann! Das wäre ein fataler Irrtum!

Wir sollten/müssen als Gesellschaft wieder dringend und grundsätzlich in´s Gespräch kommen und als Souverän unseres Staates die Berücksichtigung in Politik einfordern, damit wir wieder solidere Bodenhaftung erhalten und nicht zur Gesinnungskorruption verführt werden können.

Hanna Ahrendt:

„Was ist Freiheit, und was bedeutet sie uns?

Begreifen wir sie nur als die Abwesenheit von Furcht

und Zwängen, oder meint Freiheit nicht vielmehr,

sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen,

eine eigene politische Stimme zu haben, um von anderen gehört, erkannt und schließlich erinnert zu werden?

Und: Haben wir diese Freiheit einfach, oder wer gibt sie uns, und kann man sie uns auch wieder wegnehmen?“

Was sagt Deine Lebenserfahrung?

Gruß Meinenstein

:-)

RE: Bizarre Blüten | 02.05.2020 | 01:00

Der Artikel zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, mit passendem Titelbild und wichtiger herausgestellter Fragestellung, die uns weiterhelfen kann! Danke Herr Augstein!

Meine „selbstgedrehte“ lange Antwort als Kommentar

Wem gebührt eigentlich in einer Demokratie die Deutungshoheit von Realität?

Ich blaube, diese Frage ist meines Erachtens nicht wirklich geklärt. Realität ist für jeden etwas anderes. Realität ist ein Konsenz auf den ich mich alleine, für mich selbst und auch gemeinsam mit Anderen, einigen kann und muss, sonst bin ich nicht Handlungs- und Denkfähig.

Realität ist etwas, was ich, die Gemeinschaften und Gruppen jeden Tag neu ausloten und verhandeln müssen. Je nach Detailierungsgrad und Maßstabsgröße, ergeben sich da unterschiedliche Halbwertszeiten von Annahmen und Einschätzungen, auf die wir unser Handeln und Denken aufbauen können.

Wem gebührt da, jeweils die Deutungshoheit? Ich sehe da für mich Klärungsbedarf und sehe auch nicht, dass wir, ausser private und eigentlich zu Nichts verpflichtende ö.r aggierenden Medien, keine wirklich tragfähigen Organe haben, die in irgendeiner Weise von dem Souverän (Volk) kontrolliert werden können.

Das fällt uns gerade nämlich besonders auf und erst recht auf die Füsse. Diese Ungeklärtheit der Deutungshoheit ermöglicht gerade den Krieg der Interpretationen von Realitäten, auf deren Annahmen und Einschätzungen jeder seine eigenes Handeln und Denken wahren, sichern und/oder durchsetzen will. Wir schlagen da gerade schon wild aufeinander ein, oder. . .?

PARADIGMENWECHSEL

Wo sind wir gerade?

Ich verstehe Herrn Augstein so, dass wir uns mittlerweile an einem Punkt befinden, wo die Diskussion darüber, „ob“ die generierten Gesundheitsrisiken (bzgl. unbekanntem Krankheitserreger) gerechtfertigt sind oder nicht, uns für die weitere nun folgende und anbrechende Zeit, nicht mehr wirklich weiterhilft.

Zusammengefasst: Mensch darf hier durchaus zu dem Schluss kommen, dass hier - an dem uns allen zur Verfügung stehendem Tisch „Internet“ - alle Meinungen und Experten gehört worden sind und ihre Meinung kund tun durften. Wer da wem zugehört hat und wem nicht, oder die Tatsache, dass hier nun immer mehr auch Zensur stattfindet, spielt dabei eigentlich keine große Rolle mehr.

Es reicht doch (!?)und wir dürfen uns nach diesem intensiven Konsum des Meinungs- und Expertenaustausches, der im Rahmen unserer eigenen Infromationsauswahl im medialen Angebot stattgefunden hat, nun auch auf die Position stellen, die uns die Frage erlaubt: Was machen wir nun mit diesen Erkenntnissen? Wie gehen wir damit um?

Auf welcher Grundlage geht es weiter?

Wir dürfen und müssen uns jetzt diese Fragen stellen, weil das Leben weiter geht und es müssen in irgendeiner Art und Weise Entscheidungen getroffen werden, damit wir nicht völlig planlos durch unser weiteres Leben irren und wir in unserer Gefühlswelt und auch in der Gesellschaft nicht einfach irgendwelche Eigendynamiken enfalten lassen können. Das geht gar nicht oder nur schief! Wir alle, sind selbstverständlich - wie auch sonst, im (vergangenen) normalen Leben auch - in der Verantwortung und aufgefordert, uns kurz- , mittel- und langfristig mit den weiteren Perspektiven und Möglichkeiten zu befassen und hier Richtungen einzuschlagen, um nicht in einem Chaos oder Überwachungstaat zu landen.

Weiter so nach Verordneter Vorgabe?

Konkreter wird es aus medizinischer und naturwissenschaftlicher Sicht, ohne weitere Heranziehung repräsentativer Studien, die auch Zeit brauchen, vorerst einmal nicht. Wir müssen uns mit den bisherigen Erkenntnissen des weltweit bestehenden gesammelten Expertenspektrums vorerst begnügen und können dieses auch.

Was sagt der Bauch?

Ebenso scheint es offensichtlich, dass die getroffenen Schutzmassnahmen auf lange Sicht nicht mehr zu halten sind. Argumente hin oder her, irgendwann entscheidet auch der Bauch(!) und die Intuition. Das ist nicht nur eine Binnsenweisheit, sondern wir wissen mittlerweile auch, dass unser Bauch, incl. Verdauungstrakt, sehr wohl eine bedeutende Erweiterung unseres Denkapparates (auch Gehirn genannt)ist. Es käme einer Anmaßung gleich, dieses „Bauchgefühl“ jemandem absprechen, gar bewerten oder moralisch einordnen zu wollen.

Öffentliche Diskussion der Gesellschaft

An diesem Punkt stehen wir meiner Meinung nach. Den Artikel finde ich, mit seiner Fragestellung, da sehr treffend plaziert und darüber hinaus eine sehr bedeutende Feststellung, die wir für sich genommen nicht unterschätzen sollten. Wir sind gut beraten die gesellschaftliche Debatte zuzulassen und über die weiteren Umstände vorurteilsfrei zu diskutieren.

Ob die Fortführung der Schutzmaßnahmen als erträglich, vertretbar und angemessen oder aber genau gegeteilig zu betrachten sind, ist eine subjektive Beurteilung, bei der es kein Richtig oder Falsch gibt.

Hier ist es für ein Weiterkommen Aufgabe und Notwendigkeit der Gesellschaft, im öffentlichen Diskurs und unter Zurückhaltung von privaten Extremausschlägen, eine Abwägung zu treffen und diese sollte/muss zugelassen werden.

Wollen wir uns sonst einfach zurücklehnen und die Regierenden gewähren lassen? Wohl kaum und Gefahr in Verzug ist nicht mehr!

Zeigen wir doch bitte, dass wir als Gesellschaft die Demokraten sind, die wir gerne sein wollen!

Wie sich dann die Abwägung in nächster Zeit entwickelt, wissen wir nicht. Es ist aber gewiss, dass es eben auch an der - sich mit den Umständen auseinandersetzenden - Gesellschaftt liegt und daran, wieweit sie in der Lage ist, besonnen und bereit eine demokratische Diskussion zu führen. Erst recht, wenn wir diesen wunderbaren Konferenzraum „Internet“ haben. Nutzen wir diesen als Debattierraum und verleihen ihm, mit aller Offenheit gegenüber anders denkenden und Bewahrung von Nettiquette auch mal eine gewisse Verbindlichkeit.

Welche Fragestellung könnte von Bedeutung sein?

Augstein: „. . .Wir aber sind auf dem Weg in das Zeitalter der totalen Medizin. In diesem unbekannten Land, dem wir uns nähern, könnten die seelischen, die sozialen und die wirtschaftlichen Verwüstungen auf Dauer tatsächlich mit denen des Krieges mithalten.“

Das mit der totalen Medizin, darf aus meiner Sicht getrost auf die Anwendungen der digitalen Welt im Allgemeinen gesehen werden. Es ergibt sich meines Erachtens mittlerweile wieder eine ganz grundsätzlichere Fragestellung von dem Verhältnis von Technik oder Moral!

Paradigmenwechsel!

Wir haben die letzten ca. 25 Jahre eine digitale Revolution erlebt, mit einer unglaublichen Vielfalt an faszinierenden Möglichkeiten, die uns da eröffnet wurden. das ist toll, das ist gut und schön. Wir haben darüber hinaus, aber eben auch den menschlichen Maßstab, dabei aus den Augen verloren, bzw. mussten in vielen Dingen auch loslassen und uns auf neue Dinge einlassen, ect.. auch das, Alles gut und schön. Aber ich denke auch, wir sind nun an einer Zeit und Entwicklungsphase angekommen, wo wir Gefahr laufen, an unseren eigenen Entwicklungen zu ersticken, wenn wir nicht erkennen und uns wieder in Erinnerung rufen, worum es doch eigentlich für uns auf diesem Planeten geht. Dasein und ein möglichst entwicklungsreiches, erfülltes und liebevolles Leben führen, in der Zeit die uns gegeben ist, oder . . . ?

Es ist nicht Gott gegebene Naturgewalt, dass wir die Entwicklungen, auf die wir uns die letzten 25 Jahre eingelassen haben, nicht auch abbremsen und relativieren können, um festzustellen, Huch (!), wo sind wir, die Menschen und unser Mensch sein denn eigentlich geblieben??

Was ist daran so falsch, hier eine andere Kommunikation und eine andere Wertschätzung auf den Weg zu bringen. Ich denke, dass das unsere zukünftige Aufgabe sein wird, wenn wir verhindern wollen, dass uns die Gesellschaften und Größenwahnsinnigen um die Ohren fliegen!

Ich sehe da eine Zeitenwende, die sich da gerade anbahnt und 2020 kristalisiert sich da gerade zu einem Wendepunkt? Ich würde mir einen Paradigmenwechsel so sehr wünschen!

Wer kann uns bei den Antworten helfen?

Selbstverständlich unser eigener gesunder Menschenverstand gepaart mit unseren eigenen Lebenserfahrungen.

Hier kann jeder suchen und kramen und wird mit Sicherheit fündig. Es lasse sich bitte niemand einreden, da sei etwas nicht von Bedeutung! Prinzipielle Haltungen und die Erfahrungen dazu, sind nicht abhängig von irgendeiner Größe und lassen sich in jeden Maßstab hineinprojezieren. Unser ganzes Denken und die Sprache sind metaphorisch aufgebaut. Wir entwickeln die Konzepte dazu aus den elementarsten Daseinserfahrungen auf dieser Welt. (s. George Lakoff und Mark Johnson, „Leben in Methaphern“, CarlAuer Verlag)

Wer noch?

Ich erinnnere an den Philosophen Gernot Böhme, Zitat Klappentext aus „Ethik leiblicher Existenz“, (suhrkamp taschenbuch):

„Souverän ist der Mensch, sofern er anerkennt, dass er nicht Herr im eigenen Haus ist: Ein Subjekt, zu dem das Erleiden ebenso gehört wie das Handeln.“

Böhme hat in seinen vielen Essays und Schriften, es sehr ausführlich diskutiert und treffend herausgestellt, dass es in der Natur der Sache liegt, das Fortschritt in der Technik sich zunächst immer in ein moralisches Vakuum hinein entwickelt, weil wir die Anwendung vorher ja gar nicht kennen können. Es liegt somit auch in der Natur der Sache, dass erst mit der Entwicklung der Anwendungen - im Nachhinein erst - der menschliche Maßstab als gebotene Einschätzungsgröße eingeführt werden kann. Das gilt selbstverständlich auch für die Medizin oder den digitalen Errungenschaften.

Seien die Faszinationen der Möglichkeiten und die verführerischen Perspektiven auf Befriedigung von Begierden noch so groß, wir Mensch kommen doch schlußendlich nicht umhin, hinzuschauen und zur Kenntnis zu nehmen, was bei der Anwendung von Technik und Medizin auf „allen“ Seiten herauskommt.

Wir sind auch als Gesellschaft angehalten, Mensch und Natur als Maßstabsgröße, über die Entwicklung von Verhaltensnormen, einzuführen. Gesetze und Verordnungen sind da ersteinmal „nur“ notwenige Krücken, die wir brauchen, solange es keine entwickelten Moral- oder allgemeingültige Verhaltensvorstellungen gibt und solange die Menscheit vor Uneinsichtigen oder Missbrauch zu schützen ist.

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Ich zitiere gerne aus dem Artikel, des Philosophen Marcus Gabriel, „Wir brauchen eine metaphysische Pandemie“,( https://www.uni-bonn.de/neues/201ewir-brauchen-eine-metaphysische-pandemie201c) : “Das Corona-Virus offenbart die Systemschwächen der herrschenden Ideologie des 21. Jahrhunderts. Dazu gehört der Irrglaube, dass wir durch naturwissenschaftlich-technologischen Fortschritt alleine schon menschlichen und moralischen Fortschritt vorantreiben können. Dieser Irrglaube verführt uns dazu zu glauben, die naturwissenschaftlichen Experten könnten allgemeine soziale Probleme lösen. Das Corona-Virus soll das jetzt vor aller Augen beweisen. Doch das wird sich als gefährlicher Irrtum herausstellen“.

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Ich erinnere an Hanna Ahrendt. Sie ist z.Zt. meine teuerste Wegbegleiterin. Die Aktualität ihrer Gedankenwelt ist mir in diesen Tagen nahezu allgegenwärtig. Es liest sich gerade weg wie Butter und selten ist es mir passiert, dass ich die gelesenen Zeilen von ihr so leicht so lebendig nachvollziehen kann. Das muss wohl was zu bedeuten haben und hilft mir auch enorm die menschlichen Dimensionen zu begreifen, die da gerade in diesen Tagen, in vollem Umfang angesprochen und betroffen sind.

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Ich erinnere an Thomas S. Kuhn, „Die Struktur wissenschaftlicher Revolution“, suhrkamp. Zitat Klappentext: „Kuhns These lautet: Fortschritt in der Wissenschaft vollzieht sich nicht durch kontinuierliche Veräänderungen, sondern durch revolutionäre Prozesse; ein bisher geltendes Erklärungsmodell wird verworfen und durch ein anderes ersetzt. Diesen Vorgang bezeichnet sein berühmt gewordener Terminus „Paradigmenwechsel““

Was sagt mir meine eigene Lebenserfahrung?

Drei Beispiele aus meinem Leben

Tod der Mutter

An Krebs ist sie gestorben. Ihr Körper durchwachsen mit Metastasen. Wir Kinder hatten sie 6 Wochen im Hospitz besucht und jeden Tag an ihrem Bett gewacht und sie begleitet. Sie war intubiert und konnte nicht sprechen, die Schmerzen mit Morphium ruhig gestellt und dennoch haben wir noch soviel miteinander reden und klären können, was wir uns jahrelang nicht mehr zugestanden hatten. Die Augen sind der Zugang zur Seele sagt man. Eine kleinste Berührung kann so viel bedeuten. Es entwickelt sich eine transzendentale Kommunikation. Mensch spricht allein durch seine Anwesenheit, die Seelen so offen und aufrichtig dabei. Zeit? Zeit ist da völlig bedeutungslos! Ich bin so dankbar für diese Erfahrung, sie hat mein Verständnis von Leben um so vieles erweitert und ich kann sicher sein, dass die Mutter in Frieden von uns gegangen ist.

Die Vorstellung, dass aufgrund von Zahlenkonfetti und Maskerade, dass hätte nicht stattfinden sollen? Ich würde mit blossen Händen Wände einreißen, um mir und meinen Angehörigen solch eine Erfahrung nicht nehmen zu lassen.

Eine Opperation

Ein Tumor wurde in meinem Darm festgestellt. 3cm groß. Ob es Krebs ist, wisse man nicht. Auf jeden Fall war ein Eingriff und Verlust eines Darmabschnittes notwenig. Ich hatte große Angst, brauchte ehrliche und auklärende Informationen über die Risiken und Gefahren. Ich wollte eine glaubhafte Perspektive und hätte es niemandem gestattet, da mit Informationen und Risikoszenarien herumzueiern.

Ich war überrascht: Alle Ärzte die mich berieten, hatten sich Zeit genommen und mich bestimmen lassen, wann das Gespräch zu Ende ist und in welche Richtung es geht. Ich war sehr sehr froh darüber und es hat mir sehr geholfen eine Position zu finden, wo ich sagen konnte, ok es macht jetzt keinen Sinn mehr noch weitere 10 Experten zu fragen, jetzt ist es an dir selbst Vertrauen zu entwickeln und sich dem Schicksal zu stellen und sich darauf einzulassen, mit allen Konsequenzen. Die Operation verlief sehr gut. Auf die endgültige Diagnose, ob ein böser Geist am Werke war, musste ich sechs Wochen warten. Ich habe mich nicht kirre machen lassen, Gespräche geführt, Gedanken sortiert und 5 Wochen durchgehalten. In den letzten Tagen, vor der Bekanntgabe der Untersuchungsergebnisse, bin ich dann mehrmals - Draußen - beim Anblick des blühenden Lebens, in Tränen ausgebrochen und musste mich setzen. Mir wurde wieder einmal sehr klar, worauf es eigentlich ankommt im Leben und wie gerne ich erfüllt lebendig bin. Ich hatte Glück! und bin den Ärzten bis heute dankbar, dass sie mich untertützt und mir eine Grundlage gaben, mich auf die ganze Sache einzulassen.

Als Ingenieur, der auch in der Materialforschung gearbeitet hat und die Erkenntnisgewinnungsmethoden der Naturwissenschaften kennt und jeden Tag anwendet, spare ich mir den Bezug zur aktuellen Zahlen- und Risikodramarturgie, hier an dieser Stelle, zu betrachten. Es ist mehr als eine Katastrophe und ein Armutszeugnis, was den Menschen zugemutet wurde/wird. Schlimmer, als es jetzt in seiner Gesammtheit über die Bühnen gegangen ist, kann man Menschen die Grundlagen für eine Neuausrichtung ihres Selbst und Lebens und ihres emotionalen und psychischen Gleichgewichtes, nicht versauen.

1995 Wiederaufbau Kriegsgebiet Bosnien Herzegowina, Mostar.

Das erste Mal, dass ich in einem Kriegsgebiet war. Bis dahin kannte ich nur die Bilder aus dem Fernsehen. Ich war schockiert, wie es sich anfühlt in einer Umgebung zu sein, in der es keine öffentliche Sicherheit mehr gibt und Abends die Lichter ausgehen. Ich habe in den Ruinen gestanden, kaputgerissen und zerstört, durch Bomben und Granaten, und mich - völlig fassungslos - gefragt, wie kann es sein, dass es 1000 km weiter in Europa eine lebendige Zivilisation gibt und hier die nackte Zerstörung stattfinden kann. Ich habe die Geschichten gehört aus schmerzverzehrten Mündern mit Tränen überströmten Gesichtern, die soviele Greultaten enthielten, die ich bisher nur aus Büchern kannte. Ich habe Jahre gebraucht, um das zu verarbeiten.

Ich weiß heute, dass es Wirklichkeiten geben kann, die sehr schnell eintreten können und unsere gesammelten zivilisatorischen Errungenschaften in Frage stellen. Die Decke der Zivilisation auf der wir uns befinden ist sehr sehr dünn geworden. Es gibt keinen Grund und erst recht keinen Anlass, sich darauf auszuruhen, mit betonierter Meinung und Maske abzuwarten und den Schluss zu ziehen: Es kann nicht sein, was ich mir nicht vorstellen kann! Das wäre ein fataler Irrtum!

Wir sollten/müssen als Gesellschaft wieder dringend und grundsätzlich in´s Gespräch kommen und als Souverän unseres Staates die Berücksichtigung in Politik einfordern, damit wir wieder solidere Bodenhaftung erhalten und nicht zur Gesinnungskorruption verführt werden können.

Hanna Ahrendt:

„Was ist Freiheit, und was bedeutet sie uns?

Begreifen wir sie nur als die Abwesenheit von Furcht

und Zwängen, oder meint Freiheit nicht vielmehr,

sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen,

eine eigene politische Stimme zu haben, um von anderen gehört, erkannt und schließlich erinnert zu werden?

Und: Haben wir diese Freiheit einfach, oder wer gibt sie uns, und kann man sie uns auch wieder wegnehmen?“

Was sagt mir meine Deine Lebenserfahrung?

Gruß Meinenstein

:-)

RE: Bitte bleiben Sie krank! | 30.04.2020 | 20:51

nur weil sich jemand etwas nicht vorstellen und erklären kann, heißt es noch lange nicht, dass es das nicht gibt!

Das kennen wir alle aus unserem Leben, wenn wir das Gefühl haben, da stimmt doch was nicht?! Es ist meistens ein untrügliches Bauchgefühl, dass einen nicht loslässt und nicht einschalfen lässt. Dieses Werkzeug hat jeder Mensch!

Sie auch. Aber wenn für Sie alles in Ordnung ist, ist es doch gut. Lehnen Sie sich zurück und entspannen sich! Ich wäre der Letzte, der Ihnen dass nicht zustehen würde. Alles ok, ernsthaft

Ich kann nur für mich sagen:

Rücksicht gepaart mit Rücksichtslosigkeit

Einsichten gepaart mit Ignoranz

sind für mich gar nichts wert

und ohne Bedeutung

Eine transparente und nachvollziehbare Debatte von Abwägungen, habe ich bisher noch nirgends gefunden. Das Gegenteil aber zu hauf! Da wurde und wird nach wie vor aus allen Rohren geschossen!

Der Spahnmerkelbraten "Zwangsimpfung" ist auch schon unterwegs als Gesetzentwurf. Läuft!

Weiter möchte ich mich dazu auch nicht mehr äußern, an dieser Stelle. Bitte um Verständnis, ich denke für diesen Moment und diese Woche ist alles in mienen Kommentaren gesagt.

Vielen Dank, dass Sie sich mit meinen Gedanken wirklich befassen. Das freut mich :-)

Wünsche ein schönes Wochenende!

RE: Er nennt mich Ospe | 30.04.2020 | 14:12

Hey Danke für den Hinweis

und ja, mit dem nicht auseinander dividieren lassen, ist natürlich erste Vorraussetzung überhaupt in´s Gespräch zu kommen. Mir hilft es zu wissen, dass da ein Jeder in seinem Film unterwegs ist und dafür natürlich Statisten braucht. Meine Erfahrungen sind dennoch, dass es trotzdem geht den Anderen als Mensch anzusprechen, wenn ich es schaffe mich nicht von den Eingruppierungen irritieren zu lassen.

Wünsch ein schönes Woe und für die "Zeit" nehme ich mir dann gerne auch nochmal Zeit ;-)

RE: Er nennt mich Ospe | 30.04.2020 | 12:49

@ Moorleiche: Vielen Dank für ihre Links. Den "Zeit"-Artikel kann ich nicht lesen, da er leider hinter einer Bezahlschranke, für mich nicht zugänglich ist und ich dafür meine Zeit nicht opfern will, um aus meinem Portemonai heraus diesen öffnen zu könen. Bitte um Verständnis, ich habe da meine Investitionen in Informationsbeschaffung und Aufklärung anders verteilt. Den andere Link schaue ich mir gerne an und freue mich darauf.

Ich danke den Hinweisen von Moorleiche und Richard Ziets, dass es den großen Bruder eigentlich so gar nicht gibt, bzw. er nicht weniger ans Gängelband angeschlossen wurde wie der „Ossi“ auch.

Das verraten aber nur die wenigsten, weil es wohl für viele noch ein Geheimnis ist, welches sie entweder (noch-) nicht wahrhaben wollen und immer noch davon ausgehen, das es dieses Geheimnis und somit auch gar nichts zu verraten gibt. Ganz abgesehen davon, ist es ja auch bequem sich in eine Rolle des großen Bruders zurückzuziehen, um den „Ossi“-Menschen (schreckliches Wort, sorry), um den Menschen mit seiner Kultur und Sozialisierungserfahrung hinter dem „ kleinen Bruder“ erst gar nicht anschauen zu müssen, auch mit tatkräftiger Unterstützung der allgemein propagierten Bewertungsmaßstäblichkeiten, der seit den 80er Jahren eingeführten neoliberalen Kampfkonzeptionen.

Ich stimme Herrn Ziets auch zu, dass der „Wessi“ eine komfortablere Ausgangsposition inne hatte, die durch die Wiederaufbauzeiten bis in die 80er Jahre hinein geschaffen wurde. Wir dürfen aber gespannt sein, wie sich die Dinge weiter entwickeln.

Die Generationen deren Lebenshistorie wesentlich durch den Kontrast von Kriegs- und Verlusterfahrung und Wiederaufbau und Wohlstand geprägt wurden und diese sich heute noch - und wohl auch für den Rest ihrer nicht mehr so lange währenden Lebenszeit - verständlicher Weise noch an dieser vergangenen Wohlstandswirklichkeit festhalten, verabschieden sich allmählich immer mehr aus unseren Gesellschaften. Einfach weil ihre Zeit nun mal begrenzt ist und sie schlicht wohl dann auch keine Kraft oder kein Interesse mehr haben, sich weiteren Wandlungen zu unterziehen.

Die mittelständische Generationen, die ihren Wohlstand mehr oder weniger, auch unter den neoliberalen Paradigmen, in das Hier und Jetzt mit hinüber gerettet und unter Umständen sogar noch weiter ausgebaut haben, dürfte es in den nächsten Zeiten - unter den neuen Vorzeichen, die da gerade hinter der Coronahysterie geschaffen werden – wohl auch an die Substanz gehen und dann ist –aus meiner Sicht – ehrlich gesagt Schluß mit lustig. Da wird dann das Geheimnis zur Realität und kann dann nicht mehr verdrängt werden. Die Rolle des großen Bruders löst sich dann auf und Mensch ist dann auf sich selbst zurückgeworfen. Als tragende und Steuern zahlende finanzielle Säule, aus der auch die Bediensteten unseres Staates bezahlt werden, braucht es dann schon großes Verständnis und Behauptungsvermögen sich weiterhin den immer radikaleren Vorgehensweisen der „Kapitalisten“ zu stellen und ehrlich gesagt, glaube ich dann auch nicht mehr daran, dass sie dann nicht doch anfangen einzusehen, dass dann auch ihre, noch vorhandenen menschlichen Maßstäbe einfach mal so den Bach heruntergehen können.

Das kann Mensch negativ und als Verlust sehen und in Depression und Frustration verfallen. Mensch kann es aber auch als Gewinn sehen. Liegt doch hier nun endlich auch die Möglichkeit, das Verlieren zu lernen, wenn die alten Weltbilder zusammenfallen. Aus den Schmerzen können neue Weltbilder entstehen, die vielleicht den menschlichen Maßstab und ein kooperatives/kreatives und wandelbares/prekäres Miteinander heranziehen, um für sich ausmachen zu können, ob ich mich Oben oder Unten einordnen kann, wenn ich es denn für meine Selsbtbehauptung im Hier und Jetzt überhaupt brauche. Auf jeden Fall sollte es - wünschenswerter Weise - etwas sein, wo Mensch dann eben nicht mehr so einfach herunterfallen kann und von Verlust und Versagensängsten geprägt ist.

RE: Er nennt mich Ospe | 30.04.2020 | 04:34

Liebe Autorin,

viele herzlichen Dank für den Einblick in Ihre Gedankenwelt

wenn Mensch das Leben überwiegend als „Kampf“ begreift, sind Macht und Kontrolle, wichtige Bezugsparameter, für eine metaphorische Einordnung in der Orientierungsskala „Oben bis Unten“.

Wenn Mensch das Leben überwiegend als „kooperatives Miteinander“ von Innen- und Aussenwelt begreift, können Kreativsein und Erfülltheit im eigenen Leben, die wichtigen Bezugsparameter sein.

Mit der Wiedervereinigung wurden die Menschen im Osten mit den kapitalistischen Kampfbegriffen konfrontiert und waren zwangsläufig gezwungen, sich diese anzueignen. Insofern sind sie zweiter Klasse bzgl. Anwendungserfahrung der kapitalistischen und westlichen (Über-)lebensstrategien und werden dieses wohl auch immer bleiben, selbst dann, wenn die zweite Klasse es besser könnte, als die erste Klasse. Bezüglich ihrer ereichten Ziele von Macht und Kontrolle, dürfte ihre Zuordnung –aus anderer Perspektive, durchaus als Drittklassig eingestuft werden.

Das eine wäre dann mehr die wohlgemeinte Einordnung als kleiner Bruder und das andere die lieber verdrängte Einordnung als Verlierer oder Versager.

Für den Menschen, für den das kooperative Miteinander von maßgeblicher Bedeutung ist, können diese beiden Einordnungen nur eine geringe/oder gar keine Orientierung sein, weil das Leben eben gerade nicht als Kampf begriffen wird.

Mensch könnte hier die Perspektive wechseln, das wäre aber betimmt nicht geeignet, um sich dazugehörig zu fühlen, oder? Die Verbundenheit liegt dann wohl eher in der gemeinsamen Geschichte von Herkunft verwoben.

Mir gefällt es sehr, wie Sie sich den Kampf betonenden Bewertungsmaßstäben nicht beugen und diese durch Ihre ganz eigenen kreativ prekären Maßstäblichkeiten ersetzen.

Wenn Sie erlauben, würde ich gerne, für diese aktuelle Zeit, kreativ prekär mit kooperativ und wandelbar übersetzen, als Vorschlag für meine „kampferprobten“ Wessikollegen, allein für den Fall, dass im Rahmen ihrer Kampfbegrifflichkeiten, „Kreativ“ mal schnell als abgehoben sein dürfen/ über den Dingen stehend bedeuten und „prekär“ eigentlich als Händicap gesehen werden kann.

Ich tue dieses (mit ihrer Erlaubnis vorrausgesetzt)ganz im unterstützendem Sinne, da ich der Meinung bin, dass Ihre Orientierungseinstellungen zum Leben, im Hier und Jetzt, gerade heute, gerade zu vorbildlich, ein alternatives Bewertungs- und Orientierungskonzept aufzeigen, was uns alle gut tun würde.

Wir können Lichter und Leuchtfeuer in diesen aufreibenden Tagen sehr gut gebrauchen.

RE: Bitte bleiben Sie krank! | 30.04.2020 | 00:50

eine kleine Ergänzung noch:

Wenn ich es nicht schaffe, das was da im Außen passiert mit meinem Wissen, Intellekt, gesunden Menschenverstand und Lebenserfahrungen zu begreifen, dann möchte ich Tacheles reden darüber und es aufklären, damit ich weiß woran ich bin und was ich davon halten kann.

Lässt es sich aus dem gesundem Verständnis und aus den vertrauten Annahmen heraus nicht auf- und erklären und ich sehe nach wie vor, die für mein Leben wichtigen Grundprinzipien in Frage gestellt, dann kommt für mich selbstverständlich auch die Option in Frage, dass das, da Draußen, auch ein Programm sein kann, was läuft. Wie blauäugig soll ich denn sein, so etwas auszuschließen!? Oder sollte ich da meine Lebens- und Liebesprinzipien und Freiheiten anders zurecht kneten oder einfach abgeben? Hallo! Kommste voll scheiße drauf mit sowas!

In unserer kleinen privaten Welt ziehen wir doch auch selbstverständlich solche Optionen von Hinterlist und Programm in Betracht, wenn da Dinge passieren, die wir uns partout nicht erklären können, oder! Warum sollte das im Großen nicht sein?

Weiß ich wie groß das ist? Ich weiß es nicht!

Will es aber wissen und nehme mir dafür, was ich kriegen kann.

Wenn mir schlecht dabei wird, hilft da manchmal auch wieder ein bisschen Volksmusik, um wieder nach oben zu gelangen. angekommen auf Wolke 7, gez dann auch schon wieder . . . . rauf und runter!

RE: Bitte bleiben Sie krank! | 30.04.2020 | 00:18

Hallo Miauxx

wenn ich anfange mit Menschen zu diskutieren und es schaffe die Protagonisten des Meinungswettbewerbes (zur Zeit herschen ja teilweise schon Kriegszustände) aussen vor zu lassen und von der Sache selbst rede, die gerade betrifft, mich und die Anderen, in meinem unmittelbarem Umfeld und in Bezug setze zu erstrebenswerten menschlichen Bedürfnissen nach Erfülltheit, Freiheit und Gerechtigkeit, die wir alle eigentlich privat und öffentlich leben möchte, kann ich erst einmal ein Konsens schaffen und dann kann ein jeder berichten, wie er die Sache angeht, welche Schwierigkeiten er/sie da sieht und dann kann auch ein jeder sagen, was er/sie von den da Oben und Unten hält/ oder diese einschätzt. . . . Da malt sich ein jeder dann sein ganz eigenes (Sitten-) Gemälde.

Realität und Wirklichkeit von Aussen, die nicht in meinem unmittelbaren sphärischem Wirkkreis von Familie, Freunden, Alltag und Beruf liegt, muss ich jeden Tag neu ausloten, weil ich nicht überall dabei sein kann. Ich bediene mich da möglichst Vorurteilsfrei des ganzen mir angebotenen Spektrums und entscheide nach Inhalt und Informationsgehalt. Ansonsten wäre es Unterhaltung.

Natürlich hat ein jeder seine Komfortzonenund steckt sich seine Sperrgebiete ebenso ab. Ich versuche nach Möglichkeit nicht darüber zu streiten, wer die bessere oder richtigere Meinung hat, sondern welche Meinung ich haben kann, wo ich mich geistig interlektuell möglichst hochprozentig biologisch ernähren kann und wenn´s geht, natürlich ohne Zusatzstoffe. Das schließt dann selbstveständlich die Selbstreflektion und meinen geistig interlektuellen Gesundheitszustand mit ein und gibt mir letzten Endes ein Gefühl von Sicherheit, wenn ich merke, dass die Nahrung ankommt, schmeckt, verdaut werden kann und Kraft gibt. So weiß ich auch nach Möglichkeit, warum ich diese oder jene Position eingenommen habe. Und ich scheu da auch keine abgelegenen Biohöfe, wenn ich weis, welc gutes Zeug´s ich da bekommen kann. Manches geht auch aus dem Supermarkt!

Ja ichweiß, das liest sich jetzt vielleicht super schlau daher, aber so einfach ist es nicht und z.Zt. sowieso mit einem Haufen Arbeit verbunden, der mich jedoch auch große Schritte vorran bringt, auch in meinen eigenen Entwicklungen. Diese Zeit investiere ich gerne. Ich möchte mit dieser Welt und unserer Gesellschaft verbunden sein und deshalb muss ich zwangsläufig ein Verständis dafür entwickeln können, was da Draußen gerade läuft und wie ich mich dazu positionieren kann. Ich möchte mich und meine Prinzipien, die mir wichtig sind, in irgendeiner Form da Draußen wieder finden können, sonst bin ich Außen vor und fange womöglich noch an, an mir selbst zu zweifeln. Ich möchte nicht nur physisch, sondern auch psychisch und geistig eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung, um fit und gesund zu sein und das gibt es bekanntlich nicht für Umme!

Zur Zeit reicht das Spektrum von dümmster Nachrichtenfolklore bis hin zu den abgefahrensten science-fiction-Untergangsszenarien. Die einen wollen alles verbergen, die anderen alles aufdecken. Wer da wem Verschwörung vorwirft, ist mir ehrlich gesagt scheiß egal. Bewertungskategorien, die nur dazu da sind Daseinsberechtigungen an sich in Frage zustellen, bevor Mensch sich überhaupt mit den Inhalten befasst, lehne ich rundweg ab und gestatte ich, mir gegenüber ebenso wenig.

Das Zahlenkonfetti und den Maskenball, den habe ich schon lange Außen vor gelassen und beschäftige mich intensiv damit, worum es denn eigentlich gehen kann, was da eigentlich gerade mit mir und allen anderen passiert und zugemutet wird.

Was ist das da Draußen, was da gerade abgeht? Wie kann ich das einordnen? Wie kann ich wieder ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen erlangen, dass die Welt da Draußen schon läuft und ich hier bei mir in meiner Mikrowelt sein kann?

Ich hatte mir was vorgenommen und zurecht gelegt für dieses Jahr, ich hatte abgesheckt und mich positioniert, was wohl für mich als nächstens von Bedeutung sein kann. Ich hatte Anlauf genommen und Vorbereitung getroffen für Vieles? Alles im Nebel verschwunden! wirklich Alles weg? Morgen nein, heut ja oder vielleicht doch ganz bald? Ich weiß es nicht. Muss ich Morgen eine rote Zipfelmütze tragen, um einen Virus zu erschrecken oder auf einem Bein in den Supermarkt hüpfen. Müssen wir uns ab dem 15. april alle ein Bill Gates Porträt übers Sofa hängen? Ic h weiß es nicht! Liege ich vielleicht im Oktober auf einer Trage festgeschnallt und werde Zwangsgeimpft? Ich weiß es nicht?

Das Austarieren von Nähe und Distanz ist ein absolut wichtiges Lebenswerkzeug für mich. Ich brauche das, um mich im Alltag und in meinem Leben zu bewegen, mich zu positionieren und den Geschehnissen, in denen ich mich gerade befinde eine entsprechende Qualität zu verleihen. Ich kommunziere damit. Wir alle kommunizieren damit. Da ist jetzt massivst eingegriffen worden!! Da werden mir Vorschriften gemacht, die Rückwirkung haben auf mene Art und Weise zu leben und mein Leben nach meiner Gesundheit auszurichten. Ich bin für mich verantwortlich. Ich kann dieser Verantwortung gerade nur sehr eingeschränkt nachkommen, weil andere mir gerade Vorschriften machen!! Ich fühle mich manchmal bedroht und mache mir große Sorgen um meine emotionale und psychische Gesunfheit!

Wie lange soll das noch so weitergehen? Ich weiß es nicht?

Über all das, möchte und muss ich reden, möchte un dmuss mit Menschen darüber in´s Gespräch kommen. Ich möchte Informationen darüber und Aufklärung und zwar in möglichst hoher Qualität und Klarheit!

Mir ist es da scheißegal, wie der Kanal heißt auf dem ich mich informiere und wie andere diesen bewerten. Das interessiert mich überhaupt nicht. Ich kann auch keine schönen Verpackungen mehr sehen, wo nichts drinn ist! Und ich mag auch keine Grütze, die mich nur in einen tiefen Abgrund zieht. Ich weiß aber, dass es ein sehr reichhaltiges Angebot gibt und Mensch sich da auch entsprechendes zusammenstellen kann. Es ist alles da! Und dafür ist es auch gut die Extreme zu kennen, auszuprobieren und sich anzuschauen. dann weiß ich auch, wo ich mich einsortieren kann.

RE: Bitte bleiben Sie krank! | 29.04.2020 | 16:27

Hier nochmal ein offener Brief einer Mutter an unser Bundeskanzlerin,

indem auf sehr beeidruckende Weise die Ängste und Nöte und Bedrängnisse zusamengefasst werden, die wohl viele Menschen bewegen und weswegen einige Wenige sich bisher nur trauen auf die Strasse zu gehen:

https://www.youtube.com/watch?v=pgjA9E2HXWQ