Corona: Ohne harten Lockdown geht es nicht

Corona Wie kann das Virus schnell und effektiv beherrscht werden? Wie kommen wir raus aus dem Lockdown?
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(Letztes Update am 14.10.2020)
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Die Infektionszahlen in Europa steigen wieder explosionsartig an. Die billigen Antigen-Schnelltests sind kurzfristig nicht in ausreichender Stückzahl verfügbar. Ein Infizierter ist nur ca. 5 Tage lang sehr ansteckend. Wenn man nicht ein halbes Jahr mit massiven Beschränkungen im Alltag (oder einer Überforderung des Gesundheitssystems) leben will, muss nun folgender Plan umgesetzt werden: Ein nur zweiwöchiger, strikter Shutdown. Danach geht das Leben wieder fast normal weiter, ohne nennenswerte Einschränkungen.

Die wirtschaftlichen, sozialen und psychischen Effekte werden im Vergleich viel weniger schlimm sein. In einigen anderen Ländern ist es gelungen, fast komplett coronafrei zu werden und zu bleiben, z.B. in Vietnam (trotz der Nähe zu China!) und in Neuseeland. Es ist also möglich und einfach machbar!

Forderungen:
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- Der nationale Katastrophenfall wird ausgerufen.

- Grundsatz: Alle müssen zuhause bleiben für zwei Wochen! Das wird von der Polizei und den Ordnungsämtern kontrolliert. Beim ersten Verstoß gibt es eine Geldstrafe von 500€, der zweite Verstoß wird mit einer überwachten Quarantäne bis zum Ende der 2 Wochen in einem eigens angemieteten Wohnkomplex oder Hotel geahndet.
(Ohne Gerichtsverhandlung. Aber ohne sonstige Repressalien, ohne Vorstrafen. Und zeitlich definitiv begrenzt auf einen Monat.)

- Nur noch Beschäftigte in Kernsektoren der Versorgung müssen arbeiten - selbstverständlich mit Mund-Nasen-Schutzmasken, d.h. medizinisches Personal, Polizei, Feuerwehr, Landwirte, Lebensmittelgroßhandel, Energiewirtschaft, etc. Deren Kinder müssen betreut werden.

- Die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten, etc. erfolgt durch Bundeswehr, Technischem Hilfswerk, DRK, Freiwillige - vor die Wohnungstür. Die Waren werden direkt aus Lagern des Großhandels abgeholt. Insgesamt sollte ja relativ geringer Bedarf bestehen, im Wesentlichen nur für Backwaren, frisches Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte.

- Es arbeiten eben keine Beschäftigten mehr in der Produktion, im Handwerk, auf dem Bau, in der Verwaltung, etc.

- Und der öffentliche Personenverkehr wird natürlich auch komplett eingestellt. Sowie Lieferungen durch Versanddienstleister incl. Post.

- Die Grenzen werden komplett geschlossen. Ausnahmen gibt es nur für sehr wenige begründete Einzelfälle mit negativem Corona-Testergebnis.

- Wirtschaftliche Schäden werden vom Staat aufgefangen. 100 Milliarden Euro für entgangene Durchschnitts-Gehälter von verhinderten Beschäftigten und Selbstständigen werden mehr als ausreichen.

- Häusliche Gewalt ist ein Problem. Die - mutmaßlich - gewalttätigen Personen (meistens die Männer) müssen im Verdachtsfall ebenfalls ausquartiert werden in ein Hotelzimmer, welches nicht verlassen werden darf.

- Beschäftigte in versorgungskritischen Berufen müssen ggf. mit Sonderbussen abgeholt werden zur Arbeit.

- Hunde werden zweimal täglich abgeholt zum Gassigehen mit freiwilligen Helfern.

- Nach 2 Wochen werden zumindest alle getestet, die sich noch im öffentlichen Raum aufgehalten haben - also Beschäftigte in versorgungskritischen Bereichen und deren Familienangehörige. Das ist definitiv machbar, es können aktuell schon etwa 1 Mio. PCR-Tests pro Woche durchgeführt werden.

Ergebnis:
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- Das Drama hat nach nur 2 Wochen ein Ende! Danach geht das Leben weiter ohne jegliche Einschränkungen im Inland.

- Die wirtschaftlichen Schäden sind viel geringer. 100 Milliarden Euro sind für Deutschland leicht zu stemmen, das sind gerade mal 2,5% des BIP.

Ausblick für die Zeit danach:
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- Alle Ausgangssperren werden aufgehoben. Dies erfolgt schrittweise aber sehr zügig, innerhalb von wenigen Wochen.

- Es gelten weiter verschärfte Grenzkontrollen. Einreisende müssen an der Grenze einen negativen Corona-Antigentest absolvieren, dessen Resultat nach 15 Minuten vorliegt.

- Die deutsche Corona-App ist besser als erwartet und unbedenklich bzgl. Datenmissbrauch. Sie soll weiterhin freiwillig bleiben - und der Zutritt zu Bürogebäuden oder öffentlichen Gebäuden soll nicht davon abhängen. Ihr Einsatz soll aber stark beworben werden. Ziel muss es sein, dass zumindest 40 Mio. Bundesbürger die App nutzen. Das ist erreichbar.

- Nun werden einzelne Infektionsfälle, falls es welche gibt, wieder aufwändig nachverfolgt, isoliert, die Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt und die Infektionsketten unterbrochen.

- Das Modell wird in ganz Europa und darüber hinaus kopiert. Ziel ist es natürlich nicht, sich für alle Zeiten in Deutschland zu verschanzen.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

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