Corona - Wir brauchen eine globale Lösung!

Globale Impfstrategie Corona als globale Pandemie muss auch global bekämpft werden, nationale Anstrengungen reichen nicht. Die Impfstoffe bieten die Chance dazu.
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Bei der aufgeregten Debatte um die Impfstrategie in Deutschland und Europa wird das Wichtigste vergessen:

Möglichst alle Menschen weltweit müssen zeitnah geimpft werden. Ansonsten besteht die reale Gefahr, dass sich durch weitere Mutationen eine Variante des Coronavirus entwickelt, gegen die kein bestehender Impfstoff wirkt. Und im schlimmsten Falle sogar nie oder erst in ferner Zukunft ein Impfstoff gefunden wird.

Sollten Impfstoffe nachjustiert werden müssen, würden alle bereits geimpften Menschen erneut geimpft werden müssen - mit allen bekannten Folgen: weitere lange Lockdowns mit massivsten Beeinträchtigungen für die Gesellschaft oder extrem hohe Todeszahlen und langfristige gesundheitliche Schäden bei vielen Menschen mit "mildem Verlauf". Alleine das wäre schon eine (weitere) Katastrophe!

Das noch schlimmere Szenario einer Virusmutation gegen die kein Impfstoff gefunden wird, möchte man sich noch weniger ausmalen. Klar ist, dass dann 100 Millionen Tote weltweit wohl noch deutlich übertroffen würden. Oder sich die reicheren Staaten dauerhaft extrem abschotten und die ärmeren Länder quasi ihrem "Schicksal" überlassen würden.

Es braucht daher eine globale Impfstrategie mit dem Ziel, noch 2021 alle Weltbürger zu impfen. Das erscheint technisch machbar - im Gegensatz zur Situation vor hundert Jahren, als die Spanische Grippe wütete bis zum bitteren Ende.

Denn je mehr Menschen sich infizieren und je länger es dauert, um so größer die Gefahr weiterer Virusmutationen.

Es steckt auch eine riesige Chance im hier beschriebenen Plan: Falls wir als Menschheit es schaffen, dieses Problem zu lösen, können wir es auch schaffen, alle anderen globalen Probleme zu lösen - also Armut, Klimaerwärmung, etc.

Daher plädiere ich für folgende Schritte, die die UNO beschließen soll:

- Ein konsequentes Drücken der Neuinfektionszahlen, wo das machbar ist. Also in hochentwickelten Ländern mit vergleichsweise komfortablen Wohnverhältnissen und sozialen Sicherungssystemen.

- Eine globale Impfkampagne unter Leitung der WHO. Geimpft werden sollen weltweit zuerst Menschen, die hochbetagt, vorerkrankt oder einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. In der Konsequenz bedeutet das, dass in ärmeren Ländern die Masse der Bevölkerung vor den reicheren Ländern geimpft wird. Denn dort können sich die meisten Menschen nicht schützen vor einer Infektion aufgrund der hygienischen und sozialen Verhältnisse. Um es anschaulich zu machen: Ein Straßenverkäufer kann nicht zuhause bleiben, wenn er keine Sozialhilfe als Ausgleich bekommt. Er hat kein eigenes Auto und wohnt gemeinsam mit vielen Menschen in einer beengten Wohnung. Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder gibt es nicht, ebensowenig die Verfügbarkeit von FFP2-Masken, etc.

- Eine weltweite Impfpflicht für alle Menschen. Die Impfnachweise werden schlicht und ergreifend in den Ausweis gestempelt.

- Die Patente für die Impfstoffe werden aufgehoben. Die Pharmaunternehmen werden zur sofortigen Herausgabe aller relevanten Informationen verpflichtet. Bei Weigerung werden sie dauerhaft kollektiviert und unter Führung der WHO verwaltet. Alle Pharmaunternehmen werden angehalten, die Produktion der Impfstoffe zu übernehmen und diese zu priorisieren, unter Berücksichtigung der Kapazitäten hinsichtlich der Herstellung weiterer lebensnotwendiger Medikamente. Die Produktion der Impfstoffe insgesamt wird von der WHO zentral geplant.

Die produzierenden Pharmaunternehmen erhalten als Vergütung die Erstattung von 105% ihrer Herstellkosten zuzüglich der benötigten Investitionen für die Umrüstung bzw. Neuerrichtung von Produktionsanlagen. Die angegebenen Zahlen der Hersteller werden von jeweils drei voneinander unabhängigen Experten-Teams der WHO validiert. Die Unternehmen, welche die Impfstoffe selbst entwickelt haben, erhalten für Ihre Leistung eine Vergütung von 115% ihrer Herstellkosten.

- Die Finanzierung erfolgt zunächst durch die Weltbank. Alle Staaten der Erde beteiligen sich an den nötigen Kosten proportional zu ihrem Bruttoinlandsprodukt. (Wenn man von 20€ Kosten pro Mensch ausgeht - eine hoch gegriffene Zahl (!) - summieren sich die Gesamtkosten auf gerade einmal ca. 140 Milliarden Euro weltweit.) Mittelfristig wird eine globale Vermögensabgabe zur Finanzierung vereinbart.

19:01 02.02.2021
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