S.O.S. - Menschenleben sind wichtiger als Geld!

Rubel Ein russisches Gasembargo muss abgewendet werden. Es würde den Untergang Europas bedeuten.

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Etwa die Hälfte des in Deutschland importierten Gases kommt aus Russland. Diese große Abhängigkeit lässt sich kurzfristig nicht entscheidend verringern. Eine Umstellung auf andere Gaslieferanten dauert Jahre, zusätzlich gibt es erhebliche Fragezeichen hinsichtlich der logistischen und finanziellen Durchführbarkeit.

Die Folgen eines plötzlichen russischen Lieferstopps wären dramatisch. Niemand kann diese genau vorhersagen. In jedem Falle würde es chaotisch verlaufen. Einige Unternehmen müssten komplett die Produktion einstellen. Welche genau, steht in den Sternen. Es gibt keine durchgängige Priorisierung. Wie diese in einer hochkomplexen Wirtschaft sinnvollerweise überhaupt zu leisten wäre, ist sehr fraglich - aufgrund der Vielzahl von kaum zu überblickenden wechselseitigen Abhängigkeiten. Es ist mit einem wirtschaftlichen Kollaps ungeahnten Ausmaßes und unermesslichem menschlichen Leid zu rechnen. Wer diese Möglichkeit verharmlost oder lächerlich macht, ist verantwortungslos und verblendet.

Wie gut unsere Bürokratie auf plötzliche, neuartige Veränderungen reagieren kann, hat die Coronapandemie gezeigt. Es ist mit totalem Versagen zu rechnen. Auch ein (partieller) Zusammenbruch der Stromversorgung steht zu befürchten, was nicht auszumalende Konsequenzen hätte. Da wäre ein ebenfalls zu erwartender Zusammenbruch des Euros noch das geringste Übel.

Weiß unsere Regierung das alles? Ja!

Noch bis vor wenigen Tagen haben Kanzler Scholz und Minister Habeck immer wieder betont, dass wir einen kurzfristigen Stopp russischer Rohstofflieferungen, insbesondere von Gas, nicht stemmen könnten. Gleichwohl möchte man sich nicht von Russland erpressen lassen und sich deren Ankündigung, in Kürze nur noch Bezahlungen in Rubel zu akzeptieren, nicht beugen.

Moralisch mag das die richtige Entscheidung sein. Juristisch gesehen hat Europa sicherlich auch Recht. Allerdings ist völlig klar, dass wir unsere Ansprüche gegenüber Russland nicht durchsetzen könnten. Und auch, dass Russland ihre Forderung keinesfalls einfach wieder vom Tisch räumen wird.

Was folgt daraus?

Wir müssen auf Russlands Forderung eingehen und ab sofort die Lieferungen in Rubel bezahlen. Negative Auswirkungen auf den Euro und den US-Dollar sind zu akzeptieren und in jedem Falle weniger schlimm als das oben beschriebene Szenario.

Wir müssen andere Wege finden, Russland zu einer Beendigung ihres Angriffs auf die Ukraine zu bringen. Das ist nur durch Verhandlungen möglich, ohne noch viel größere Schäden zu riskieren. Auch wenn das moralisch betrachtet kaum zu ertragen sein mag, gibt es keine vernünftige Alternative dazu.

STOPPT DEN KRIEG!
GEBT PUTIN RUBEL, KEINE WEITEREN MENSCHENOPFER!

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