Frau Lehmann

Schreiber 0 Leser 0
Avatar
RE: Mythos vom Monster | 29.05.2014 | 10:30

"Wir denken nicht daran, wie Jungs erzogen und in ihrem Blick auf Frauen sozialisiert werden."

Es ist tatsächlich noch immer größtenteils der männliche Blick auf Frauen (den selbst Frauen nicht selten übernehmen), der Frauen (ab)misst und be(auf/ab)wertet. Angefangen bei den Religionen bis hin zu den sogenannten aufgeklärten Gesellschaften mit ihrem Fokus auf (ökonomischen) Erfolg und Sieg als gesellschaftlich akzeptierte noch immer vorwiegend männliche Domäne. So produziert man Opfer und Täter und stilisiert sie, ohne die alltäglichen Demütigungen und den Kampf dagegen als Erziehung zur latenten Gewaltbereitschaft zu reflektieren und zu realisieren.

Danke für Ihre Reflexion, Mr. Meagher, und Ihren Mut, Ihre Gedanken zu veröffentlichen! Und vielen Dank für Ihre Übersetzung, Holger Hutt!

RE: Gemeinsames Terrorabwehrzentrum | 17.03.2013 | 22:55

Das war doch eine Werbeveranstaltung für Innenminister Friedrich. Fazit: Seid mal nicht so naiv zu glauben, dass das all die Klischees nicht der Realität entsprechen. Bei dem Thema mehr als peinlich.

Der am häufigsten wiederholte Satz: "Das ist eine lange Geschichte." Lohnt es, sich auf die Suche nach einem Sinn dieses Satzes zu machen?

RE: Wie man's auch macht, ist's verkehrt... | 19.02.2012 | 16:36

Was soll er denn nicht verstanden haben? Er hat gemacht, was alle in ähnlichen Positionen machen und gemacht haben. Die Opferrolle ist doch immer die bequemste. Da muss man sich nämlich nicht an die eigene Nase fassen. In diesem Theater geht es doch seit langem schon nicht mehr um echte Überzeugungen, für die man einstehen und Verantwortung übernehmen müsste.

"da gibt es Millionen bessere!"

Nur leider wird wohl keiner der "Millionen Besseren" (falls es die wirklich geben sollte) der neue BP werden. Wir können ihn/sie ja nicht wählen.

RE: Wie man's auch macht, ist's verkehrt... | 17.02.2012 | 21:47

Ach, das hat doch schon lange nichts mehr mit Vernunft zu tun. Wir werden diese Art "Spiel", denke ich, noch oft erleben. Die Rolle der Medien ist dabei genauso widerlich wie die derer, die sich moralisch für ihr Verhalten nicht verantwortlich fühlen, weil sie ja "nur" machen, was alle in der Situation machen. Traurig das Ganze.

RE: Wie man's auch macht, ist's verkehrt... | 17.02.2012 | 21:18

Ja, und sich damit unzweifelhaft einen eigenen Vorteil verschafft.

RE: Wie man's auch macht, ist's verkehrt... | 17.02.2012 | 21:16

Gibt es hier auch die Möglichkeit der Korrektur?
Korruption muss es natürlich heißen.
Neben dem Punkt nach dem letzten Satz möchte ich noch folgendes hinzufügen: Ich glaube leider nicht (wie Peter Kruschwitz), dass irgendeine Wahrheit ans Licht gebracht werden wird. Der Fall ist doch jetzt für die Medien (denn eine Medienkampagne war es doch ohnehin) erledigt. Ich denke, was das Rechtliche angeht, hat Wulff wahrscheinlich sogar Recht.

RE: Wie man's auch macht, ist's verkehrt... | 17.02.2012 | 21:08

Unter "Nachtreten" verstehe ich aber was anderes. Ich finde es völlig legitim, ja sogar wichtig, "den Fall" Wulff jetzt nicht einfach in der Versenkung verschwinden zu lassen. Wullfs Rücktritt mag ja in gewisser Weise "ehrenvoll" sein, des Amtes wegen, aber seine eigene Begründung für den Rücktritt (der doch ganz und gar nicht freiwillig war) ist nichts als Schönrederei, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, WARUM der Rückhalt in der Bevölkerung gesunken ist. Fehler hat auch Herr zu Guttenberg zugegeben, niemals aber, dass er betrogen hat. Das genau ist ja die Crux: In diesem Land kann wohl jeder, der sich einer Elite zugehörig fühlt, lügen, betrügen, sich persönliche Vorteile verschaffen (um nicht das Wort Korrption verwenden zu müssen), ohne dass es gegen geltendes Recht zu verstoßen scheint. Nicht alles, was rechtlich korrekt sei, sei auch richtig? So ähnlich hieß es doch

RE: Ich war gegen Gauck! | 02.02.2012 | 01:15

Ich weiß nicht so recht. Was an dieser Darstellung ist denn nun wahr und was Karikatur? Macht sich Meyer da über sich selbst lustig oder über die, die seine letzte Bemerkung (die doch ganz offensichtlich die Lüge entlarvt): "[...] ein Schriftsteller dürfe sich auf keinen Fall verkaufen. Ich lebe das mit jeder Pore den jungen Kollegen und Kolleginnen vor!", todernst verkünden und sich dennoch ungeniert kaufen lassen oder ist es eine Kritik am Literaturbetrieb und der darin praktizierten Verlogenheit? Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit einen Kommentar zum selben Thema von Martenstein gelesen, der seine Käuflichkeit als menschliche Schwäche (Versuchung) verharmlost und mit der "schlechten" Gesellschaft legitimiert hatte. Meyers "Bekenntnisse" scheinen mir wie eine Satire auf Martensteins scheinheilige Entschuldigung.

RE: Ich war gegen Gauck! | 01.02.2012 | 20:18

Herrlich! Das nenn ich doch mal ENTLARVENDE Ehrlichkeit.
Bei ZEIT und WELT gäbs jetzt bestimmt trotzdem 'ne Menge Danksagungen, weil doch sooo menschlich und ehrlich und (toll!) ein Super-Alibi für die eigene Gewissenlosigkeits-Schwäche.

RE: Raus aus dem Angstgehäuse | 30.10.2011 | 02:37

Vielen Dank, Herr Leusch für diese klaren Worte und die detaillierten Zusatzinformationen. Ich habe nun drei Artikel zu diesem "Ereignis" gelesen und nur in einem wurde es als Zeichen einer "bröckelnden Demokratie bewertet. Unglaublich, wie uni sono immer wieder Selbstverständlichkeiten als Bestätigung der funktionierenden Demokratie gefeiert werden. Wer 1 und 1 zusammenzählen kann, sieht dahinter doch erst recht die Defizite (zumal, wenn das Bundesverfassungsgericht ein Machtwort sprechen muss). Oder braucht es in einem funktionierenden System etwa laufend eine Bestätigung für das Funktionieren? Auch in der Einschätzung der sog. Opposition (SPD/GRÜNE) stimme ich mit ihnen überein. Da wird doch m.E. schon an einer neuen Koalition gebastelt. Persönlich fühle ich mich wirklich für dumm verkauft, und zwar von Politik und Medien. Leider muss ich mich tatsächlich oft zur Wehr setzen, wenn ich mich über die für mich unerträglich gewordene Manipulation durch (als alternativlos dargestellte) hohle Phrasen, vereinfachte Halbwahrheiten und Lügen auf Bild-Niveau diskutiere. Mir kommt dabei eine Karikatur aus dem 19. Jh. in den Sinn, auf dem die Mitglieder eines "Clubs der Denker" mit geknebeltem Mund wild gestikulieren. Über ihnen ein Schild mit der Aufschrift: "Heutiger Tagesordnungsspunkt: Wie lange wird uns das Denken wohl noch erlaubt sein?". Ich habe den Eindruck, dass uns das Denken wirklich abgenommen, sprich abgewöhnt, werden soll. Oder ist es tatsächlich ein Ausdruck von herablassender Arroganz gegenüber dem dummen Wahlvolk? Schlimm ist beides. Auf jeden Fall wird alles versucht, gerade nicht umfassend aufzuklären. Ich habe allerdings etwas mehr Hoffnung als Sie, dass mehr und mehr Menschen merken werden, dass auch für sie das "gute alte" Modell der Bundesrepublik (spätestens seit Schröder) unwiderbringlich zerstört ist. Auch dafür ist das Internet wirklich eine gute Sache.
Grüße,
Cornelia Marold