melchi

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RE: SPD sieht "keinen Sinn": Rot-rot-grüne Sondierung gescheitert | 21.05.2010 | 13:05

Die SPD und die Grünen sind also wieder die Bösen. Dass eine über die Landesliste gewählte Abgeordnete der Linken die DDR als "sehr demokratisch und auch sehr antifaschistisch" bezeichnet, thematisiert kaum einer. Geht's noch unmissverständlicher? Antifaschistisch zu sein ist leicht, wenn die Faschisten per Definition sämtlich jenseits des "antifaschistischen Schutzwalls" sitzen. Aber das ist wahrscheinlich sowieso Propaganda der rechten Mainstream-Medien.
Die DDR von damals hat mit NRW von heute nichts zu tun und muss daher nicht thematisiert werden? Fein, die Nazis von früher hätten ja dann auch mit Sachsen von heute nichts zu tun und man könnte munter mit der NPD koalieren.
Kleiner Ratschlag an die Linke: Einfach solche Figuren wie Frau Böth nicht wählen, die mit dem Hintern einreißen, was Gysi und Bisky mühsam aufgebaut haben, und sich etwas weniger verschwurbelt über die DDR äußern. Denn selbst wenn ein Scheitern taktisch geplant war, hat die Linke der SPD dazu schöne Steilvorlagen geliefert.

RE: Westerwelle und die Krise des Sozialstaats | 23.02.2010 | 14:40

Was das Niveau und vor allem den Ton der Kritik angeht, muss ich Robert Zion doch teilweise Recht geben. Hier scheint das Ressentiment vom Grünen als neureicher Müslifresser doch arg ausgeprägt zu sein. Sicher kann und muss man die Politik der Grünen kritisieren, und natürlich ist der Spruch von Renate Künast zum "ausgeprägten Machtinstinkt" der Grünen erstens symptomatisch und zweitens mehr als fragwürdig. Das wird aber auch von Robert Zion kritisiert und mitnichten ausgeblendet, wie Achtermann behauptet.
Wie sollte man sich denn korrekterweise verhalten? Aus der grünen Partei austreten, anstatt zu versuchen, die eigene Position, die noch die einer Minderheit sein mag, zur Mehrheitsfähigkeit zu verhelfen? Lieber gänzlich die Klappe halten oder sich spökenkiekerhaft in Details verzetteln, wie Angelia und SiebzehnterJuni vorschlagen? Das Karlsruher Urteil umsetzen und dann ist gut? Auch wenn dann die Spitzel vom Amt anrücken und Unterhosen nachzählen, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln? Bitteschön keine Utopien mehr artikulieren? Ja, Utopien und Visionen sind ja auch Gift für die Linke. Warum ist das bedingungslose Grundeinkommen eigentlich so utopisch? Das wird hier nirgends begründet. Und noch ein Wort zu carlfatal: Deiner Ansicht nach wäre es also auch in Ordnung, wenn man vormittags Löcher buddelt und sie nachmittags wieder zuschippt, solange man nur einen ordentlichen Lohn dafür bekommt. Sinnvolle, erfüllende Arbeit stelle ich mir anders vor. Übrigens auch anders als am Fließband zu stehen (oder am Computer zu sitzen) und Autos zu bauen, die keiner braucht. Ein Grundeinkommen würde jedem erst die Freiheit geben, so etwas ablehnen zu können. Das ist das Gegenteil von Sklaverei.
Etwas mehr inhaltliche Auseinandersetzung und Mäßigung im Ton kann man, denke ich, schon verlangen.

Noch zwei Links zur gegenwärtigen und zukünftigen Arbeits- und Wirtschaftsordnung:
www.brandeins.de/aktuelle-ausgabe/artikel/an-die-arbeit.html
www.monde-diplomatique.de/pm/2009/07/10.mondeText1.artikel,a0055.idx,12