menschenzeitung
04.01.2013 | 00:13 18

Broder vs. Augstein – machen wir doch auch ..

Journalismus Broder pöbelt gegen Augstein und das nicht erst seit kurzer Zeit.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied menschenzeitung

Nein, für Broder ist man schon Antisemit, wenn man sagt: Ich habe Urlaub in Israel gebucht. Dann muss man sich von diesem Manne unter Umständen demnächst vermutlich fragen lassen, ob man Katstrophentourist sei, dann schon muss man sich rechtfertigen können. Ein deutscher Tourist eben alleine aus dem Zweck heraus nur nachzählen zu wollen, um wie viele Menschen das kleine Israel seit seiner Gründung nach dem Holocaust gewachsen sei. Für Broder ist man Antisemit, wenn man das Wort Israel als Deutscher überhaupt in den Mund nimmt. Ginge es nach Broder, würde er auch der Bundeskanzlerin das vorwerfen, was er Augstein vorwirft.

Broder darf ungestraft Augstein als „Ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder“ bezeichnen. Die Berliner Zeitung schreibt weiter:

Beleidigen kann jeder, diffamieren, lügen und rufmorden auch, aber in einem Satz eine Person gleichzeitig beleidigen, diffamieren, über sie Lügen verbreiten und einen Rufmord begehen, das kann in der deutschen Publizistik nur einer. Und es ist nicht das erste Mal. Und formuliert weiter:

Mit der weltweiten Ausrufung Augsteins als Antisemit hat sich das Simon Wiesenthal Center – möglicherweise ungewollt, aber grob fahrlässig – zum Komplizen Broders gemacht und zum Vollstrecker der Rufmordkampagne, die Broder seit Längerem gegen den Freitag-Herausgeber führt.

Auch die Frankfurter Rundschau setzt sich mit den Provokationen Broders, der Augstein auffordert
„Ich fordere Augstein auf, mich zu verklagen“, auseinander.

Und ja, man muss sogar Kritik an einem Staat äussern dürfen, der es zulässt, dass Ultraorhodoxe kleine Mädchen bespucken und Frauen mit Steinen bewerfen dürfen

Aber wer Broder einmal erlebt hat, der weiß, Broder ist ein Anti-Moslemit, vielleicht allenfalls mit Augstein in dem Punkte gleichzusetzen, wenn man Broder vergleicht und richtet anhand seiner eigenen Aussagen über Augstein, vielleicht einer der schlimmsten Hetzer gegen Muslime, die unser Land hat, der dafür auch noch eine anerkannte Plattform wie die Welt Online und diverse andere Medien nutzen darf. Nur darf Broder öffentlich hetzen in Nazisprache, und das nicht nur gegen Augstein, wohingegen Augstein seine Kritik etwas überspitzt gerechtfertigt aber nie diskriminierend formuliert.

Wie man dann zum Beispiel in Amerika aus einem Kritiker einen Antisemiten macht, das beschreibt im folgenden Beitrag eine Ministerin aus Israel:

Schaun wir doch Broder einmal zu, hören zu, was der Mann so von sich gibt, wie er gegen die arabische Welt und Muslime hetzt:



Lesen wir, wie Broder Sarrazin verteidigt:

Hessische/Niedersächsische Allgemeine: Henryk M. Broder teilt die Kritik an muslimischen Einwanderern/Interview mit Spiegel-Autor Broder: „Sarrazin spricht aus, was andere ahnen“

Und auch eine Stellungnahme aus der FAZ: Antisemitismus-Vorwurf Eine offene Gesellschaft

Das Simon-Wiesenthal-Center hat Jakob Augstein als schlimmen Antisemiten deklariert: Das ist unsinnig und die Begründung lächerlich.

http://hna.ivwbox.de/cgi-bin/ivw/CP/hna_politik?r=http%3A//www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-01/augstein-antisemitismus-vorwuerfe%3Fcommentstart%3D225&d=15459.836182772824

Aber gut, wenn Broder, der generell kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, gegen Muslime zu pöbeln es mag, wenn Menschen auf Listen landen, dann machen wir doch einmal unsere eigene Liste und legen an Broder die Massstäbe an, die das Simon-Wiesenthal-Zentrum bei seiner Beurteilung Herrn Augstein zu kommen ließ:

Da stünde auf Platz 1 – Breivik

gefolgt von Platz 2 – Die NSU auch Zwickauer Terrorzelle genannt

auf Platz 3 stünde – Die NPD, denn auch hier hat man sich freundlicher Weise auf jene von Broder verachteten Migranten aus der arabischen Welt und der Türkei eingeschossen

gefolgt von Platz 4 – Pro Deutschland

Ja und die Plätze 5 – 10 belegt auch schon Herr Broder.

Na, wie gefällt Ihnen das? …

Merken Sie was? Unsere Liste von Muslimfeinden ist ebenso dämlich wie jene, auf der Augstein landete und deshaln kann spätestens jetzt das Simon Wiesenthal Centers (SWC) niemand mehr Ernst nehmen.

Ach übrigens wir Berliner nennen so einen eine Alte Kodderschnauze. Und hat einer wie Broder so viel Medienviagra verdient, damit er auch noch einmal einen hochbekommt? Definitiv in diesem Falle ja, ansonsten aber sollte man dem alten Mann weniger Platz in den Medien einräumen und ihn nicht bei allen Themen, die sich um Muslime drehen auf den Präsentierteller setzen, ihm auf Plattformen und Talkshows einen Platz einräumen. Gut auch, dass er freiwillig, wie der Tagesspiegel berichtet mimosenartig beim RBB kündigte. Danke!

Einen wie Broder muss man so behandeln, wie Muslime die letzten Mohammed-Karikaturen in einem französischen Schmierblatt, nämlich gar nicht, so einen ignoriert man forthin

Hier zum Bericht: Broder schmeißt beim RBB hin

Deutschlandradio Kommentar: Augstein ist kein Antisemit

Auszug aus einem Briefwechsel mit Boris Palmer Oberbürgermeister Universitätsstadt Tübingen gefällig?
Broder schreibt dort:...

und das ist nur der Beginn einer schier unerträglichen Mailauseinandersetzung des OB mit Broder!

In der Frankfurter Runschau hieß es zu Broder übrigens: Broder verwendet die Sprache der Nazis

Deutschland Radio – Israelischer Rassismus in israelischen Schulbüchern

Und ich persönlich kritisiere nicht nur Politiker in Israel sondern auch europäische Politiker und dazu poste ich folgenden Bericht:

Handel gegen den Frieden: Wie Europa zur Erhaltung illegaler israelischer 2 Siedlungen beiträgt

Sehr zu empfehlen auch dieser Beitrag aus der Zeit: Israels Waffen für die Welt

Dort heißt es:

Israels Wirtschaft ist abhängig von der heimischen Waffenindustrie. Auch Deutschland kauft in Israel ein – und unterstützt so den Gaza-Konflikt.

Sehr zu empfehlen auch dieser Beitrag aus der Zeit: Israels Waffen für die Welt

Dort heißt es:

Israels Wirtschaft ist abhängig von der heimischen Waffenindustrie. Auch Deutschland kauft in Israel ein – und unterstützt so den Gaza-Konflikt.

Und noch mehr aus der Zeit: Ultraorthodoxe zetteln Krawalle an

In Israel haben sich Ultraorthodoxe Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert – sie fordern Geschlechtertrennung.

In der Frankfurter Runschau hieß es zu Broder übrigens: Broder verwendet die Sprache der Nazis und dort wird begründet:

„Parasit“, „parasitäres Pack“, „Pack“ – Broder ist der einzige deutsche Journalist, der sich unentwegt der Sprache des Nationalsozialismus bedient, ohne als durchgeknallter Rechtsextremist geoutet zu werden.

Deutschland Radio – Israelischer Rassismus in israelischen Schulbüchern

Und über all das soll man nicht reden, es nicht kritisieren dürfen? Und wenn man es tut, wird man als Antisemit abgestempelt? Mag das verstehen, wer will …

Broder aber empfehle ich dringend folgenden Film: Kinder der Steine, Kinder der Mauer,, derweil Broder im Tagesspiegel gegen Augstein kräftig nachtritt und folgenden Satz auskotzt:

„Augstein sieht sich als kritischer Journalist, so wie sich ein Pädophiler als Kinderfreund ansieht. Auf die Selbstwahrnehmung kommt es dabei nicht an.“

Und das schlägt nun wirklich dem Fass den Boden aus, dieser Vergleich mit einem Kinderschänder ...




Ganz ehrlich? Wenn hier bei jemandem die Hütte brennt, weil er zum Brandstifter mutiert, dann sicher nicht bei Augstein!

Radio 1 rbb: Debatte-Jakob Augstein - ein Antisemit?

Tagesspiegel: Antisemitismus-Vorwürfe Simon-Wiesenthal-Zentrum legt gegen Augstein nach

©denise-a. langner-urso

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Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (18)

mcmac 04.01.2013 | 12:16

vielen dank für diese sammlung/zusammenfassung noch einmal.

vielleicht könnte man (obwohl diese lechts-rinks-schubladen nicht so mein ding sind, weil sie -normalerweise und vorschnell verwendet- von inhalten ablenken) der einfachheit halber d e u t l i c h feststellen, dass der geschmacklos brodelnde broder vor allem eins ist (und so auch wahrgenommen und eingeschätzt werden sollte): ein strammer, größenwahnsinniger (tautologie) rechtspopulist (was auch erklärt, warum er [medial] noch gebraucht wird [von wem wohl?...] - das ganze, jetzt bemühte religions-gerede könnte sehr leicht darüber hinwegtäuschen..).

lg

mcmac

Geierschreck 04.01.2013 | 17:05

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum beruft sich bei seiner Diffamierung gegen Jakob Augstein ausgerechnet auf den „Respected Die Welt columnist Henryk M. Broder“ („2012 Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs“, wiesenthal.com, Stand 4.1.2013). Broder schreibt jetzt tatsächlich für die Friede-Springer-Truppe. Aber wieso ist ein „Welt-Kolumnist“ „respektiert“? Es versteht sich, dass so ein Blatt der Recht(s)denkenden auch seine Gesinnungsgenossen in Israel gegen deren israelische Gegner unterstützt.

Die israelischen Friedensbewegungen Peace Now, Gush Shalom und viele andere protestieren schon seit Jahrzehnten gegen den Land- und Wasserraub und die weltweit veurteilte fortschreitende Zerstückelung des Palästinenserlandes durch den Siedlungs-Neubau der israelischen Rechten (sh. en.wikipedia.org/wiki/Peace_movement#Israel). Dazu habe ich hier schon am 14.3.2010 den Artikel geschrieben: „Israel: US-finanzierter Landraub schürt Terrorismus gegen den Westen – Links und Rechts im israelischen Parlament“, in dem jetzt leider die schönen Bilder fehlen, die auch resultierende Wut-Attacken wie im Falle des World Trade Centers veranschaulichen.

Ich bedauere, dass ich seit dem 4.7.2012 nicht mehr hier veröffentlichen kann, bin aber auch mit meinen Veröffentlichungen in der Readers Edition sehr zufrieden, bis auf die Tatsache, dass dort die die vielen Kommentare zu diesem Artikel verloren sind, in denen ich als leidenschaftlicher Freund der israelischen Friedensaktivisten etliche zustimmende Kommentare mit leicht antisemitischem Zungenschlag zurückgewiesen habe.

Die deutschen Unterstützer Netanjahus, Sharons und Avigdor Liebermans von der Friede-Springer-Truppe fallen den israelischen Friedensaktivisten weiterhin in den Rücken mit Artikeln wie „Brief an meinen Lieblings-Antisemiten Augstein“, welt.de, 6.12.12, vom unsägliche Broder, und „Antisemitismus: Jakob Augstein und seine Verteidiger“, flatworld.welt.de, 2.1.2013, vom Welt-Auslands-Ressortchef Clemens Wergin, der noch weiter rechts als rechts steht mit seinem Artikel gegen die ebenfalls recht(s)denkende FAZ. Mit solchen Freuden kann man den Antisemitismus gewiss nicht bekämpfen.

fahrwax 04.01.2013 | 20:32

Das Geschriebene trifft meinen Geschmack mittig, allerdings wehre ich mich hiermit vehement gegen den Mißbrauch des Wortes "Kodderschnauze". Dieser ist in meinem Wertesystem hochgradig positiv besetzt und darf durch diesen Kerl nicht verunreinigt werden.

Ersatzweise schlage ich die Bezeichnung Fascho-Bauch(oder Arsch?)redner vor.

Giuseppe Navetta 11.01.2013 | 21:08

Während man bei Slavoj Žižek (...man verzeihe mir diesen Vergleich!!!)...manchmal das Gefühl hat, das die Provokation ein Werkzeug ist, um Aufmerksamkeit und Konzentration zu erzeugen und damit den Rezipienten infolge auf etwas Substantielles vorzubereiten, erscheinen mir Broders Verhalten und Aussagen, die mit Provokation und Pöbelei nur sehr sanft beschreiben sind, als Effekthascherei um der Effekthascherei willen. Es vereinigt alles, was ich am gängigen Journalismus als abstoßend und ekelhaft empfinde...

schlesinger 24.01.2013 | 23:54

Abschliessende Worte zur Ekel erregenden Personalie H.M.Broder fand eine Journalistin in der Jüdischen Allgemeinen:

"Broder stinkt nur noch rum.

Kritiker sind für ihn schnell «Hobby-Antisemiten, Judenreferenten und alternative Sesselpupser».[...]

Broder hat eine bedauerliche Wandlung vom großmäuligen Stilisten zum ressentimentgesteuerten Ätzer durchgemacht.

Statt klarer Gedanken sind es primitive Reflexe, die in beinah jedem seiner Sätze gegen ihn verwendet werden können.

Seine Spezialdisziplin ist der hinkende Vergleich [...]

Es hat etwas Vergebliches.

Ein älterer Mann will fortwährend provozieren und mischt doch nur Mediendreck auf."

Eine prägnantere Beschreibung wird man vergeblich suchen.