Diskriminierung ohne Ende

Gesellschaft Deutschland verblödet und die Universität Leipzig schreitet voran, zumindest, wenn es um Diskriminierung geht.
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Nicht als Glanzlicht der Forschung, nein als desaströses Beispiel für falsch verstandene Gleichberechtigung. Ja, es gibt einfach Dinge in diesem Land, die gehen in der Flut der Nachrichtenflut um die Flut komplett unter.

Und doch, wer Diskriminierung angeblich so sehr verabscheut, wie diese Universität, der sollte auch an anderer Stelle das Maul aufreißen, nämlich dann, wenn es tatsächlich um Diskriminierung geht. Das aber geschieht an dieser Universität beileibe nicht, das geschieht auch bei jener Dame nicht, die dem Spiegel zum Thema ein Interview gegeben hat, voller Hähme.

Und ja, es ist Hohn, den ich herauslese, wenn ich es erneut lese. Hohn und Hass vielleicht sogar auf die Männerwelt.Die Ökonomin Prof. Dr. Friederike Maier spricht von Notwehr.Notwehr? Notwehr!? Sie fühlt sich nicht gemeint, wenn man in einem Text über eine Fußnote definiert, dass Frauen ebenso gemeint sind, wie Männer. Ich nenne den Unfug Verfolgungswahn und ich nenne es diskriminierend, wenn man Männern weibliche Titel zumutet. Basta.

Demnächst also könnte man zumindest dort an der Universität einen Mann mit Herr Klofrau bezeichnen oder Herr Putzfrau. Unglaublich! Meilenweit von einer Nichtdiskriminierung entfernt, aber Frau Maier sieht den Spieß nach Jahrhunderten gerne umgedreht. Sollten doch die Herren Diskriminierung schreien. Ach ja, das ist dann natürlich nicht diskriminierend … Was ist es dann?

Auf der anderen Seite frage ich mich, ob Frau Doktor Friederike Maier sich entsprechend für all jene Frauen einsetzt, die tatsächlich täglich außerhalb des Universitätsgeländes diskriminiert werden. Bis dato jedenfalls ist mir der Name Maier einer neuen deutschen Feministin nach Alice Schwarzer jedenfalls nicht untergekommen. Die Dame ist ja.Gutachterin des Netzwerks Gender Equality and Employment der EU-Kommission. Ich habe sie aber noch niemals auftreten sehen, wenn es anderweitig um Diskriminierung von Frauen ging. Weder, wenn sich die Frage der Lohngleichheit der Geschlechter stellt, noch etwa dann, wenn man Frauen in der rente benachteiligt, ihnen deutlich zeigt, dass manche Lebensleistung weniger wert ist, als eine andere. In der Kindererziehung etwa. Kinder sind mehr wert, wenn sie nach 1992 geboren wurden. Zählen mehr in der Rente. Und das soll gerecht sein? Nein, es schmälert die Lebensleistung anderer Frauen.

Ich warte noch immer darauf, dass irgendeine Frau sich dagegen wehrt. Passiert aber nicht. Nein, man scheut die Öffentlichkeit und vom hohem Ross herab gibt man sich damit zufrieden, den Spieß gegen Männer umzudrehen, ihnen weibliche Titel zu verpassen. Papier ist ja bekanntlich geduldig und unsere Universitäten längst nicht mehr das, was sie einmal waren, Brutstätten für Neuerungen, Brutstätten für Gerechtigkeit. In anderen teilen der Welt sind sie das. An Universitäten fangen Frühlinge an, wird man aktiv. In Deutschland wird man hingegen immer nur dann aktiv, wenn eine Kürzung von Zuweisungen droht, wenn es um das Ranking geht, um Studiengebühren, einen Probleme direkt selbst betreffen. Was scheren denn die anderen?

Womit wir erneut bei der Lebensleistung sind. Ist es gerecht, wenn eine ganze Elterngeneration zum Bettler wird, mit Renten abgespeist wird, die der Steuerzahler unter unwürdigsten Diskussionen aufstocken muss? Weil man nur an sich selbst, den eigenen Geldbeutel denkt? Sind Eltern nachdem sie ihr Leben lang ihrem Land wirtschaftlich unter die Arme gegriffen haben so wenig wert, dass die Kinder ihnen den Ruhestand nicht gönnen? Denkt die nachfolgende Generation jemals an ihre Mütter, die ja am meisten betroffen sind, wenn es um Niedrigrenten geht? Liebte diese Generation ihre Mütter nicht, kommt am Lebensende die Abrechnung für irgendetwas, was man meint, Eltern hätten es verschuldet, versäumt, dass man so über seine Vorfahren entscheidet, wie heute, ihnen einen Lebensabend in Würde nicht gönnt? Diskriminiert nicht eine Kindergeneration ihre Mütter, entwürdigt damit deren Lebensleistung und Verzicht? Und macht sich Frau Maier darüber ebenso viele Sorgen, wie das, was auf einem Stück Papier steht?

Mich erinnert das Vorgehen der Universität Leipzig, wo es ja Frauenüberschuss ohne Ende zu geben scheint, nur an Rache, wobei wofür völlig offen bleibt. Hauptsache, der Mann landet unter dem Pantoffel, wird vollends der Lächerlichkeit preisgegeben.

©denise-a. langner-urso/menschenzeitung

08:50 05.06.2013
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