... wenn Snowden über Computer nachlegt

NSA Hardware Sitzt der Feind im Motherboard oder kommt mit der Grafikkarte ins Haus? Bedarf es gar keiner Software für die Ausspähung durch die NSA mehr?
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Viel haben wir derweil gehört über Software, die jeden ausspioniert, über Backdoors, Handys und Metadaten. All das aber dürfte nur die Spitze eines unglaublichen Eisbergs sein.

Eine Kleine Frage an jemanden, der sich mit Computern richtig auskennt, sie bauen und programmieren ect. Kann, und die Welt wäre erstaunt zu erfahren, es geht noch viel schlimmer. Meine Frage dazu lautete schlicht:

„Sag mal, ihr kennt euch aus, wäre es rein hypothetisch und auch nur in einem hundertstel Prozentanteil möglich, dass Spähsoftware rein theoretisch bereits serienmäßig in der Hardware unserer Computer eingebaut sein könnte? Auf dem Motherboard etwa?“

„Na klar, niemand kann wirklich zu hundert Prozent sagen, was genau verbaut wird, was darin eventuell enthalten ist, kann mir da diverse Stellen für vorstellen. Nur mal daran denken, wie klein gewisse Bauteile, die solche Software enthalten heute sind, Dagegen ist das, was in einem Handy steckt vielleicht schon riesig.“

Wo also werden viele Computer gebaut? Schauen wir mal, woher sie kommen, wo die Produzenten sitzen. Und gemeint ist nicht der Zusammenbau zu einem Ganzen durch Kinderhände in China, gemeint sind die gelieferten Einzelteile. Und? Woher kommen die? Was passiert bei Dell oder Hewlett-Packard? USA. Und dort soll die mächtige NSA nicht die Chance nutzen, solche Unternehmen unter massiven Druck zu setzen, damit in jeden PC Spähsoftware eingebaut wird?

Die Computerbranche, die oft auch Handys baut, sie bildet einen riesigen Markt in den USA mit sehr vielen Arbeitsplätzen. Wenn nun in den Snowden-Dokumenten auch nur etwas zu verbauter Spähsoftware in der Hardware stünde, was dann? Meinen Sie, der Markt würde nicht schwere Einbußen hinnehmen müssen?

Wo also ist überall NSA Spähsoftware verbaut? Steht darüber etwas in Snowdens Dokumenten? Denn dann sähen die USA wirklich blass aus, und sollte darüber eines der Medien, denen Snowden Dokumente überließ, etwas wissen, frei zur Veröffentlichung gestellt bekommen haben, dann wäre bald die Zeit gekommen, darüber zu berichten. Denn möglich ist es wie gesagt, nach allem, was bereits über die NSA bekannt ist, wie diese Erpresserbande mit Journalisten, Anbietern von sicheren Mails und so weiter umspringt.

Der Schritt, Computerhersteller zu erpressen, unter Druck zu setzen, wenn diese nicht sogar freiwillig zuarbeiten, er dürfte denkbar klein sein.

Was also steht darüber in Snowdens Daten? Der Käufer hat ein Recht zu wissen, ob er eine stinkende Hardware-Wanze kauft, die in Verbindung mit Microsoft Programmen aktiv wird und fleißiger Zulieferer der NSA statt Arbeitsgerät des Verbrauchers ist! Und braucht sie Microsoft überhaupt, oder ist sie so perfide, dass sie auch ohne den US – Softwareriesen im Hintergrund arbeitet, einfach, weil in Grafikkarte oder einem anderen US Bauteil mitgeliefert?

Vielleicht werden wir uns noch die Augen reiben und unsere Unternehmen auch, wenn herauskommt, dass egal, wie sehr man sich vor spähender Software schützt, der Feind trotzdem im PC arbeitet und die NSA sich schief lacht.

Ich zumindest habe das ungute Gefühl, dass es spätestens jetzt an der Zeit ist, aus den USA gelieferte Hardware einmal genauestens darauf zu prüfen, ob vielleicht es Stellen gibt, an denen Mikrochips ihren ungeahnten Dienst im Auftrag der Industrie- und Wirtschaftsspionage leisten könnten. Fragen und Nachdenken darf man ja wohl noch. Sicher ist sicher …

Wir haben nichts zu verbergen? Mag sein, die Wirtschaft schon. Verschwörungstheorie? Gut, dann lassen wir es, vertrauen wir eben unseren guten Freunden, nur wohin das führt, dass sollte derweil ein paar mehr Menschen klar geworden sein, als man vielleicht glaubt. Wenn es um Geld geht, hört meist nämlich die Freundschaft auf, oder man hat plötzlich so viele beste Freunde, dass man es selbst nicht glauben mag. …

©denise-a. langner-urso

01:29 11.08.2013
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menschenzeitung

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