Geschlechtsspezifische Verhaltensmuster in der Krise

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Ganz banale geschlechtsspezifische Verhaltensmuster offenbaren auch deutsche Milliardäre, wenn sie sich wahlweise vor den Zug (Herr Merckle) oder an den Hals der Gewerkschaften (Frau Schaeffler) werfen.

Der Bahnsuizid gilt als besonders hart und ist eher eine Domäne der Männer, in diesem speziellen Fall muß man ihn auch eher als wilden Protest interpretieren.

Die causa Schaeffler dagegen offenbart zunächst nur einen peinlich dilettantischen Versuch, "öffentlichen Druck" aufzubauen, um den Staat zum Handeln zu bewegen.
Als die Schaeffler-Beschäftigten aus nackter Existenzangst vor der Firmenzentrale für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstrierten mischte sich die Chefin öffentlichkeitswirksam unters gemeine Volk und vergoss demonstrativ eine Träne der Rührung. Wenige Tage später suchte sie die Zentrale der IG Metall auf, um mit einem ROTEN Schal drapiert das Bündnis mit denen zu suchen, die erstens noch am allerwenigsten den Lauf der Dinge beeinflussen können und die zweitens die dargebotenen Mitbestimmungsrechte ganz schnell an der nächsten Umstrukturierungsecke verramschen würden wenn es nur dem Erhalt der Arbeitsplätze diente.
Führt man aber die Bilder Träne + Schal zusammen sieht man eine Blondine, die mädchenhaft zuerst auf die Tränendrüse drückt und sich dann passend schick macht, um an die Geldbörse von Vater Staat zu kommen.

Auch oder gerade wenn es ans Eingemachte geht: ein bißchen mehr Stil hätte ich von den "Spitzen der Gesellschaft" schon noch erwartet.

11:50 06.03.2009
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Geschrieben von

mephisto

Zeitgenosse
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