Große Koalition als Masterplan?

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

grundsätzlich stehe ich ja jeglichen esoterisch-verschwörungstheoretischen Die-Herrschenden-Auffassungen skeptisch gegenüber, aber irgendwie verlaufen diese Bundestagswahlen genau nach einem Drehbuch, das obiger Kategorie entsprungen sein könnte.

Der Beinahe-Zusammenbruch des Finanzsystems, der sich anschließende realökonomische Kollaps und die sehr unsicheren Aussichten für die weitere Entwicklung (die Bandbreite reicht von lähmender Deflation bis zerstörerischer Hyperinflation) - das sind äußerst unruhige Zeiten, da empfiehlt sich grösste Geschlossenheit und breiter Konsens, um ungemütliche Maßnahmen gegebenenfalls wirkungsvoll durchzusetzen.

Die Große Koalition hat sich in diesem Zusammenhang bewährt, sehr eindrucksvoll wie sich Steinbrück und Merkel im Herbst 2008 vor die Öffentlichkeit gestellt haben und kurz vor der Kernschmelze des Finanzsystems einfach mal für alles garantiert haben.

In diesen Zeiten ist es für die Systemstabilität einfach am besten, diese bewährte Koalition weiterzuführen. Deshalb kein Wahlkampf, deshalb kein Duell, sondern ein Duett, deshalb verplappert sich Steinbrück bei Anne Will schon von seiner nächsten Amtsperiode und der arme Westerwelle wundert sich, warum die CSU aufs falsche Tor schießt.

Sollte es am Sonntag trotz alledem zu einer schwarz-gelben Mehrheit kommen gäbe es auch schon die Exit-Strategie: die CDU argumentiert dann, man wolle eine knappe Mehrheit nicht auf für verfassungswidrig befundene Überhangmandate stützen.

11:01 24.09.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

mephisto

Zeitgenosse
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentare